Weinbau

Regionaler Weinkonsum weiter rückläufig

Der regionale Weinkonsum geht weiterhin zurück. Ein Gesamtkonzept soll den Weinbau im Land wieder voranbringen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Frau schenkt am 24.08.2016 auf dem Gelände des Stuttgarter Weindorfs in Stuttgart ein. (Bild: Silas Stein / dpa)

„Der Weinkonsum geht in Deutschland und in Baden-Württemberg zurück. Die Verbraucher trinken weniger Wein. Zudem verlieren wir dramatisch Marktanteile. Nur noch rund 40 Prozent der in Deutschland getrunkenen Weine, sind aus Deutschland. Das wird zunehmend zum Problem. Dass weniger Wein getrunken wird, liegt nicht an der Qualität, ganz im Gegenteil. Wein aus dem Land muss wieder ein Renner werden. Dazu müssen die Auflagen, die Bürokratie und die Hindernisse für den Weinbau runter und die Werbung muss massiv rauf. Daran arbeiten wir gemeinsam“, sagten der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk, der Präsident des badischen Weinbauverbands Rainer Zeller und der Präsident des Württembergischen Weinbauverbands Dietrich Rembold, nach einem gemeinsamen Gespräch.

Entwicklung eines Gesamtkonzeptes 

„Wir wollen gemeinsam ein Konzept entwickeln, wie die badischen und württembergischen Weine wieder ein Verkaufsschlager werden. Dazu sind verschiedene Maßnahmen nötig, aber eben auch ein neues, schlagkräftiges Marketing. Das alles kostet Geld. Uns ist wichtig, dass wir den Weinbau im Land stärken und erhalten, dazu müssen wir miteinander sprechen und miteinander neue Lösungen finden. Allerdings sind Schnellschüsse und kurzfristige Einzelmaßnahmen nicht zielführend. Wir brauchen zuerst ein Gesamtkonzept, bei dem es keine Denkverbote geben darf. Auf dem Weg müssen wir aber alle mitnehmen und auch rechtliche und beihilferechtliche Fragen müssen geklärt sein. Am Ende geht es darum, dass sich alle solidarisch an einem solchen Konzept und seiner Finanzierung beteiligen“, so Hauk und die Präsidenten. „Wir sind dankbar, dass die Weinbauverbände, gemeinsam mit dem Ministerium an einer Lösung arbeiten, die am Ende alle mittragen und für alle umsetzbar ist“, betonte der Minister.

Dazu gehört aus Sicht des Ministers auch ein Schwerpunkt im Rahmen des beim Staatsministerium angegliederten Landesmarketing. Weiter im Klein, Klein gehe nicht. Jetzt brauche es einen gemeinsamen großen Wurf. Am vergangenen Dienstag wurde bei der Pressekonferenz des badischen Weinbauverbandes eine parafiskalische Abgabe für Weinwerbung ins Spiel gebracht, der der Minister auch angesichts der dramatischen Verluste an Marktanteilen zugestimmt hat. Voraussetzung ist eine Einigung mit der Weinwirtschaft in Baden und Württemberg. Eine solche Abgabe komme kurzfristig nicht, weil wir damit aktuell Gefahr laufen, noch bestehende Strukturen zusätzlich zu gefährden. Das hätten die Gespräche in dieser Woche gezeigt. „Diese Option scheidet kurzfristig aus. Wir brauchen zuerst ein Gesamtkonzept. Wie wir am Ende dieses solidarisch finanzieren, werden wir gemeinsam besprechen“, so Minister Hauk.

„Da wir uns als Verband schon seit einiger Zeit damit befassen, ein solidarisch organisiertes und tragfähiges Modell für die Kommunikation und Bewerbung unserer Herkunft zu schaffen, werden wir uns intensiv in diesen Austausch einbringen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit dem Ministerium und unseren Kollegen aus Württemberg eine Lösung finden, die uns nach vorne bringt, mit der wir Marktanteile zurückgewinnen und damit einen Mehrwert für unsere Winzerinnen und Winzer im Land schaffen“, sagte der Präsident des Badischen Weinbauverbandes Rainer Zeller.

Treffen von Minister und Weinbauverbänden geplant

„Wir freuen uns über die Initiative des Ministeriums und über das klare Bekenntnis des Ministers zum Baden-Württembergischen Wein. Sehr gerne begleiten wir die anstehenden Strukturgespräche konstruktiv und zielorientiert“, sagte der Präsident des Weinbauverbands Württemberg e.V. Dietrich Rembold.

Nach der Weinlese werden sich der Minister und die Weinbauverbände zu intensiven Gesprächen zusammensetzten und bis Frühjahr 2026 ein gemeinsames Konzept erarbeiten. „Die Winzerinnen und Winzer erwarten, dass wir Lösungen finden. Wir müssen das Eisen schmieden, solange es heiß ist. Die Weine aus Baden und Württemberg sind hervorragend und das müssen wir gemeinsam nach außen tragen. Mit dem Weinanbau stärken wir nicht nur die heimische Weinwirtschaft, wir erhalten auch unsere herrliche Kulturlandschaft. Dafür treten wir gemeinsam ein“, so der Minister und die beiden Weinbaupräsidenten.

Weitere Meldungen

Gesundes Essen bei der Zubereitung.
Ernährung

Impulse für eine gelungene Seniorenverpflegung

Erster Wolf im Süden Sachsen-Anhalts entdeckt
Wolf

Erlegter Wolf war nicht mehr überlebensfähig

GAP 2026
Landwirtschaft

Internationaler Agrarkongress in Stuttgart

LWH 2026. Eingang Halle 1
Landwirtschaft

Positive Bilanz zum 102. Landwirtschaftlichen Hauptfest

ein Glas Mirabellen-Brand
Landwirtschaft

Start der Brennsaison 2026

Besucher laufen über das Landwirtschaftliche Hauptfest auf dem Cannstatter Wasen.
Landwirtschaft

Ehrungsabend auf dem 102. Landwirtschaftlichen Hauptfest

Streuobst
Streuobst

Streuobstpreis des Landes verliehen

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
Tierschutz

Schwer verletzter Wolf musste entnommen werden

Wahl der 78. Deutschen Weinkönigin
Weinbau

Gentges gratuliert Deutscher Weinprinzessin

Agrarministerkonferenz - Würzburg
Landwirtschaft

Herbst-Agrarministerkonferenz 2026 in Würzburg

Landwirtschaftliches Hauptfest
Landwirtschaft

Eröffnung des 102. Landwirtschaftlichen Hauptfestes

Isabel Kling
Verwaltung

Isabel Kling wird neue Regierungspräsidentin in Tübingen

Luftaufnahme des Bodensees mit niedrigem Wasserstand und freigelegtem Uferbereich neben bewaldetem Land
Klimaschutz

Folgen des Hitzesommers 2026 und entsprechende Maßnahmen

Biomusterregionen
Ernährung

Mehr regionale Bio-Produkte in Kantinen und Mensen

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
Landwirtschaft

Eduard-Lucas-Medaille für die Initiative Kulturland Hohenlohe