Wirtschaft

Land übernimmt Vorsitz der Wirtschaftsminister­konferenz

Baden-Württemberg übernimmt zum 1. Januar 2025 für insgesamt zwei Jahre den Vorsitz der Wirtschaftsministerkonferenz. Als Schwerpunkthema hat das Land „Mut zum Unternehmertum“ vorgeschlagen.

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Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut wird zum 1. Januar 2025 den Vorsitz der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) übernehmen. Der Vorsitz wird Baden-Württemberg turnusmäßig für insgesamt zwei Jahre bis Ende 2026 übertragen. Hoffmeister-Kraut folgt auf den bayrischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Damit vertritt Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut künftig auch die wirtschaftspolitischen Interessen der Länder gegenüber der Bundesregierung.

Unternehmertum als Schwerpunktthema

Dem Vorsitzland obliegt es, jährlich ein Schwerpunktthema für die Wirtschaftsministerkonferenz festzulegen. Baden-Württemberg hat für das Jahr 2025 das Schwerpunkthema „Mut zum Unternehmertum – Innovation und neue Wertschöpfung durch Start-ups und Unternehmensnachfolge“ vorgeschlagen.

Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut begründet die Auswahl des Schwerpunktthemas: „Wir wollen wieder mehr Lust auf Unternehmertum machen. Dazu gehört, dass wir schon in der Schule und Ausbildung damit beginnen, die Selbstständigkeit beziehungsweise Unternehmensgründung als Perspektive für junge Menschen aufzeigen. Wir wollen im Kreis der WMK Vorschläge erarbeiten, wie wir die Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer verbessern können. Das beginnt bei Fragen der Finanzierung bis hin zu arbeitsrechtlichen Hürden, die Gründerinnen und Gründer hemmen. Hier gilt es etwa, den bürokratischen Aufwand für junge Start-ups zu vereinfachen – sowohl für die Gründerinnen und Gründer selbst, als auch bei der Gewinnung von notwendigen Fachkräften“.

Eine weitere Notwendigkeit sieht die Wirtschaftsministerin darin, Unternehmensnachfolgen besser zu begleiten und zu unterstützen. „Der demographische Wandel stellt uns auch hier vor große Herausforderungen. Genauso müssen wir auch hier bürokratische Hemmnisse abbauen.“

Auch der Frage, wie Start-ups an Kapital kommen können, will sich die WMK im Rahmen des Schwerpunktthemas widmen: „Wir müssen junge Unternehmerinnen und Unternehmer weiter finanziell fördern und den Zugang zu privatem Kapital vereinfachen. Nicht nur öffentliches Geld, sondern gerade privates Kapital können ein maßgeblicher Grundstein für die ökonomische Entwicklung von Start-ups sein“, ist Hoffmeister-Kraut überzeugt.

Den Vorsitz der WMK möchte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin auch dazu nutzen, um der zukünftigen Bundesregierung zu zeigen, was die wichtigen Aspekte aus Sicht der Länder sind. „Es ist wichtig, dass wir in diesen Zeiten als Länder geschlossen gegenüber dem Bund auftreten und unsere Interessen aktiv vertreten“, so die Ministerin.

Wirtschaftsministerkonferenz im Juni in der MHP Arena

Die Wirtschaftsminister der Länder treffen sich ein Mal im Jahr. Vor und nach der Konferenz tagen die jeweiligen Amtschefs der Häuser und bereiten die Sitzungen im Rahmen von Amtschefkonferenzen (ACK) vor und nach.

Die WMK 2025 wird am 4. und 5. Juni 2025 in den Konferenzräumen der MHP Arena in Stuttgart stattfinden.

Wirtschaftsministerkonferenz

Die Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) ist eine von mehreren Fachministerkonferenzen in Deutschland. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz sind die Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsminister sowie die Wirtschaftssenatorinnen und Wirtschaftssenatoren der 16 Bundesländer. Der Fachminister beziehungsweise die Fachministerin des Bundes nimmt als Gast teil.

Bei der Wirtschaftsministerkonferenz werden wirtschaftspolitische Themen behandelt, die zwischen den Ländern untereinander und/oder zwischen den Ländern und dem Bund aktuell sind. Dabei tauschen die Länder untereinander Informationen und Erfahrungen aus. Außerdem koordinieren sie gemeinsames Handeln auf Länderebene oder treten gegenüber dem Bund mit Beschlüssen auf. Die WMK befasst sich nicht nur mit wirtschaftspolitischen Fragen, sondern auch mit Fragen aus anderen Zuständigkeitsbereichen, wenn ein wirtschaftspolitischer Bezug besteht.

Ziel des Schwerpunktthemas 2025 ist es, die Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer zu verbessern. Dazu werden im Rahmen des WMK-Vorsitzes entsprechende Themen in der WMK durch das Vorsitzland platziert und zur Diskussion beziehungsweise Beschlussfassung gestellt.

Zur Strukturierung der Themen wurde ein sogenannter Ankerbeschluss ausgearbeitet. Er dient als Agenda zur Abarbeitung des Schwerpunktthemas im Jahr 2025.

Auf Basis des Ankerbeschlusses werden folgende Punkte bei der Wirtschaftsministerkonferenz 2025 behandelt:

  • Female Foundership/Entrepreneurship

  • Unternehmertum in Berufsorientierung und (Aus-)Bildung

  • Bürokratieabbau für Start-ups und Unternehmensnachfolge

  • Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge

  • Arbeitsrechtliche Erleichterungen für Start-ups

  • Zugang zu Kapitalmärkten für Start-ups

  • Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten für Start-ups

  • Cybersicherheit für Start-ups und KMU

  • Metaversum und seine Möglichkeiten

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