Digitalisierung

Den Verkehr sicherer und sauberer machen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Verkehrsminister Winfried Hermann in einem Smart Electric Drive von Car2go Stuttgart.

Im Interview mit dem Staatsanzeiger spricht Verkehrsminister Winfried Hermann über die Chancen vernetzter und autonomer Fahrzeuge. Dabei geht es um mehr Sicherheit im Straßenverkehr und in Verbindung mit der Elektromobilität auch um mehr Klimaschutz. Bei beiden Technologien vorne zu sein, sei entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der baden-württembergischen Wirtschaft.

Staatsanzeiger: Brauchen wir denn tatsächlich autonom fahrende Autos?

Winfried Hermann: Die eigentliche Herausforderung für die Automobil- und Mobilitätsbranche lautet: Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus und wie ein zukunftsfähiges Auto. Das autonom fahrende Auto wird vermutlich ein Element der Digitalisierung der Mobilität insgesamt sein. Die Entwicklung geht in Richtung einer vernetzten, digitalisierten, sicheren und umweltschonenden Mobilität. Ob vollkommen autonom fahrende Fahrzeuge tatsächlich gebraucht werden, werden aber am Ende die Autofahrer entscheiden.

Welche Chancen sehen Sie im Zusammenhang mit dieser Technik?

Hermann: Die neuen digitalen Technologien bieten bisher nicht gekannte Möglichkeiten der Vernetzung der Verkehrsmittel und der Nutzer. Sie helfen auch, Klima und Umwelt zu schützen und sie machen den Verkehr sicherer. Viele Systeme, die in diesem Zusammenhang entwickelt wurden, sind schon heute in modernen Autos im Einsatz. Sie warnen die Fahrer, wenn sie zu nah an den Straßenrand geraten, zu dicht auffahren oder einzuschlafen drohen.

Wo muss das Land bei der Förderung Schwerpunkte setzen?

Hermann: Das Land fördert die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Branche auf verschiedene Weise, vor allem aber die kleinen und mittleren Zulieferbetriebe. Dabei geht es um die Forschung und Entwicklung von Bausteinen der Digitalisierungstechniken. Auf dem digitalen Testfeld, das derzeit mit Unterstützung aus Landesmitteln zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie, der Hochschule Karlsruhe und dem Fraunhofer- Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung in der Region Karlsruhe eingerichtet wird, werden alle Stufen des vollautomatisierten Fahrens von individuellen wie von öffentlichen Fahrzeugen, aber auch die neue digitale Infrastruktur erprobt und weiter entwickelt.

Werden Autofahrer künftig zu gläsernen Bürgern?

Hermann: Das darf nicht passieren. Es gilt, den Datenschutz mit den neuen Technologien weiterzuentwickeln. Die Daten müssen weitgehend anonymisiert und vor Missbrauch geschützt werden.

Man kann den Eindruck gewinnen, dass Autohersteller sich mehr für diese neue Technik interessieren, als dafür, die Elektromobilität voranzutreiben. Wäre letzteres nicht wichtiger?

Hermann: Die Entwicklung beider Bereiche haben ihre Berechtigung und müssen zusammengeführt werden. Ich wünsche mir bei Einsatz, Weiterentwicklung und Markteinführung klima- und umweltverträglicher Antriebe deutlich mehr und vor allem ein zielgerichtetes Engagement der deutschen Autohersteller. Das wird im Ergebnis nicht nur für die Luftreinhaltung und den schonenden Umgang mit Energie und Rohstoffen, sondern auch für die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen entscheidend sein.

Die Fragen stellte Stefanie Schlüter.

Quelle:

Das Interview ist am 26. August 2016 im Staatsanzeiger erschienen.

Weitere Meldungen

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Forschung

4,2 Millionen Euro für Quantentechnologie-Demonstratoren

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 10. Februar 2026

Zwei Grundschüler stehen an einer Straße vor einer Schule.
Verkehrssicherheit

Bewerbungen für Verkehrs­präventionspreis ab jetzt möglich

Transportroboter im öffentlichen Raum
Urbane Robotik

Land fördert robotische Systeme im städtischen Raum

Ländlicher Raum
Ländlicher Raum

Modernisierung Ländlicher Wege ist Zukunftssicherung

Ein Fliesenleger arbeitet an einer Wand mit Fliesen (Symbolbild). (Bild: Waltraud Grubitzsch / dpa)
Handwerk

Land fördert Deutsches Hand­werksinstitut mit 240.000 Euro

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. Februar 2026

Kinder sind auf einer Straße mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule. (Foto: © dpa)
Sicherer Schulweg

Mehr Verkehrssicherheit durch Schulstraßen und Schulzonen

Autos fahren über eine Kreuzung in Reutlingen. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Verkehrssicherheit

Vernetzte Verkehrssicherheitsarbeit im Fokus

Eine Mitarbeiterin demonstriert im 3D-Druck-Applikationszentrum des Maschinenbauers Trumpf in Ditzingen die Bedienung einer 3D-Druck-Maschine per Tablet. (Foto: © dpa)
Innovation

Industrienahe Dienstleistungen als Wachstumstreiber

Minister Strobl Einweihung Schnellladesäule
Polizei

Polizei Baden-Württemberg testet Schnellladesäule

von links nach rechts: Wissenschaftsministerin Petra Olschowski, Prof. Dr. Gerhard Huisken, Prof. Dr. Karla Pollmann (Rektorin der Eberhard Karls Universität Tübingen)
Forschung

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Gerhard Huisken

Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Fußverkehr

Baden-Württemberg stärkt das Gehen im Alltag