Tag gegen den Lärm

Mehr Tempo 30 für besseren Lärmschutz

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Verkehrsschild mit Tempo 30 und darunter dem Hinweis: „22 bis 6 h Lärmschutz“

Für einen besseren Schutz vor Straßenverkehrslärm fordert das Land mehr Tempo 30 in Städten. Die Hürden für die Anordnung sind jedoch sehr hoch. Das Verkehrsministerium, die Stadt Eislingen/Fils und der Bund für Umwelt und Naturschutz rufen den Bund dazu auf, zügig rechtliche Erleichterungen dafür zu schaffen.

Geschwindigkeitsbegrenzungen wie Tempo 30 sind eine effektive Möglichkeit, die Lärmbelastung und die Anzahl der Lärmspitzen zu verringern. Allerdings sind die Hürden für deren Anordnung aus Lärmschutzgründen sehr hoch. Staatssekretärin Elke Zimmer hat am internationalen „Tag gegen den Lärm“ am 27. April 2022 Eislingen/Fils besucht und mit Oberbürgermeister Klaus Heininger und dem Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Baden-Württemberg Martin Bachhofer die auf Basis eines  Lärmaktionsplans vorgenommenen umfangreichen Lärmsanierungen wie Flüsterasphalt und Tempolimit in der Stuttgarter Straße besichtigt.

Staatssekretärin Elke Zimmer erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung an den Bund, Erleichterungen bei der Anordnung von Tempo 30 innerorts auf den Weg zu bringen. „Wir brauchen im Interesse der lärmgeplagten Anwohnerinnen und Anwohner endlich eine Änderung der Rechtslage, um Tempo 30 in Städten leichter und auch flächendeckend anordnen zu können. Der Schutz vor Straßenverkehrslärm ist Gesundheitsschutz und eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Auch an verkehrsstarken Straßen haben die Anwohnerinnen und Anwohner Anspruch auf eine gute Lebens- und Wohnqualität. Die Kommunen brauchen mehr Spielräume, um ihre Bürgerinnen und Bürger effektiv vor Lärm schützen zu können”, sagte Elke Zimmer.

Lärmschutz profitiert von Verkehrswende

Zur Minderung des Straßenverkehrslärms tragen vor allem verkehrsrechtliche Maßnahmen wie Tempo 30 und lärmmindernde Straßenbeläge bei. Der Lärmschutz profitiert zudem von der Verkehrswende und den Aktivitäten des Landes hin zu einer nachhaltigen und leisen Mobilität.

Die Stadt Eislingen engagiert sich seit vielen Jahren für einen besseren Schutz gegen den Lärm. Seit dem Modellprojekt des Verkehrsministeriums „Leise(r) ist das Ziel!", an dem Eislingen zusammen mit den Gemeinden Salach und Süßen in den Jahren 2013 bis 2015 teilgenommen hatte, konnten zahlreiche Maßnahmen wie der Rückbau von Straßen, neue Radwege, lärmarme Straßenbeläge und Tempo 30 umgesetzt werden. „Ich bin froh, dass wir die Belastung durch Straßenverkehrslärm an vielen Stellen verringern konnten. Das hat aber viel Zeit und Mühen gekostet. Und doch ist es an vielen Stellen noch deutlich zu laut!”, zog Oberbürgermeister Heininger Bilanz. „Als Stadt haben wir ein Konzept für flächendeckend Tempo 30 in Eislingen beschlossen. Solange der Bund aber nicht handelt, wird es nur auf Papier existieren. Das hilft den lärmgeplagten Menschen nicht weiter”.

Martin Bachhofer, Landesgeschäftsführer vom BUND in Baden-Württemberg ergänzte: „Das beste Mittel gegen den gesundheitsschädlichen Lärm sind weniger Autos auf den Straßen und ein langsamerer Verkehr. Niedrigere Höchstgeschwindigkeiten sind zudem ein zentrales Element einer Stadtverkehrspolitik, die umweltfreundliche Verkehrsmittel stärken und damit auch die klimaschädlichen Auswirkungen des Autoverkehrs verringern will. Somit können Lärm- und Schadstoffbelastungen für die dort lebenden Menschen sowie die Unfallgefahren verringert werden. Öffentliche Räume gewinnen an Lebensqualität – eine wichtige Voraussetzung für die so dringend notwendige Mobilitätswende.”

Weitere Meldungen

Traktor auf einem Feld
Ökolandbau

Land fördert überregionale Koope­rationen der Bio-Musterregionen

Das Thermostat einer Heizung.
Energie

Energieberatung für einkommens­schwache Haushalte verlängert

Ein Biber, fotografiert an einem Fluss (Quelle: dpa).
Artenschutz

Biberverordnung hilft bei Konfliktfällen

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Grand Est und Land mobilisieren für Zukunft der Bioökonomie

Illustration eines Zuges. Dieser fährt an einem Schild mit der Aufschrift "Digitaler Knoten Stuttgart" vorbei.
Digitaler Knoten Stuttgart

Digitale Ausrüstung von Schienenfahrzeugen gefördert

Ein Wanderer betrachtet bei Bad Urach den Uracher Wasserfall. (Bild: dpa)
Geodaten

Neue App „BW mobil“ auf der CMT vorgestellt

Ein Wanderer geht beim Naturschutzzentrum Kaltenbronn im Schwarzwald einen Weg entlang. (Bild: © Uli Deck / dpa)
Forst

Appell zur Stärkung des Waldumbaus

Seitenansicht eines Doppelstockzuges
Schienenverkehr

Weitere 26 Doppelstockzüge für Baden-Württemberg

Ein Passagierzug des Typs Lint 54 fährt auf einer Schiene.
Schienenverkehr

Verbesserungen für Fahrgäste dringend notwendig

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Baurecht

Bauen mit Holz wird erleichtert

Freiflächen-Photovoltaik-Anlage im Solarpark Kuchen
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Boom setzt sich auch 2025 fort

bwshuttle
Öffentlicher Nahverkehr

Land fördert fünf neue bwshuttle-Angebote

Icon eines Fahrrads. Darüber der Text "Mein Bike, mein Weg, mein Vorteil mit JobBike BW.
Radverkehr

Fünf Jahre JobBike BW für Landesbedienstete

Ein Bus unterwegs auf einer Landstraße.
Nahverkehr

In 2026: bwregiobus-Netz wächst auf 52 Linien an

Ein Silvesterböller wird mit einem Feuerzeug gezündet. (Foto: © dpa)
Silvester

Mit kleinem Feuerwerk sicher ins neue Jahr