Landwirtschaft

Hauk besucht Bauerntag auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest

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Joachim Rukwied (l.), Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg, erreicht zusammen mit seiner Frau Katrin (3.v.l.), Landwirtschaftsminister Peter Hauk (2.v.l.), und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (r.), auf einer Kutsche den Bauerntag des Landwirtschaftlichen Hauptfests auf dem Cannstatter Wasen. (Bild: © dpa)

Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat den Bauerntag des Landesbauernverbands auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest besucht. Dort erinnerte er daran, dass der Anfang des 19. Jahrhunderts geprägt war von Kriegen, Unwettern und Missernten und rief zu einer höheren Wertschätzung der Landwirtschaft auf.

„Wenn man heute über das Cannstatter Volksfest schlendert, den Duft von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln in der Nase, vorbei an riesigen Zelten, aus denen laute Musik und fröhliche Menschen zu hören sind, dazu leuchtende Kinderaugen vor Schaustellerbuden, dann kann man sich gar nicht vorstellen, wie grauenhaft die Lage vor 200 Jahren hier im Land gewesen ist. Das Landwirtschaftliche Hauptfest ist aus bitterster Not heraus entstanden“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk in Stuttgart-Bad Cannstatt anlässlich des Bauerntags des Landesbauernverbandes (LBV) auf dem 100. Landwirtschaftlichen Hauptfest.

19. Jahrhundert war geprägt von Kriegen, Unwettern und Missernten

Der Minister erinnerte daran, dass der Anfang des 19. Jahrhunderts geprägt war von Kriegen, Unwettern und Missernten. Zu allem Übel litt die Bevölkerung an einer der größten Naturkatastrophen, die die Menschheit jemals erlebt hat – dem Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora. Als 1817 – nach Jahren der Missernten – der erste prall gefüllte Getreidewagen in Stuttgart einfuhr, wurde er deshalb wie eine Erlösung gefeiert. „Wer sich die Geschichte des Hauptfestes über die letzten 200 Jahre vor Augen führt, der wird mit anderen Augen über den Wasen gehen. Er wird die Leistungen unserer Landwirtschaft mehr schätzen, als das heute oft der Fall ist“, sagte der Minister.

In den vergangenen zwei Jahrhunderten konnte die heimische Landwirtschaft ihre Produktivität gewaltig steigern. Heute ‚wachsen‘ auf einem Hektar Weizen etwa 9.600 Mischbrote zu je einem Kilogramm. Vor 100 Jahren waren es dagegen nur rund 2.300 Brote. Ein Landwirt ernährt heute 155 Personen, während er um 1900 lediglich vier Person ernähren konnte.

Dürrejahr 2018 zeigt, dass hohe Erträge kein Selbstverständlichkeit sind

„Moderne Maschinen und Ställe, Pflanzenschutz, Düngung sowie Zuchtfortschritte bei Pflanzen und Tieren haben dazu geführt, dass die Landwirte heute wesentlich stabilere und höhere Erträge erzielen als früher. Mit der Digitalisierung wird die landwirtschaftliche Produktion zukünftig noch nachhaltiger gelingen. Das Dürrejahr 2018 zeigt uns aber auch, dass hohe Erträge kein Selbstverständlichkeit sind“, sagte der Minister.

Der Produktivitätsfortschritt in der Landwirtschaft ist gewaltig, aber er hat auch eine Schattenseite. Während die Menschen vor 100 Jahren noch 50 Prozent ihrer Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel ausgegeben haben, sind es heute nur noch 10 Prozent, die bei den Erzeugern und beim Handel ankommen.

Verbraucherinnen und Verbraucher können entscheidenden Beitrag leisten

„Nur noch jeder siebte Euro wird heute für Nahrungsmittel ausgegeben und das, obwohl Qualität und Verarbeitung so gut sind wie nie zuvor. Kein Wunder, dass es für viele Betriebe schwer ist, sich unter diesen Bedingungen am Markt zu behaupten. Wir müssen deshalb den Verbrauchern ganz deutlich sagen: Hohe Lebensmittelqualität, mehr Tierwohl, mehr Biodiversität auf der einen Seite und billige Preise auf der anderen Seite – das geht nicht zusammen“, sagte Hauk.

Landwirte brauchen ein ausreichendes Einkommen, um ihre Existenz zu sichern und die Aufgaben zu erfüllen, die die Gesellschaft von ihnen erwartet. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Auch das Land Baden-Württemberg leistet seinen Beitrag, indem es den heimischen Betrieben eine maßgeschneiderte und standortgerechte Förderung anbietet.

Weitere Informationen

1818 wurde als Folge von Naturkatastrophen und Hungersnöten mit der „Bekanntmachung eines jährlich am 8. September zu Kannstadt abzuhaltenden Landwirthschaftlichen Festes“ der Grundstein für das heutige Landwirtschaftliche Hauptfest gelegt, bestehend aus Viehmarkt, Viehprämierungen und Pferderennen. König Wilhelm I erkannte damals die Bedeutung des Bauernstandes und förderte die heimische Landwirtschaft. Im gleichen Jahr 1818 gründete er deshalb auch ein landwirtschaftliches Institut als Versuchs- und Unterrichtsanstalt. Es war die Geburtsstunde der Universität Hohenheim, die in diesem Jahr ebenfalls ihr 200. Jubiläumsjahr feiert.

Das Landwirtschaftliche Hauptfest ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern alle vier Jahre einen Einblick in die moderne heimische Landwirtschaft und zeigt, welch große Bedeutung die Landwirtschaft auch heute für unsere moderne Gesellschaft hat.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg: Hier wächst Zukunft!

100. Landwirtschaftliches Hauptfest

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