Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt stabilisiert sich langsam

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Ausbilderin mit Lehrling

Im September ist die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg bei 4,6 Prozent geblieben. Gegenüber dem Vormonat sank die Zahl der Menschen ohne Arbeit um 1,7 Prozent. Auch die Jugendarbeitslosigkeit ging leicht zurück. Der erhoffte Herbstaufschwung blieb aber aus.

Im September waren in Baden-Württemberg 289.290 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Rückgang um 1,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum August unverändert bei 4,6 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr waren im September 86.505 mehr Menschen (plus 43 Prozent) arbeitslos gemeldet.

„Es ist bedauerlich, dass die Hoffnungen auf einen Herbstaufschwung am Arbeitsmarkt bisher nicht erfüllt wurden. Mit den im September gestiegenen Exporterwartungen keimt in den für Baden-Württemberg so wichtigen Exportbranchen jedoch auch wieder Optimismus auf“, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut anlässlich der Veröffentlichung der neuen Arbeitsmarktdaten in Stuttgart. Gegenüber dem Vorjahr hat die Arbeitslosigkeit um 42,7 Prozent beziehungswiese rund 86.500 Personen zugenommen und lag leicht über dem Vormonatswert vom August 2020. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit um 5.106 bzw. 1,7 Prozent im Vergleich zum August 2020 blieb dabei deutlich hinter der saisonal üblichen Herbstbelebung zurück.

„Die Zahl der Arbeitslosen ist erstmals seit März, dem Beginn der Corona-Schutzmaßnahmen, wieder gesunken – wenn auch mit minus 1,7 Prozent verhalten und saisonbedingt. Positiv ist, dass die Beschäftigungsaufnahmen im September mit 22.532 fast das Vorjahresniveau erreichen. Auch haben weniger Menschen in Baden-Württemberg ihre Arbeitsstelle verloren und sich arbeitslos gemeldet“, erläutert Martina Musati, Geschäftsführerin operativ der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit.

Weniger Jugendliche ohne Arbeit

Eine ähnliche Entwicklung gibt es der Jugendarbeitslosigkeit. Hier ging die Zahl der Arbeitslosen um 5,5 Prozent gegenüber August 2020 zurück. Mit 4,6 Prozent liegt die Jugendarbeitslosenquote immer noch vergleichsweise hoch. Im September waren bei der Arbeitsverwaltung im Land 32.559 junge Menschen unter 25 Jahre und damit 11.439 beziehungsweise 54,2 Prozent mehr als im September 2019 arbeitslos gemeldet. Sie leiden mit einer Zunahme von 42,7 Prozent stärker als die Arbeitslosen insgesamt unter der Corona-Krise.

Vor allem auch die Arbeitsmarktchancen arbeitsloser Jugendlicher werden durch die ausbleibende Herbstbelebung belastet: „Angesichts der weiterhin angespannten Arbeitsmarktlage appelliere ich an die Arbeitgeber im Land, den gut ausgebildeten jungen Menschen eine Chance für den Einstieg in das Berufsleben zu geben. Da können auch Lösungen wie eine Teilzeitbeschäftigung in Frage kommen. Die jungen Menschen dürfen nicht zu Corona-Verlierern werden“, hob Hoffmeister-Kraut hervor.

Kurzarbeit sichert weiter Arbeitsplätze

Seit März 2020 haben 124.500 Betriebe im Land Kurzarbeit angezeigt. Im Vorjahreszeitraum wurden 1.381 Anzeigen gestellt. Die Zahl der Beschäftigten, für welche die baden-württembergischen Betriebe seit März 2020 Kurzarbeit angezeigt haben, beläuft sich auf 2.109.659.

Seit Juni sind monatlich deutlich weniger Anzeigen hinzugekommen: Waren es im April noch über 1,3 Millionen und im Mai noch knapp 200.000, ging die Zahl im Juni auf 64.572, im Juli auf 50.258 und im August auf 34.140 angezeigte Personen zurück. Für September waren es 13.958

Die Kurzarbeitergeldregelung stellt auch in Zukunft eine wichtige Stütze für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft dar. Bundesweit waren im August in den Schlüsselbranchen wie der Metallindustrie und dem Fahrzeug- und Maschinenbau nach Ifo-Schätzungen weiterhin bis zu 40 Prozent der versicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit. In Baden-Württemberg waren danach insgesamt 16 Prozent beziehungsweise 750.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. „Die Möglichkeit, das Kurzarbeitergeld bis zu 24 Monate lang zu beziehen, wird uns helfen, viele Arbeitsplätze über die Krise zu retten. Sie kann dabei aber notwendige strukturelle Anpassungen nicht vermeiden“, so die Ministerin.

„Wir setzen alles daran, den konjunkturellen Einbruch in den Schlüsselbranchen des Landes zu überwinden. Deshalb können wir uns auch eine zweite Corona-Welle nicht leisten und müssen diese unter allen Umständen vermeiden“, betonte Hoffmeister-Kraut.

Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Baden-Württemberg: Der Arbeitsmarkt im September (PDF)

Arbeitsmarktreport September 2020 mit detaillierten Zahlen (PDF)

Quelle:

Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Baden-Württemberg/Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau

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