Ukraine-Krieg

Land fördert 16 mobile Beratungsteams für Flüchtende aus der Ukraine

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Geflüchtete Frauen und Kinder werden an einem Grenzübergang von einer freiwilligen Helferin begleitet.

Aus der Ukraine fliehende Frauen und Mädchen sind besonders gefährdet, Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung zu werden. Um sie vor dieser Gefahr zu schützen, fördert das Land 16 mobile Fachberatungsstellen.

Die Landesregierung fördert 16 mobile Fachberatungsstellen in Baden-Württemberg, die auf den Schutz von geflüchteten Frauen und Mädchen aus der Ukraine zugeschnittene Angebote machen. Denn diese sind besonders gefährdet, Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung zu werden.

„Gewalt gegen Frauen und Kinder müssen wir zu jeder Zeit und überall entgegentreten. Es verdient große Anerkennung, in welch kurzer Zeit die Träger mit neuen Konzepten auf die Herausforderung reagieren. Die neuen Projekte bieten zusätzliche Anlaufstellen und erweitern das bisherige Angebot, damit der Zugang zu Beratung und Unterstützung auch in dieser schweren Zeit des Krieges für die besonders bedrohten Frauen und Kinder gewährleistet werden kann“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Dr. Ute Leidig, bei der Bekanntgabe der geförderten Beratungsstellen in Stuttgart.

„Mit dem innovativen Ansatz von mobilen Teams konnten wir bereits in der Corona-Pandemie ein sehr niedrigschwelliges und weitreichendes Angebot gegen Gewalt und zum Schutz von Frauen und Kindern schaffen. Auch mit dieser Förderung haben wir Anträge mit sehr innovativen, bedürfnisorientierten und niedrigschwelligen Ansätzen erhalten, in denen geflüchtete Frauen und ihre Kinder direkt vor Ort Beratung und Hilfe auch in ihrer Landessprache erhalten“, betonte die Staatssekretärin.

Angebote von Trägern aus allen Landesteilen

Insgesamt 16 Träger aus allen Landesteilen Baden-Württembergs sind dem Förderaufruf gefolgt und bieten damit in den Bereichen der sexualisierten und häuslichen Gewalt aber auch zum Thema Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Prostitution ihre fachliche Unterstützung an:

  • Mannheimer Frauenhaus e. V., Mannheim
  • Frauen helfen Frauen e. V., Tübingen
  • Frauennotruf gegen sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen e. V., Heidelberg
  • Wirbelwind e. V., Reutlingen
  • Feuervogel Rastatt e. V.
  • Arkade e. V., Ravensburg
  • Caritasverband Sigmaringen
  • Frauenberatungsstelle Lörrach
  • Diakonisches Werk Heidelberg
  • Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Freiburg, Fachberatungsstelle PINK, Freiburg
  • Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Freiburg, Fachberatungsstelle FreiJa, Freiburg
  • Caritasverband Mannheim e. V., Mannheim, Clearing- und Interventionsstelle Frauenhaus Heckartstift, Mannheim
  • Diakonisches Werk Heilbronn, Mitternachtsmission, Heilbronn
  • Frauen helfen Frauen e. V., Schwäbisch Gmünd
  • AIDS-Hilfe Pforzheim e. V., Fachberatungsstelle Aspasia, Pforzheim
  • Fraueninformationszentrum – FIZ, Stuttgart

Die Projekte bieten eine direkte aufsuchende Beratung der ankommenden Frauen sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung für die Themen, insbesondere an Bahnhöfen oder Erstaufnahmestellen. So werden zum Beispiel wöchentliche Treffen mit Stabilisierungsangeboten für traumatisierte, gewaltbetroffene Frauen in Sammelunterkünften oder auch Gruppenangebote für die Selbstbestärkung der Frauen veranstaltet. Viele Angebote beziehen auch die Kinder der Frauen mit einem separaten Kinderbetreuungsprogramm oder kunsttherapeutischen Angebot mit ein. Zudem werden intensive Schulungen und die Sensibilisierung von haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Geflüchtetenhilfe zu den Themen sexualisierte und häusliche Gewalt sowie Prostitution und Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung angeboten. Zusätzlich wird die Begleitung, konzeptionelle Unterstützung und Vernetzung der mobilen Teams durch eine Koordinierungsstelle sichergestellt.

Das Land stellt für die mobilen Teams insgesamt rund 217.000 Euro zur Verfügung. Die Projekte starten zum 1. Mai beziehungsweise 15. Mai 2022 und sind vorerst bis zum 31. Oktober 2022 befristet.

Frauenhilfe- und Unterstützungssystem seit längerem gefördert

Um den Schutz von gewaltbedrohten und -betroffenen Frauen zu verbessern, fördert das Land bereits seit längerem das Frauenhilfe- und Unterstützungssystem in Baden-Württemberg – auch, weil der Bedarf hierfür steigt. So wurden die Gelder im Haushalt des Landes im Bereich Gewalt gegen Frauen seit 2017 mehr als versechsfacht.

Baden-Württemberg verfügt daher über ein breites Netz von 43 Frauen- und Kinderschutzhäusern sowie 164 Fachberatungsstellen zur häuslichen oder sexuellen Gewalt beziehungsweise gegen Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und für Menschen in der Prostitution. Auf der Website des Sozialministeriums finden Sie eine Übersicht aller Anlaufstellen (PDF). Anfragen zu Schutzplätzen können Betroffene direkt an die regional verteilten und anonymen Frauen- und Kinderschutzhäuser richten.

Hilfetelefon für Frauen rund um die Uhr erreichbar

Auch das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist unter der Rufnummer 08000 116 016 rund um die Uhr und in 17 Sprachen erreichbar, um Betroffene anonym und kostenlos zu beraten. Auch die Beratung in Gebärdensprache ist problemlos möglich. Die Beratung läuft über Telefon, E-Mail oder Chat. Die Mitarbeitenden des Hilfetelefons verfügen über eine Übersicht aller Frauen- und Kinderschutzhäuser sowie Beratungsstellen in Baden-Württemberg und unterstützen bei der Suche nach einem passenden Angebot. An das Hilfetelefon können sich sowohl Betroffene als auch Fachleute oder Personen wenden, die nicht unmittelbar selbst betroffen sind, aber Unterstützung oder Hilfe zum Thema benötigen.

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration: Hilfs- und Schutzangebote für von Gewalt betroffene Frauen

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration: Übersicht aller Anlaufstellen (PDF)

Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben: Wir helfen Ihnen – schnell, sicher und so, wie Sie es wollen

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