Digitalisierung

Hoffmeister-Kraut zum „EU Chips Act“

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Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Bild: © Martin Stollberg)

Aus Sicht von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut sind die Pläne der Europäischen Kommission zur Steigerung des EU-Anteils auf dem weltweiten Markt für Chips gut und richtig, sie gingen allerdings nicht weit genug. Es brauche höhere Produktionskapazitäten im gesamten Spektrum der Halbleiterprodukte.

Zu dem am 8. Februar 2022 veröffentlichten Entwurf des „EU Chips Act“ sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut: „Die derzeitigen Lieferengpässe sind für viele Unternehmen ein großes Problem. Die doppelte Transformation unserer Industrie kann nur gelingen, wenn die Wertschöpfungsketten funktionieren. Sowohl für die Digitalisierung wie auch für mehr Nachhaltigkeit sind intelligente Chips und innovative Leistungselektronik essentiell“, betonte die Ministerin. „Europa muss seine Abhängigkeiten hier verringern, anderenfalls steht die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes auf dem Spiel – gerade in den baden-württembergischen Leitbranchen. Dafür braucht es europäisches Engagement und ein koordiniertes Vorgehen“, so Hoffmeister-Kraut.

„Es ist gut und richtig, dass die Europäische Kommission mit dem ‚EU Chips Act‘ nun die Grundlage dafür schaffen will, den EU-Anteil auf dem weltweiten Markt für Chips zu steigern.“ Es sei auch richtig, dass die Ziele für den Aufbau der dafür notwendigen Produktionskapazitäten in Europa ambitioniert gesetzt wurden.

Fokus soll nicht nur auf Chips mit kleinsten Strukturgrößen liegen

Die Pläne gingen allerdings noch nicht weit genug, um die doppelten Transformationsanstrengungen der Wirtschaft zum Erfolg zu führen. „Dafür brauchen wir höhere europäische Produktionskapazitäten im gesamten Spektrum der benötigten Halbleiterprodukte. Wir dürfen uns hier nicht nur auf Höchstleistungschips mit kleinsten Strukturgrößen fokussieren“, so die Ministerin.

Eine zentrale Bedeutung habe in diesem Zusammenhang das strategische Important Project of Common European Interest (IPCEI)-Förderprogramm „Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien“. „Das Programm ist zentral, um Lieferketten von Schlüsselprodukten für den Automobilbau, den Maschinenbau oder die Medizintechnik ebenso wie Komponenten für 5G- und 6G-Kommunikationssysteme abzusichern. Das Land Baden-Württemberg wird sich im Rahmen von IPCEI an der Kofinanzierung der Projekte heimischer Unternehmen beteiligen. Um in der aktuellen, für viele Unternehmen bedrohlichen Situation noch eine Wirkung entfalten zu können, ist die schnelle Bearbeitung der Anträge im Rahmen des IPCEI-Programms eine entscheidende Voraussetzung.“

Die Notwendigkeit, in diesem Feld schnell zu Ergebnissen zu kommen, hatte Hoffmeister-Kraut auch beim Wirtschaftsgipfel Baden-Württemberg – Europäische Union 2022 am 31. Januar mit dem zuständigen EU-Kommissar Thierry Breton und hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der baden-württembergischen Wirtschaft thematisiert.

Europäische Kommission: European Chips Act – Communication, Regulation, Joint Undertaking and Recommendation (englisch)

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