Forst

Waldbrandgefahr im Land sehr hoch

Angesichts zunehmender Waldbrandgefahr treffen sich Fachleute in Gengenbach zu einem grenzüberschreitenden Austausch zum Waldbrandmanagement.

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Ein Schild an einer Schutzhütte im Wald weist auf Waldbrandgefahr hin.
Symbolbild

„Die trockenheiße Witterung der letzten Tage hat auch im Land die Waldbrandgefahr ansteigen lassen und erreicht bis Mitte der Woche in weiten Teilen Stufe 4 und 5, das heißt hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. Alle, die den Wald in den nächsten Tagen besuchen, sollten sehr umsichtig sein und darauf achten, selbst kein Feuer auszulösen und mögliche Brände schnell zu melden. Grundsätzlich gilt, dass offenes Feuer und Rauchen im Wald tabu sind. Waldbrände sind nicht nur in Baden-Württemberg eine ernstzunehmende Gefahr für die Wälder, auf die wir uns vorbereiten müssen. Daher treffen sich von vom 3. bis 5. Juli 2025 am Forstlichen Ausbildungszentrum Mattenhof in Gengenbach (Ortenaukreis) verschiedene Fachdelegationen aus Frankreich, der Schweiz und Polen, um Lösungsansätze ihrer Heimatländer vorzustellen und sich mit den Mitgliedern der Plattform Integriertes Waldbrandmanagement Baden-Württemberg auszutauschen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am Montag, 30. Juni 2025. in Stuttgart.

Waldbrandmanagement-Informationssystem

Die zunehmende Waldbrandgefahr ist eine Folge der Klimaveränderung, daher ist ein breiter und grenzüberschreitender Wissensaustausch notwendig. „Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltung ist die Inbetriebnahme des Waldbrandmanagement-Informationssystems (WAMIN). Das WAMIN-System ist ein EDV Datenspeicher, der das an vielen Orten verfügbare Waldbrandwissen an einer Stelle zusammenführt“, sagte Minister Hauk. Die Stärke der Geodatenbank sei, dass diese Informationen nicht mehr von vielen verschiedenen Fachdatenbanken zusammengesucht werden müssen, sondern gebündelt an einem Ort eingesehen werden können. „Das Spektrum der Daten reicht von der Information, welche Wege für Feuerwehrfahrzeuge befahrbar sind, wo im Falle eines Waldbrandes mit einer besonders dynamischen Brandentwicklung zu rechnen ist bis hin zu Informationen über das aktuelle Wetter und die Verfügbarkeit des Mobilfunknetzes“, erklärte Minister Hauk.

In WAMIN stecke mehr als nur eine Unterstützung der Feuerwehren im Falle eines Waldbrandes. „Durch den Zugriff auf die unterschiedlichsten Informationen können auch regionale Waldbrandmanagement-Pläne besser und einfacher als bisher erstellt werden. Mit dem WAMIN-System bekommen wir ein digitales Werkzeug auf die Fläche, mit dem wir künftig noch besser auf Waldbrandlagen vorbereitet sein werden“, betonte Minister Hauk.

Waldbrandbekämpfung ist vor allem dann erfolgreich, wenn forstliches und feuerwehrtechnisches Fachwissen gebündelt genutzt wird. Um dies flächendeckend in Baden-Württemberg zu gewährleisten, haben sich die Feuerwehr und die Forstverwaltung auf allen Verwaltungsebenen vom Landratsamt über die Regierungspräsidien bis zu den Ministerien zusammengeschlossen und vernetzt. Verbindungsförster stellen forstseitig Schnittstellen zur Feuerwehr her, die sowohl in der Vorbereitung auf mögliche Waldbrände, als auch in der Waldbrandbekämpfung zusammenarbeiten und damit einen idealen Waldbrandschutz sicherstellen.

Verhaltensregeln zur Erholung im Wald

  • Vom 1. März bis 31. Oktober gilt im Wald ein grundsätzliches Rauchverbot.
  • Feuer machen ist ganzjährig nur an den offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen auf den Grillplätzen erlaubt. Je nach örtlicher Situation können die Ortspolizeibehörden sowie die jeweiligen Forstbehörden weitere Maßnahmen anordnen und insbesondere das Grillen im Wald vollständig verbieten. Diese Sperrungen sind unbedingt zu beachten. Nicht gestattet ist das Grillen im Wald auf mitgebrachten Grillgeräten.
  • Offenes Feuer außerhalb des Waldes muss grundsätzlich mindestens 100 Meter vom Waldrand entfernt sein. Auch an den erlaubten Stellen muss das Feuer immer beaufsichtigt und vor dem Verlassen unbedingt vollständig gelöscht werden.
  • Denken Sie an die Waldtiere, die momentan mit der Aufzucht des Nachwuchses beschäftigt sind und nehmen Sie ihren Vierbeiner am besten an die Leine.

Was tun, wenn ein Brand ausgebrochen ist?

Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und sich sowie andere Personen nicht in Gefahr zu bringen. Wählen Sie die 112 und informieren Sie die Leitstelle über folgende Punkte.

  1. Wo brennt es? – genaue Ortsangabe (markante Geländepunkte oder der Standort per GPS Funktion des Mobiltelefons), Brandausmaß
  2. Was brennt? – Bodenvegetation oder Baumkronen
  3. Wer oder was ist betroffen? – Sind Personen, Häuser oder andere Einrichtungen in Gefahr?
  4. Ort, von dem Sie den Brand melden? – Angabe Ihrer Rückrufnummer, Aufenthaltsort, auf Rettungskräfte warten, damit diese eventuell zum Brandort geführt werden können.
  5. Nutzen Sie die kostenfreie App „Hilfe im Wald": Im Notfall können Sie die Einsatzkräfte direkt zu ihrem Standort navigieren.

Weitere wertvolle Hinweise finden sich auch auf der Homepage der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) zum Thema Waldbrandmanagement. Waldbesitzer können sich zu dem Thema bei den Ansprechpersonen der unteren Forstbehörden beraten lassen. Wichtig ist dabei ein präventiver Waldbau mit aktiver Waldbewirtschaftung, wie dies in den aktuell überarbeiteten Waldentwicklungstypen integriert ist.

Plattform Integriertes Waldbrandmanagement

Die Plattform Integriertes Waldbrandmanagement dient dem Land als Bezugspunkt für die Initiierung und Stärkung landesweiter Initiativen der Waldbrandprävention und -vorsorge sowie der Verbesserung der Fähigkeiten zur Waldbrandbekämpfung. Sie verbindet die Verwaltungen von Forst und Feuerwehr sowie weitere relevante Organisationen im Bereich Waldbrandmanagement. Damit ist die Plattform ein innovatives Beratungsgremium, in welchem die Mitglieder sich austauschen und Entscheidungen vorbereiten können, die dann von den zuständigen Stellen beschlossen und umgesetzt werden.

 Deutscher Wetterdienst: Waldbrandgefahrenindex

Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Kampagne #UnserHolz

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