Gesundheit

Gesundheitssystem im Land auf Krisenfälle vorbereiten

Baden-Württemberg und die Bundeswehr arbeiten an einem digitalen Gesundheitslagebild, um im Ernstfall koordiniert und effektiv handeln zu können. Ziel ist, die Gesundheitsversorgung noch krisenfester aufzustellen.

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Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für ein Pilotprojekt zur Vorbereitung eines zivil-militärischen Gesundheitslagebildes zwischen der Sanitätsakademie der Bundeswehr und dem Sozialministerium Baden-Württemberg fand in den Räumen des Ministeriums in Stuttgart statt.
Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm und Gesundheitsminister Manne Lucha unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung am 6. Mai 2026 in Stuttgart.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha hat in Stuttgart gemeinsam mit der Sanitätsakademie der Bundeswehr eine Kooperationsvereinbarung für ein Pilotprojekt zur Vorbereitung eines zivil-militärischen Gesundheitslagebildes abgeschlossen. Das Projekt ist eingebettet in eine Reihe weiterer Maßnahmen des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg zur Stärkung der Krisenresilienz des Gesundheitssystems im Land.

Weitere Schritte für die Versorgungssicherheit in Krisenzeiten

„Die sicherheits- und geopolitische Lage hat sich verändert und ist angespannt. Deshalb ist es wichtig, das baden-württembergische Gesundheitswesen für den Ernstfall vorzubereiten“, sagte Minister Lucha. Mit dem geplanten zivil-militärischen Gesundheitslagebild sollten belastbare und aktuelle Daten wie zum Beispiel Verfügbarkeiten und Auslastung verschiedener medizinischer Einrichtungen generiert werden. Im Ernstfall (Krisensituationen, Katastrophen, Bündnis- oder Landesverteidigung) solle auf dieser Grundlage eine zielgerichtete und effektive Steuerung und Versorgung sowohl für verletzte Soldatinnen und Soldaten als auch für die Zivilbevölkerung erfolgen, so der Minister weiter. „Die Erstellung des digitalen zivil-militärischen Gesundheitslagebildes dient somit der wirksamen Sicherstellung des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes. Für eine bürokratiearme und ressourcenschonende Durchführung des Pilotprojekts werden überall dort, wo es möglich ist, bereits vorliegende Daten genutzt. Damit und mit weiteren koordinierten Maßnahmen wollen wir das Gesundheitssystem noch krisenfester aufstellen.“

Der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, sagte: „Um das Gesundheitssystem in unserem Land auf Krisenfälle vorzubereiten, ist eine gute Abstimmung und Kooperation nicht nur zwischen den zivilen Verantwortlichen in Städten und Kommunen, Bundesländern und dem Bund notwendig, sondern – insbesondere bei militärischen Konflikten – auch eine gute zivil-militärische Kooperation. Grundlage dafür ist ein verlässliches digitales Gesundheitslagebild, welches möglichst alle Bereiche des Gesundheitswesens zivil wie auch militärisch abbildet. Deshalb ist die Sanitätsakademie der Bundeswehr in München dankbar für die heute gezeichnete Kooperationsvereinbarung mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg.“

Weitere Aktivitäten im Bereich der Gesundheitssicherheit und des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes

Angesichts der aktuellen sicherheits- und geopolitischen Lage muss sich das Gesundheitssystem krisenfest aufstellen. Ein krisenresilientes Gesundheitssystem ist ein maßgeblicher Faktor für gesellschaftliche Stabilität und gesamtgesellschaftliche Aufgabe zur Versorgung der Menschen im Land. Deshalb ist die Kooperationsvereinbarung eingebettet in ein Bündel von weiteren Maßnahmen des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg.

Zivil-militärische Zusammenarbeit

Der Begriff Zivil-Militärische Zusammenarbeit (kurz: ZMZ) beschreibt das organisierte Zusammenwirken von zivilen Stellen wie Behörden, Hilfsorganisationen oder Unternehmen mit den Streitkräften der Bundeswehr, um Aufgaben in Krisensituationen, bei Katastrophen, bei der Landes- oder Bündnisverteidigung oder bei Auslandseinsätzen zu koordinieren. Die Zivil-Militärische Zusammenarbeit sorgt dafür, dass militärische und zivile Akteurinnen und Akteure im Ernstfall abgestimmt handeln und die Bevölkerung besser geschützt und versorgt werden kann. Dazu gehören beispielsweise Vorsorge- und Versorgungsmaßnahmen für die Zivilbevölkerung und die Streitkräfte im Spannungs- oder Verteidigungsfall oder die Beteiligung der Streitkräfte am Katastrophenschutz im Rahmen der Amtshilfe.

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