Nahverkehr

Orkan Sabine: Bilanz für den Schienennahverkehr

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Zug fährt über eine Teststrecke. (Bild: dpa)

Die Beseitigung der Schäden nach dem Orkan Sabine läuft vor allem in Südbaden noch. Der Zugverkehr hat sich aber in weiten Teilen des Landes wieder normalisiert.

Der Stopp des Bahnverkehrs während des Sturmtiefs Sabine war die richtige Entscheidung – darüber sind sich das Landesverkehrsministerium und die verschiedenen Eisenbahnunternehmen einig. Denn der Sturm, der zeitweise Orkanstärke erreichte, hat auf den Bahntrassen in Baden-Württemberg zum Teil schwere Schäden an Gleisen und Oberleitungen hinterlassen.

„Darum war es richtig, auf Nummer Sicher zu gehen, vorsorglich den Nahverkehr von Sonntag auf Montag einzustellen und erst am Montagmittag wieder anlaufen zu lassen,“ sagte Verkehrsminister Winfried Hermann am Mittwoch in Stuttgart. Er hatte die Geschäftsführer und Verantwortlichen von DB-Regio, Go-Ahead, Abellio, SWEG, AVG und Westfrankenbahn am Vorabend zu einem Gespräch eingeladen, um eine erste Bilanz über die Auswirkungen des Sturmtiefs zu erhalten. Minister Hermann betonte: „Sicherheit geht vor, Menschen sind so zum Glück nicht verletzt worden. Durch die Entscheidung konnten deutlich schlimmere Schäden und liegengebliebene Fahrzeuge vermieden werden, die dann im Normalverkehr gefehlt hätten.“

Seit dem Wochenende stehen alle Eisenbahnunternehmen im engen Austausch mit der für die Infrastruktur zuständigen DB-Netz. Der baden-württembergische Chef von DB Regio, David Weltzien, sagte: „Die Zusammenarbeit hat hervorragend geklappt. Das Sturmtief Sabine hat den Bahnverkehr erheblich beeinträchtigt. Der Fernverkehr und die S-Bahn Stuttgart sind seit Dienstagmorgen mit dem planmäßigen Angebot unterwegs. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten sind größtenteils abgeschlossen. Aber im Süden des Landes gibt es im Regionalverkehr noch starke Beeinträchtigungen infolge der Schäden.“ Folgende Bahnstrecken seien noch nicht befahrbar und bleiben bis auf Weiteres gesperrt:

  • Die Schwarzwaldbahn zwischen Hornberg und Villingen.
  • Die Höllentalbahn zwischen Löffingen und Himmelreich.
  • Die Dreiseenbahn zwischen Titisee und Seebrugg.

Reparaturarbeiten mit Hochdruck

Auf den gesperrten Strecken arbeite die Deutsche Bahn die Reparaturarbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden. Ein Großteil der Störungen war auf umgestürzte Bäume und Beschädigungen in den Oberleitungen, beispielsweise durch umherfliegende Gegenstände wie Planen, zurückzuführen. Der Einsatz vieler zusätzlicher Teams führte zur schnellen Beseitigung der Schäden auf dem Großteil der Strecken. Auch die Feuerwehr und das THW waren im Einsatz. Weltzien sagte: „Die DB bedankt sich bei allen Fahrgästen für die Geduld und das Verständnis.“

Die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) hatte ihren Zugverkehr in Baden-Württemberg am Sonntagabend nach und nach eingestellt und von Montagvormittag an sukzessive wieder aufgenommen. Die Züge fuhren zunächst noch mit verminderter Geschwindigkeit. „Durch diese Vorsichtsmaßnahmen hatten wir zum Glück keine nennenswerten Schäden an unseren Fahrzeugen zu verzeichnen“, sagte Tobias Harms, Technischer Vorstand der SWEG.

Gordon Lemke, Technischer Geschäftsleiter Go-Ahead Baden-Württemberg, erklärte: „Go-Ahead hatte beim Sturmtief Sabine glücklicherweise weder Personenschäden noch Fahrzeugschäden zu verzeichnen. Unser Fahrpersonal war seit Montagfrüh in den Meldestellen im Bereitschaftsdienst, um bei Freigabe ihrer Strecke sofort den Dienst antreten zu können. Nach Begleitung der Erkundungsfahrten mit DB Netz konnten wir unser Personal und Fahrzeuge sehr schnell wieder auf die Schiene bringen. Wir freuen uns über die sehr gute Zusammenarbeit aller Eisenbahnverkehrsunternehmen mit DB Netz.“

Mittlerweile wieder Betrieb nach Fahrplan

Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH sagte: „Der Sturm ‚Sabine‘ ist in den vergangenen Tagen auch über das Netz Neckartal hinweggefegt und hat sich mit seinen extremen Witterungsbedingungen nachteilig auf den Zugverkehr ausgewirkt. Am Sonntag konnten wir den Betriebstag noch mit verminderter Geschwindigkeit zu Ende fahren, die Wiederaufnahme der Verkehre am Montagmorgen musste jedoch bis 10:00 Uhr ausgesetzt werden. Im Tagesverlauf sorgten dann Orkanböen immer wieder für Streckensperrungen und Schäden an der Infrastruktur, so dass es bis in die Nacht hinein zu betrieblichen Störungen kam. Auch am Dienstagvormittag gab es noch vereinzelte Behinderungen aufgrund der Wetterlage. Unser Betriebsmanagement hat diese Extremsituation zu jeder Zeit souverän beherrscht. Mittlerweile bedienen wir unsere Linien wieder nach Fahrplan.“

Bevor der Bahnverkehr nach und nach wieder aufgenommen werden konnte, wurden am Montag sogenannte Erkundungsfahrten zum Teil mit speziellen Fahrzeugen und Triebwagen auf den Gleisen durchgeführt und erste Schäden behoben. So stellte sich etwa bei der AVG heraus, dass sämtliche Linien betroffen waren „Es hat die ganz reale Gefahr bestanden, parallel in mehrere Kollisionen ‚hineinzufahren‘. Wir haben uns für die weitgehende Einstellung des Betriebs entschieden, um deutlich umfangreichere Schäden, Fahrzeugausfälle, Verletzungen von Reisenden und Betriebspersonal sowie aufwändige Evakuierungen zu vermeiden“, kommentiert Kai Kampermann, Qualitätsmanager der Albtalverkehrsgesellschaft (AVG).

Weitere Meldungen

ELR
Ländlicher Raum

Entwicklungsprogramm Länd­licher Raum 2027 ausgeschrieben

Neu gebaute Häuser stehen hinter einer noch unbebauten Fläche eines Neubaugebiets.
Bauen

Fristen für Förderaufrufe verlängert

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
Flurneuordnung

Bescheidübergaben in drei Flurneuordnungsverfahren

Hunde im Tierheim. (Bild: Norbert Försterling / dpa)
Tierschutz

Land fördert Tierheim Dreherhof im Ostalbkreis

Ministerin für den Ländlichen Raum, Marion Gentges MdL
Verwaltung

Amtsübergabe im Ministerium Ländlicher Raum

Broschüre Kulturdenkmale und Photovoltaikanlagen
Denkmalpflege

Neue Broschüre zu Photovoltaik auf Kulturdenkmalen

Ein fahrendes schwarzes Auto mit gelber Aufschrift "Deine Mutter fährt nicht betrunken" und Team Vision Zero.
Verkehrssicherheit

Mehr Unfälle rund um die Feiertage

Holzbau
Forst

Fünfter Fachkongress Holzbau

Biosphärengebiet Schwäbische Alb - Blick von Teck
Naturschutz

Erfolgsmodell Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Süddeutscher Biogasgipfel in Ulm

Ein Motorradfahrer fährt auf einer Landstraße. (Bild: dpa)
Verkehrssicherheit

Start der Motorradsaison 2026

Ein Fahrradfahrer fährt auf einem Radweg, der an einer Straße entlang läuft.
Rad- und Fußverkehr

Kommunen planen mehr Rad- und Fußwege

Eine Autofahrerin fährt durch einen Autobahntunnel.
Straßenverkehr

Mehr Sicherheit und moderne Technik auf der B 463

Ein Motorradfahrer fährt auf einer Landstraße. (Bild: dpa)
Verkehrssicherheit

Bundesweiter Aktionstag „sicher.mobil.leben“

Zahlreiche Menschen sind auf einem Radweg bei Sonnenschein auf ihren Fahrrädern und E-Roller unterwegs.
Radverkehr

STADTRADELN 2026 startet