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Besseres Angebot für internationale Studierende

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Flüchtlinge in einem Kurs. (Bild: Carmen Jaspersen /dpa)

Die Landesregierung möchte Studiengebühren für internationale Studierende einführen. Das sorgt verständlicherweise für Protest. Doch bei genauerer Betrachtung ist der Plan der Landesregierung eine faire Lösung für alle Studierenden.

Derzeit klafft eine Lücke zwischen den Einnahmen und Ausgaben der Landesregierung. Diese Lücke kann das Land nicht weiter mit neuen Schulden stopfen – ab 2020 gilt die Schuldenbremse. Es wäre aber auch unfair gerade der jungen Generation gegenüber, noch mehr Schulden zu machen. Dafür müssen alle Ministerien ihren Beitrag leisten. Das Wissenschaftsministerium muss deshalb 48 Millionen Euro einsparen. Für Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ist aber ganz klar, dass sie dafür nicht bei den Hochschulen kürzen möchte. „Denn unsere Hochschulen brauchen mehr Geld“, stellt Ministerin Bauer im Interview klar.

Der Vorwurf, dass sich eine solche Gebühr gegen Ausländer richtet sei bei genauerer Betrachtung ungerechtfertigt. „Die Gebühr richtet sich nicht an Nationalitäten aus“, macht Bauer klar. Vielmehr unterscheide man zwischen denjenigen, die ihren Lebensmittelpunkt hier bei uns haben – diese seien von den Gebühren ausgenommen – und denjenigen die nur für ein Studium einreisen. Das bedeutet, dass hier lebende Ausländer, Studierende aus Hochschulkooperationen wie Erasmus oder anerkannte Flüchtlinge von der Studiengebühr für internationale Studierende ausgeschlossen sind.

Schutz sensibler Studiengänge und Gruppen

Im weltweiten Vergleich sind solche Gebühren für internationale Studierende durchaus üblich. Dabei liegen die Gebühren in der Regel noch deutlich höher. Die größten Gruppen, für die hier künftig Gebühren anfallen, würden bei sich zuhause ähnliche oder weit höhere Gebühren zahlen, so Bauer. „Deswegen glaube ich, die allermeisten werden diesen Schritt verstehen, ihn nachvollziehen können und werden ihn auch tragen können.“

Trotzdem gebe es sicher auch Studierende aus Ländern, die sich diese Gebühren nicht leisten können. „Dafür werden wir Instrumente schaffen. Sowohl für die Hochschulen selbst wie Ausnahmeregelungen und Befreiungstatbestände anzuwenden, als auch im Rahmen von Landesprogrammen, entwicklungspolitisch besonders sensible Studiengänge oder Gruppen nochmal zu schützen“, versicherte Ministerin Bauer.

„Wir legen großen Wert darauf, dass wir mehr internationale Studierende haben. Wir wollen ihnen aber auch beste Studienbedingungen garantieren und gute Erfolgsaussichten gewähren“, sagte Bauer. Gerade deshalb müsse man zusätzliche Ressourcen bekommen, um diese Betreuungs- und Unterstützungsstrukturen auch finanzieren zu können.

Wissenschaftsministerium: Alle Infos zu den Studiengebühren für internationale Studierende

Beteiligungsportal: Studiengebühren für internationale Studierende und das Zweitstudium

Quelle:

/red

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