Forst

Internationaler Tag des Baumes 2019

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Bärlauch in einem Wald (Bild: © ForstBW)

Forstminister Peter Hauk hat anlässlich des Internationalen Tag des Baumes am 25. April über die Bedrohung des Waldes durch die rasanten Veränderungen des Klimawandels berichtet. Bäume befinden sich aufgrund der aktuellen Witterung in besonderem Stress.

„Wälder haben es besonders schwer, sich an die rasanten Veränderungen des Klimawandels anzupassen und befinden sich derzeit aufgrund der aktuellen Witterung in besonderem Stress. Denn Bäume können vor dem Klimawandel nicht weglaufen – sie sind ortsfest und können bei Veränderungen der Umweltbedingungen nicht fliehen oder ausweichen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich des Internationalen Tag des Baumes.

Die Bäume müssen sich an die neuen Bedingungen anpassen, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen. Dafür benötige der Wald normalerweise viele Wald-Generationen. Der Klimawandel komme jedoch in so hoher Geschwindigkeit, weshalb es jemanden brauche, der sich um den Erhalt der Wälder kümmere. „Die Försterinnen und Förster unterstützen den Wald und die Waldbesitzer bei der Anpassung an den Klimawandel und arbeiten bereits seit Jahrzehnten daran, den Wald klimastabiler zu machen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Sie forschen und pflanzen klimaresistentere Baumarten nach und achten besonders darauf, dass die neuen Bäume auf den für sie geeigneten Standorten wachsen und die nötige Pflege bekommen“, sagt Hauk. Dabei werde besonders auf Baumartenvielfalt und Naturnähe geachtet. Je größer die Zahl der Baumarten in einem Wald ist, desto größer ist die Chance für den Wald, dass er sich an die Klimaveränderungen anpassen kann. Mit dem sogenannten Waldumbau stellen sich die Forstleute einer Jahrhundertaufgabe, die noch viele zukünftige Förster- und Waldarbeitergenerationen beschäftigen werde.

Wald in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg ist bundesweit eines der waldreichsten Länder. Es ist auf einer Fläche von rund 1,4 Millionen Hektar und zu 39 Prozent von Wald bedeckt.

In baden-württembergischen Wäldern stehen knapp 20 Milliarden Bäume, die größer sind als 20 Zentimeter. Davon sind rund 830 Millionen Bäume in 1,3 Metern Höhe stärker als 7 Zentimeter. Auf jeden Einwohner im Land entfallen davon 78 Bäume, wobei die Spanne in den Kreisen von 3 Bäumen im Stadtkreis Mannheim bis zu 251 Bäumen im Landkreis Freudenstadt reicht.

Fichte, Buche, Tanne, Kiefer und Eiche nehmen über drei Viertel der Waldfläche ein und prägen das Waldbild des Landes. Nennenswerte, wenn auch kleinere Anteile haben Esche, Bergahorn, Douglasie, Lärche, Hainbuche, Birke und Erle. Seit 1987 nimmt der Anteil der Laubbäume kontinuierlich zu, im Gesamtwald von 36,1 Prozent auf heute 46,8 Prozent. Über 71 Prozent der Bestände sind sehr gut gemischt, nur noch rund 13 Prozent gelten als Reinbestände. Der Anteil der sehr naturnahen und naturnahen Bestockungen liegt bei über 50Prozent und hat sich in den vergangenen Jahren ständig erhöht.

Internationaler Tag des Baumes

Die Idee für den Tag des Baumes stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie geht auf den Farmer und Journalisten, Julius Sterling Morton, zurück. Er gehörte zu den ersten Siedler Nebraskas (USA). In der dortigen Landschaft gab es nur wenige Bäume. Sterling Morton begann zunächst erfolgreich sein Grundstück zu bepflanzen. Im Jahre 1872 schlug er vor den ‚Arbor Day‘ einzuführen, einen Feiertag zum Bäume pflanzen. Gleich beim ersten Mal wurden mehr als eine Million Bäume in Nebraska gepflanzt und nach und nach verbreitete sich die Idee.

Am 27. November 1951 beschlossen die Vereinten Nationen den Tag des Baumes. Er soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten. Der deutsche ‚Tag des Baumes‘ wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn.

In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg waren die Deutschen Wälder in Folge von Reparationshieben übernutzt. So wurde in den ersten Nachkriegsjahren zwischen 9- bis 15-mal mehr Holz eingeschlagen, als nachwachsen konnte. Hinzu kam, dass die Kohleförderung nicht ausreichend war um die Haushalte zu versorgen und deshalb verstärkt Brennholz eingeschlagen wurde. Der Tag des Baumes 1952 diente der Rückbesinnung auf die Nachhaltigkeit – einem Prinzip, das seit 300 Jahren das Handeln der Forstwirtschaft geprägt hatte.

ForstBW

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