Frühkindliche Bildung

Qualifizierungsprogramm „Starke Leitung – starke Kita“ gestartet

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Erzieherin ließt drei Kleinkindern aus einem Buch vor (Bild: © dpa).

Im Zuge des Pakts für gute Bildung und Betreuung hat die Landesregierung ein Qualifizierungsprogramm für Leitungen von Kindertageseinrichtungen gestartet. Das Programm stärkt die Leitungskräfte in ihren pädagogischen Kernaufgaben.

Ziel des Pakts für gute Bildung und Betreuung ist, die Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung weiterzuentwickeln und zu verbessern. Baden-Württemberg hat sich dabei entschieden, auch die Bundesmittel aus dem Gute-Kita-Gesetz für qualitative Maßnahmen einzusetzen. Das Land bietet seit Januar 2021 daher nun Qualifizierungsmaßnahmen für Leitungskräfte von Kindertageseinrichtungen an. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt als Koordinierungsstelle im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport die Angebote um. Das Kursprogramm richtet sich an Kita-Leitungen und ist kostenfrei. Es besteht aus den Bausteinen Qualifizierung, Coaching und Netzwerktreffen.

Die Qualifizierungskurse in den drei Themenmodulen Konzeptions(weiter)entwicklung, Interaktions(weiter)entwicklung sowie Team(weiter)entwicklung umfassen 80 Unterrichtsstunden und werden von erfahrenen Fortbilderinnen und Fortbildern sowie beispielsweise Trägerverbänden, Fortbildungsakademien und Anbietern aus dem pädagogischen Hochschulbetrieb im Land durchgeführt. Dabei sind die Schwerpunkte je nach Bedarf der Leitungskräfte individuell gesetzt. Aufgrund der Corona-Pandemie werden die Kurse vorerst bis Mai 2021 online angeboten. Danach sollen sie – je nach Infektionsgeschehen – in Präsenzform an verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg stattfinden. Bis zu 1000 Kita-Leitungen können an insgesamt 50 Kursen teilnehmen. 

Coaching und Netzwerktreffen

Die Kita-Leitungen können zudem ein Coaching in Anspruch nehmen. Dieses orientiert sich an den Bedarfen der Leiterinnen und Leiter vor Ort und wird individuell für diese geplant. Bei einem Netzwerktreffen tauschen sich die Kita-Leitungen fachlich aus und erhalten weitere Impulse, abgestimmt auf praxisrelevante Themen. Die Erkenntnisse des Programms Starke Leitung – starke Kita wird die DKJS bündeln und allen Trägern und Kitaleitungen zur Verfügung stellen.

„Frühkindliche Bildung ist das Fundament für mehr Bildungsgerechtigkeit – und eine qualitativ hochwertige Förderung in der Kita ist eine wichtige Voraussetzung, damit Kinder von Beginn an einen guten Zugang zur Bildung haben. Hier setzen wir mit dem Qualifizierungsprogramm an, investieren in die Qualität der Kindertagesbetreuung und stärken dabei die Leitungskräfte in ihren pädagogischen Kernaufgaben“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und fügt an: „Die beeindruckenden Anmeldezahlen für das Programm verdeutlichten den Bedarf vor Ort. Sie zeigen aber auch, wie groß das Engagement und die individuelle Einsatzbereitschaft der Kita-Leitungen im Land sind. Das möchte ich ausdrücklich loben, zumal die Pandemie für sie ohnehin schon enorm belastend und herausfordernd ist.“ 

Unterstützung nach individuellem Bedarf

Gute Bildung fange laut Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, in der Kita an. Sie sagt: „Wir freuen uns, dass wir mit Starke Leitung – starke Kita die Leiterinnen und Leiter in ihrer vielschichtigen und herausfordernden Arbeit Unterstützung und Qualifizierung anbieten können, ganz nach ihrem Bedarf und nicht von der Stange. Vom Wissen und den Erfahrungen, die wir im Programm sammeln, werden anschließend auch viele andere profitieren.“

Frühkindliche Bildung ist eines der Schwerpunktfelder der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Die Stiftung ist unter anderem Initiatorin und Umsetzerin des Deutschen Kita-Preises, von Modellprogrammen zu Familien- und Willkommens-Kitas, des Netzwerkes Frühkindliche Kulturelle Bildung sowie dem Portal Forschendes Lernen

Gute-Kita-Gesetz

Die Weiterentwicklung der Qualität in Kitas und in der Kindertagespflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit dem Gute-Kita-Gesetz unterstützt der Bund die Länder bis 2022 mit insgesamt 5,5 Milliarden Euro bei Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung und zur Entlastung der Eltern bei den Gebühren. Bund, Länder, Kommunen, Verbände und Wissenschaft hatten gemeinsam erarbeitet, was für die Qualitätsentwicklung zentral ist und dafür zehn Handlungsfelder entworfen.

Bis zu 80 Millionen Euro jährlich vom Land

Der Pakt für gute Bildung und Betreuung des Landes verfolgt im Zusammenwirken mit dem Gute-Kita-Gesetz konsequent das Ziel, die Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung weiter zu verbessern. Schwerpunkte sind eine Ausbildungsoffensive für Fachkräfte, ein Konzept für eine verlässliche sprachliche und elementare Förderung, eine stärkere Unterstützung der Inklusion, die Weiterentwicklung der Kooperation Kindertageseinrichtung/Grundschule, eine finanzielle und qualitative Stärkung der Kindertagespflege sowie die Förderung von Leitungszeit in den Kitas. Die Landesmittel sind – im Gegensatz zu den Bundesmitteln aus dem Gute-Kita-Gesetz – keine einmaligen Projektmittel. Baden-Württemberg investiert seit 2019 bis 2024 insgesamt bis zu 80 Millionen Euro jährlich.

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt sich dafür ein, dass junge Menschen in unserem Land gut aufwachsen können und eine demokratische Kultur des Miteinanders erleben und erlernen. Mit ihren Programmen und Projekten stößt die DKJS gemeinsam mit Partnern aus Bildung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Veränderungsprozesse an: in Kindergärten und Schulen, beim Übergang in den Beruf, in der Familien- oder Jugendpolitik.

Deutsche Kinder- und Jugendstiftung: Landesprogramm Starke Leitung – starke Kita

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Frühkindliche Bildung

Pressemitteilung vom 16. September 2019: Vertrag zum „Gute-KiTa-Gesetz“ ist unterzeichnet

Pressemitteilung vom 16. Juli 2019: Qualitätsschub für frühkindliche Bildung

Pressemitteilung vom 18. Januar 2019: Land und Kommunen schließen ”Pakt für gute Bildung und Betreuung

Weitere Meldungen

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Visualisierung Campus St. Alban
Innovationspreis

Zehn Preise für kirchliche Wohnprojekte

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Forschung

4,2 Millionen Euro für Quantentechnologie-Demonstratoren

Justizministerin Marion Gentges (Vierte von links) mit dem Team des Projekts „DIE MUTMACHER“
Justiz

Begleithunde unterstützen in Strafprozessen

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 10. Februar 2026

Flur in einem Krankenhaus
Gesundheit

248 Millionen Euro für Investitionen an 20 Kliniken

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Land mit vielfältiger Bio-Qualität auf BIOFACH präsent

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Wirtschaftsministerin Dr, Nicole Hoffmeister-Kraut (Zweite von rechts) überreicht Adolf Klek (Mitte) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Adolf Klek mit Staufermedaille geehrt

von links nach rechts: Justizministerin Marion Gentges, Sabine Gwarys, Adam Michel (Vorstand AMSEL) und der Bürgermeister der Stadt Ettenheim, Bruno Metz
Justiz

Bundesverdienstkreuz für Sabine Gwarys

Auszubildende in einer Berufsschule (Foto: © dpa)
Ausbildung

Duale Ausbildungsvorbereitung erhöht Karrierechancen