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Wissenschaftlicher Austausch in Afrika wird von Freiburg aus verstärkt

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Universität Freiburg (Foto: © Universität Freiburg)

Das vom Land geförderte Arnold-Bergstraesser-Institut an der Universität Freiburg koordiniert das „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ und wird zu einem Knotenpunkt der deutschen Afrikaforschung. Ziel ist es, die afrikanischen Sichtweisen in Wissenschaft und Politik zu stärken.

Afrikanische Sichtweisen in Wissenschaft und Politik stärken: Ziel des neuen „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ (MICAS Africa) ist es, ein intellektuelles Programm und eine Forschungsagenda zu entwickeln, die in ihrer Konsequenz die Bedeutung afrikanischer Wissensproduktion deutlich sichtbarer machen werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Zentrum als „Maria Sibylla Merian Centre“ zunächst in einer Vorbereitungsphase bis Ende 2020 mit 1,7 Millionen Euro. Über den erwarteten Förderzeitraum von zwölf Jahren wird die Gesamtförderung bis zu 18 Millionen Euro betragen. Federführend bei dessen Aufbau und Koordination ist die Albert-Ludwigs-Universität mit dem Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und dem Arnold-Bergstraesser-Institut für kulturwissenschaftliche Forschung (ABI).

Hauptstandort des „Merian International Centre for Advanced Studies in Africa“ (MICAS Africa) wird die University of Ghana in Accra sein, ein zweiter Standort entsteht am Centre de Recherches sur les Politiques sociales in Dakar/Senegal. Die Eröffnung des MICAS Africa ist für Mitte 2018 vorgesehen. Als deutsche Partner sind das Deutsche Historische Institut Paris als Mitglied der Max-Weber-Stiftung, das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg, die Universität Konstanz und das Zentrum für Interdisziplinäre Afrika-Forschung (ZIAF) an der Universität Frankfurt beteiligt.

Wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Afrika aktiv mitgestalten

Das Konsortium unter Freiburger Leitung setzt seinen thematischen Schwerpunkt auf nachhaltige Regierungsführung. Themen wie Migration, demokratische Konsolidierung und ökologischer Umbau stehen in der Anfangsphase im Mittelpunkt interdisziplinärer Arbeit exzellenter Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen. Ein Hauptziel von MICAS Africa ist es, einen gewichtigen Beitrag zum Abbau globaler Wissensasymmetrien zu leisten. Dies soll durch die über Jahre angelegte Kooperation von Spitzen- und Nachwuchsforscherinnen und -forschern aus Afrika und der ganzen Welt gelingen.

Mit diesem Projekt werden viele afrikanische Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler nach Freiburg kommen. Die Universität Freiburg wird ein Zentrum für Afrika-Studien aufbauen und ihre Kooperation mit der Universität Basel im Hinblick auf Forschung in und mit Afrika deutlich intensivieren – als weiteren Baustein von Eucor – The European Campus, dem Verbund der Universitäten am Oberrhein. Auch für das Ziel der Universität Freiburg, eine strategische Partneruniversität in Afrika zu finden, ist MICAS Africa wegweisend.

„Ich freue mich, dass mit den Universitäten Freiburg und Konstanz gleich zwei forschungsstarke Universitäten aus Baden-Württemberg den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Afrika aktiv mitgestalten werden. Die Zukunftsthemen Migration, nachhaltige Demokratie oder der ökologische Umbau von Gesellschaften – können nur im Austausch zwischen Nord und Süd und über die Disziplinen hinweg erforscht werden. Das Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI) ist prädestiniert dazu, diesen Dialog aktiv mitzugestalten. Einen weiteren wichtigen Beitrag leistet das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS), was den Aufbau eines internationalen Forschungskollegs angeht, mit seiner umfassenden Expertise“, sagte Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

„Mit diesem Erfolg steigt Freiburg zu einem wichtigen Standort der deutschen Afrikaforschung auf. Wir werden damit neben der Asienforschung, die seit Jahren zu den wichtigen Profilthemen unserer Universität zählt, einen weiteren bedeutenden regionalen Forschungsschwerpunkt konsequent ausbauen“, so Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg.

„Die University of Ghana ist durch die Kombination von allem, was Afrika intellektuell anzubieten hat, mit einem völlig international ausgerichteten Denken ein einzigartiger Ort in der universitären Welt. Meine Kolleginnen und Kollegen und ich werden keinen Aufwand scheuen, um MICAS Africa zu einer Erfolgsgeschichte zu machen“, sagte Prof. Ebenezer Owuzu, Rektor der University of Ghana.

Maria Sibylla Merian Centres

Mit den Internationalen Forschungskollegs „Maria Sibylla Merian Centres“ will das BMBF die Internationalisierung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften in Deutschland durch enge bi- und multilaterale Kooperationsprojekte an Standorten außerhalb Deutschlands voranbringen. Hierzu sollen in wissenschaftlich und wissenschaftspolitisch wichtigen Regionen und Partnerländern in Asien, Lateinamerika und Afrika Kollegs entstehen, an denen eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und dem Gastland gemeinschaftlich zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen forscht und dazu regelmäßig Fellows einlädt. Die Kollegs werden in Partnerschaften mit deutschen Wissenschaftseinrichtungen aufgebaut und betrieben.

Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI)

Das Arnold-Bergstraesser-Institut (ABI) wurde 1960 als unabhängige sozialwissenschaftliche Arbeitsstelle für kulturwissenschaftliche Forschung in Freiburg gegründet. 2008 erhielt es durch den Abschluss eines Kooperationsvertrags mit der Universität Freiburg den Status eines An-Instituts der Universität. Das ABI forscht zu Politik und Gesellschaft in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost in den Themenbereichen Konflikt und Migration, Staat und Governance sowie Ressourcenpolitik. Neben der Forschung gehören auch der Wissenstransfer in die breitere Öffentlichkeit und in die entwicklungspolitische Praxis sowie entwicklungs- und außenpolitische Beratung zu den Aufgaben des ABI. Aufgrund der stark gewachsenen Bedeutung der vom ABI bearbeiteten Themen wird die Landeszuwendung ab 2018 um 80.000 Euro auf 740.000 Euro pro Jahr erhöht werden – vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers. Damit ermöglicht das Land dem ABI einen zusätzlichen finanziellen Spielraum für die Verwirklichung seiner Zukunftsstrategie und zum Ausbau seiner Forschungsleistungen.

Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)

Das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) ist das internationale Forschungskolleg der Universität Freiburg. Als integraler Bestandteil der Universität vereint das Institut unter einem Dach Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Medizin, Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Senior Fellows) sowie ausgezeichnete Nachwuchskräfte (Junior Fellows) aus Freiburg und der ganzen Welt arbeiten am FRIAS, um sich für eine begrenzte Zeit voll auf ihr wissenschaftliches Projekt konzentrieren zu können. Es stärkt damit die weltweite Vernetzung der Freiburger Forscherinnen und Forscher sowie die internationale Sichtbarkeit der an der Albert-Ludwigs-Universität betriebenen Forschung. Ein wichtiges Anliegen des Instituts ist es, die am FRIAS angesiedelten Forschungsprojekte und größeren Forschungsfragen von hoher Gesellschaftsrelevanz sowohl der universitären Öffentlichkeit, speziell den Studierenden, als auch der breiten städtischen Öffentlichkeit in speziellen Veranstaltungen in verständlicher Form näher zu bringen.

Die Partnerinstitutionen

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Forschungskolleg „Nachhaltiges Regieren“ entsteht in Ghana, Pressemitteilung vom 20. Oktober 2017

Quelle:

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg / Universität Freiburg

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