Das Wirtschaftsministerium hat im Rahmen des Förderaufrufs „Stärkung Regionaler Innovationssysteme (RIS) durch Ausbau und Modernisierung kommunaler Innovationsinfrastrukturen“ elf Vorhaben zur Förderung bewilligt. Die geförderten kommunalen Einrichtungen erhalten rund 9,4 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), um ihre Innovations-, Gründer- und Technologiezentren sowie Transferzentren zukunftsfähig aufzustellen.
„Die Vorhaben zeigen eindrucksvoll: In den Regionen Baden-Württembergs steckt enormes Potenzial. Mit den bewilligten Projekten stärken wir die Innovationsinfrastruktur als Rückgrat für Start-ups sowie junge und etablierte Unternehmen. Jene Unternehmen, auf die wir beim Strukturwandel und bei der Entwicklung neuer Technologien bauen. Wir setzen unsere wirtschaftspolitischen Instrumente genau dort an, wo sie effizient sind: vor Ort“, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus.
Zukunftstechnologien direkt in den Regionen
Mit den bewilligten Vorhaben werden Innovations-, Gründer- und Technologiezentren sowie Transferzentren in verschiedenen Regionen des Landes modernisiert und ausgebaut. Im Mittelpunkt stehen Investitionen in kollaborative Arbeitsumgebungen, Technologien für Automatisierung und Robotik, Infrastrukturen für Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen sowie Smart-Building-Lösungen. Die Infrastrukturen stehen Unternehmen und Gründerinnen und Gründern zu offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Bedingungen zur Verfügung.
Durch gezielte Investitionen werden diese Einrichtungen in die Lage versetzt, bestehende und sich in der Gründungsphase befindende Unternehmen in dieser Phase des beschleunigten Strukturwandels wirksam zu begleiten und ihre Innovationsaktivitäten zu unterstützen. Die geförderten Projekte sollen bis zum 31. Dezember 2028 abgeschlossen sein.
EFRE-Förderung in Baden-Württemberg
Um regionale Strukturförderung zu betreiben, erhält Baden-Württemberg in der Förderperiode 2021–2027 rund 279 Millionen Euro von der Europäischen Union aus dem EFRE. Das EFRE-Programm Baden-Württemberg ist an der Innovationsstrategie des Landes ausgerichtet und unterstützt die Schwerpunkte Zukunftstechnologien und Kompetenzen sowie Ressourcen- und Klimaschutz.
Übersicht der geförderten Vorhaben
- Projektname: Technische Sicherung von Reisendenübergängen für den vollautomatischen Stadtbahnbetrieb
- Kurze Projektbeschreibung: Das Projekt zielt auf die Sicherung von vier Übergängen für Reisende (RÜs) als Voraussetzung für den vollautomatischen Betrieb im Schienenverkehr ab. Die Ausstattung mit Schranken und Lichtzeichen gewährleistet nicht nur Sicherheit im vollautomatischen Betrieb, sondern schafft eine offene Innovationsplattform. Unternehmen und Start-ups können ihre Systeme zur Umfeldüberwachung, Fahrgastzählung und Ereigniserkennung unter realen Bedingungen testen. Dies wird erst durch die technische Sicherung der RÜs ermöglicht. Das bestehende Interesse von Firmen und Start-ups unterstreicht die Relevanz des Vorhabens für die regionale Innovationskraft und den digitalen Strukturwandel im Bahnsektor. Als Bestandteil zur Umsetzung auf Nebenbahnen trägt das Projekt außerdem zur Sicherung des ÖPNV-Angebots zu Zeiten des wachsenden Personalmangels bei.
- Zuwendung: 1.060.480,00 Euro
- Projektname: FREI.labs@BioTechPark Freiburg: Innovationszentrum für Start-ups & junge Unternehmen
- Kurze Projektbeschreibung: Das Vorhaben adressiert gezielt den akuten Engpass an bedarfsgerechten, flexibel nutzbaren Büro- und Laborflächen für wissens- und technologieintensive Start-ups sowie akademische Spin-offs aus der Universität Freiburg, dem Universitätsklinikum Freiburg und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Standort. Mit dem Projekt erweitert die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) den etablierten „BioTechPark Freiburg“ als kommunale Innovationsinfrastruktur um rund 1.000 Quadratmeter modulare, skalierbare Mieteinheiten. Der geplante Ausbau verfolgt ein innovatives, sogenanntes „atmendes Flächenkonzept“, das sich flexibel an die unterschiedlichen Entwicklungs- und Wachstumsphasen junger Unternehmen anpasst. Dadurch werden Markteintrittshürden gesenkt, Anfangsinvestitionen reduziert und beschleunigte Wachstums- und Skalierungsprozesse ermöglicht.
- Zuwendung: 2.000.000,00 Euro
- Projektname: Zukunftsfähiges Upgrade des INNOPORT als regionale Innovations- und Transferinfrastruktur für Digitale Transformation
- Kurze Projektbeschreibung: Ziel des Vorhabens ist es, den INNOPORT als technologisch führende, offene Innovations- und Lernplattform der Region Reutlingen zu etablieren, die kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Start-ups und Ausbildungsbetrieben den niederschwelligen Zugang zu modernen Produktions-, Automatisierungs- und KI-Technologien ermöglicht. Das Projekt richtet sich insbesondere an produzierende KMU, technologieorientierte Dienstleister, Gründerinnen und Gründer, Start-ups sowie Aus- und Weiterbildungspartner, die ihre digitalen Kompetenzen und Innovationsfähigkeit stärken wollen. Damit leistet das Vorhaben Beiträge zur Stärkung der Rahmenbedingungen für Innovationsaktivitäten in KMU sowie zum spezifischen Ziel der Entwicklung von Kompetenzen für intelligente Spezialisierung, industriellen Wandel und Unternehmertum.
- Zuwendung: 492.000,00 Euro
- Projektname: Leistungszentrum & Future Skills Campus für innovative Unternehmen und regionale Fachkräfteentwicklung
- Kurze Projektbeschreibung: Der Future Skills Campus der Technologiewerkstatt entsteht als offenes, regional verankertes Leistungszentrum zur Vermittlung digitaler Zukunftskompetenzen. Das Vorhaben wird gezielt für Unternehmen konzipiert, um einen Überblick über verschiedene Technologien zu erhalten und kombiniert kollaborative Arbeitsräume, Robotik- und Automatisierungslabore, KI-Lernumgebungen und immersive XR-Entwicklungsräume zu einem einzigartigen Angebot vor Ort. Die Investitionen ermöglichen KMU den niedrigschwelligen Zugang zu Schlüsseltechnologien, verkürzen Innovationszyklen und unterstützen Transformationsprozesse. Durch offenen Zugang stärkt der Campus das regionale Innovationssystem, erhöht Wettbewerbsfähigkeit und wirkt dauerhaft in Wirtschaft und Bildung.
- Zuwendung: 624.520,00 Euro
- Projektname: DOCK 33 Co-Workingspace: Erweiterung zu modernen Büros, Workshop- und New Work Area
- Kurze Projektbeschreibung: Das Co-Workingspace und Makerspace DOCK 33 Heidenheim hat sich seit seiner Eröffnung kontinuierlich weiterentwickelt und ist heute die zentrale Anlaufstelle für Gründende, kreative Köpfe und Mittelständler aus Heidenheim und der Region. Der Erfolg des DOCK 33 Co-Workingspace erfordert nun eine Erweiterung, um wachstumsorientierte Start-ups den nächsten Wachstumsschritt zu ermöglichen. Neben Büros für Start-ups wird es auch einen Veranstaltungsbereich geben, wo größere Veranstaltungen stattfinden und der Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Start-ups aktiv gefördert wird. Eine New-Work-Area wird gemeinsam mit Netzwerkpartnern des DOCK 33 die Innovationskraft der Region nachhaltig stärken und den Wirtschaftsstandort langfristig sichern. Der Ausbau stellt eine wesentliche Investition in die Zukunftsfähigkeit des Standorts dar.
- Zuwendung: 702.400,00 €
- Projektname: Start-Up-Center INNOLAB33; Umbau des Bestandsgebäudes B33
- Kurze Projektbeschreibung: Die mittelständische Wirtschaft in Lahr und der Ortenau steht unter hohem Druck hinsichtlich des Strukturwandels. Um innovative Unternehmen in Zukunftsbranchen zu fördern und die Ansiedlungsstrategie zu stärken, liegt der Fokus auf Start-ups und jungen Wachstumsunternehmen. Ein essenzieller Erfolgsfaktor für das geplante Gründer- und Innovationszentrum ist eine kostengünstige und leistungsfähige Infrastruktur auf dem startkLahr-Areal. Die Immobilie, das ehemals von den kanadischen Streitkräften genutzte und nunmehr städtische Bestandsgebäude B33, soll als Innovations- und Produktionsort, Austauschs- und Vernetzungsplattform saniert werden. Es wird jungen Unternehmen bezahlbare Mietflächen wie Co-Working-Bereiche, Besprechungs- und Werkstatträume bereitstellen. Die Sanierung ist daher unverzichtbar für den Erfolg des Gründerzentrums.
- Zuwendung: 1.216.523,28 Euro
- Projektname: FRANCK TANK. Das Co-Making-Center. Labor für Technologie Neue Kreativität und (urbane) Produktion
- Kurze Projektbeschreibung: Mit dem FRANCK TANK entsteht ein offenes Innovationslabor und Co-Making-Center, in dem neue Formen der Kreativität, Technologie und urbane Produktion zusammenkommen. Das Vorhaben schafft flexible Werkstatt-, Labor- und Prototypingräume für Start-ups, Kreativschaffende, Hochschulen und technologieorientierte Unternehmen. Durch die Verbindung von KI, digitalen Medien, Handwerk und moderner Fertigung werden neue Ideen entwickelt, getestet und in marktfähige Produkte überführt. Der FRANCK TANK stärkt regionale Innovationskraft, fördert sektorübergreifende Kooperationen und eröffnet neue Formen nachhaltiger und kreativer Wertschöpfung.
- Zuwendung: 1.019.500,00 €
- Projektname: Modernisierung des Gründerzentrums Rastatt
- Kurze Projektbeschreibung: Mit diesem Projekt wird das städtische Gründerzentrum umfassend modernisiert und strukturell zu einer leistungsfähigen Innovations- und Gründungsinfrastruktur weiterentwickelt. Durch Investitionen in das Bestandsgebäude werden Bürostrukturen aufgebrochen und flexibel gestaltet. Das ermöglicht individuelle und flexible Anpassungsmöglichkeiten von jungen Unternehmen je nach Gründungsphase und der Entwicklung des Unternehmens. Neben der Begleitung von Start-ups in der Gründungsphase dient das Gründerzentrum künftig als Innovationsschnittstelle, welche kleine und mittlere Unternehmen aus der Rastatter Umgebung mit Start-ups und weiteren Akteurinnen und Akteuren, insbesondere der Hochschule Karlsruhe vernetzt. Durch gezielte Wissenstransfermaßnahmen wird eine Innovationscommunity entstehen, die zum Ziel hat, Strukturwandelprojekte konkret in die Umsetzung zu bringen.
- Zuwendung: 903.660,80 Euro
- Projektname: In:it Gmünder Hof – Innovationszentrum für Start-ups, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Zukunftslösungen
- Kurze Projektbeschreibung: Das Vorhaben umfasst den Umzug des bestehenden Gründungszentrums in den Gmünder Hof. Ziel ist die Schaffung eines modernen, zentral gelegenen Innovationsstandorts mit flexiblen Arbeitsplätzen, zeitgemäßen Konferenzräumen und verbesserten Netzwerk-Möglichkeiten. Das Projekt integriert Prinzipien der Cradle-to-Cradle-Kreislaufwirtschaft, fördert nachhaltige Nutzung von Ressourcen und unterstützt die regionale Innovationskraft. Durch die Ansiedlung des Amtes für Wirtschaftsförderung und Transformation im gleichen Gebäude entstehen Synergien, die Austausch und Kooperation zwischen Start-ups, Unternehmen sowie städtischen Akteurinnen und Akteuren erleichtern. Erwartete Errungenschaften sind eine erhöhte Sichtbarkeit, bessere Erreichbarkeit, gesteigerte Innovationsaktivitäten und die Stärkung der regionalen Wirtschaft. Das Projekt setzt wichtige Meilensteine für die Weiterentwicklung des Co-Working Spaces und die Förderung einer dynamischen, nachhaltigen Gründungs- und Innovationskultur.
- Zuwendung: 236.510,34 Euro
- Projektname: readyLAB22 – your pre-equipped lab space in Heidelberg
- Kurze Projektbeschreibung: Die Technologieförderung Heidelberg GmbH bietet an verschiedenen Standorten Flächen für Bio- und Chemielabore an. Meist sind diese nicht ausgestattet und ermöglichen so einen individuellen Ausbau bei Einzug. Gerade bei Neugründungen ist es den Firmen jedoch aufgrund des erschwerten Zugangs zu Risikokapital nicht immer möglich, die notwendige Grundausstattung finanziell abzubilden. Hier setzt das readyLAB22-Projekt an – es bietet Firmen nicht nur leere, sondern grundlegend ausgestattete Labore bis S2 und Büros an. Dies erleichtert und beschleunigt den Einzug, da die Firmen nach dem Aufstellen von nutzerspezifischen Geräten direkt arbeiten bzw. die vorab meist notwendige Anmeldung bei den Behörden vornehmen können. Somit wird eine Zielgruppe erreicht, die sonst keine Neuansiedlung am Standort Heidelberg abbilden kann. Dies entspricht dem Konzept der Technologieförderung Heidelberg, da diese Flächen für Ansiedlung und Entwicklung allgemein zur Verfügung stellt.
- Zuwendung: 800.000,00 Euro
- Projektname: Innovationsinfrastruktur Weil am Rhein-Green Office Kesselhaus
- Kurze Projektbeschreibung: Das Vorhaben umfasst die Modernisierung und den Ausbau einer bestehenden kommunalen Innovationsinfrastruktur im Kesselhaus Weil am Rhein. Ziel ist es, KMU, Start-ups und innovationsorientierten Akteurinnen/Akteuren verbesserte räumliche, digitale und technische Voraussetzungen für Innovations-, Entwicklungs- und Vernetzungsprozesse bereitzustellen. Durch den Einsatz digitaler Buchungs-, Zugangs- und Kollaborationssysteme, datenbasierter Smart-Building-Technologien sowie modularer und flexibel nutzbarer Arbeits- und Projekträume wird eine effiziente, offene und diskriminierungsfreie Nutzung der Infrastruktur ermöglicht. Ergänzend werden spezialisierte Innovationsräume, u. a. für additive Fertigung in Form von 3D-Druck, digitale Content-Erstellung und immersive Anwendungen, geschaffen. Erwartete Errungenschaften sind eine höhere Nutzungsintensität der Infrastruktur, verbesserte Rahmenbedingungen für kooperative Innovationsprojekte, eine stärkere regionale Vernetzung von Unternehmen sowie ein messbarer Beitrag zur Umsetzung der Regionalen Innovationsstrategie Baden-Württemberg.
- Zuwendung: 357.120,00 Euro
















