Ländlicher Raum

HÄPPI-Konzept verbessert hausärztliche Versorgung im Ländlichen Raum

Staatssekretärin Sabine Kurtz hat eine HÄPPI-Pilotpraxis in Schwäbisch Hall besucht. Mit dem HÄPPI-Konzept werden vorhandene Kapazitäten optimal genutzt und eine zukunftsfähige medizinische Versorgung im Ländlichen Raum sichergestellt.

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Ein Hausarzt misst den Blutdruck einer Patientin (Bild: © dpa).
Symbolbild

„Im Ländlichen Raum müssen die Menschen oftmals lange Wege auf sich nehmen, um zur nächsten Hausarztpraxis zu gelangen. Vor diesem Hintergrund sind innovative Konzepte gefragt, die eine optimale Nutzung und Weiterentwicklung der vorhandenen Ressourcen in der hausärztlichen Versorgung ermöglichen. Das HÄPPI-Konzept – ‚Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung interprofessionell‘ – stellt genau einen solchen innovativen Ansatz dar. Dabei erhalten Hausärztinnen und Hausärzte mehr freie Kapazitäten, um der steigenden Zahl chronisch und mehrfach Erkrankter besser gerecht zu werden und sich verstärkt auf besonders komplexe Fälle konzentrieren zu können. Zum einen wird die Praxisorganisation und Diagnostik im HÄPPI durch den gezielten Einsatz digitaler Technologien effizienter gestaltet. Zum anderen werden die in der Praxis angestellten Gesundheitsfachkräfte stärker in die Patientenversorgung einbezogen. Mit dem HÄPPI-Konzept wird somit ein entscheidender Beitrag geleistet, die medizinische Versorgung im Ländlichen Raum zu sichern und gleichzeitig die Attraktivität der hausärztlichen Tätigkeit nachhaltig zu erhöhen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Sabine Kurtz, in Schwäbisch Hall, anlässlich ihres Besuchs der HÄPPI-Pilotpraxis Dr. med. Jan Fedorcak.

Patientenversorgung im Ländlichen Raum

Dem stimmte Herr Erster Bürgermeister Peter Klink aus Schwäbisch Hall voll zu: „Ich freue mich, dass wir in Schwäbisch Hall mit Herrn Dr. Jan Fedorcak einen engagierten Arzt haben, der bereit ist, im Rahmen des landesweiten Projekts HÄPPI ein neues hausärztliches Versorgungsmodell zu erproben. Gerade der Ländliche Raum ist auf innovative Wege angewiesen, um auch in Zukunft eine effiziente, bedarfsgerechte und vor allem patientenorientierte Hausarztversorgung zu gewährleisten."

Hausärztinnen und Hausärzte sind häufig die erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen und spielen daher eine zentrale Rolle in der medizinischen Versorgung. Die oft langjährige Patientenbegleitung ermöglicht nicht nur eine qualitativ hochwertige Versorgung, sondern auch die frühzeitige Erkennung von Erkrankungen und eine effektive Prävention sowie Steuerung chronischer Leiden. Ein zentraler Faktor für eine umfassende Betreuung ist dabei die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie nichtärztlichen akademischen Gesundheitsberufen in der Praxis. Die Patientinnen und Patienten profitieren neben der ganzheitlichen Betrachtung auch von größeren Teams, ausgedehnten Sprechzeiten, kürzeren Wartezeiten und einem umfassenden Untersuchungsspektrum. „Das HÄPPI hat uns auf unserem Weg zur Teampraxis eine sehr gute Struktur gegeben, um viele Patientinnen und Patienten qualitativ hochwertig zu betreuen“, berichtete Dr. med. Jan Fedorcak. Überhaupt ist für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Ländlichen Raum das erfolgreiche Zusammenwirken des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg, der AOK Baden-Württemberg und des Landes Baden-Württemberg von herausragender Bedeutung.

Interprofessionelle Teams und digitale Werkzeuge

„Mit der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) und dem HÄPPI-Konzept setzen wir in Baden-Württemberg bereits heute Maßstäbe für die gesundheitspolitische Zukunft. Die Bundesregierung fordert zu Recht eine stärkere primärärztliche Steuerung, um unser überlastetes Gesundheitssystem zu entlasten – ein Ziel, das in der HZV bereits verwirklicht ist. Mit HÄPPI gehen wir noch einen Schritt weiter: Durch interprofessionelle Teams in den Hausarztpraxen und den Einsatz digitaler Werkzeuge erreichen wir eine neue Qualität in der Patientenversorgung.

Unser besonderer Dank gilt dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, das die Pilotphase von HÄPPI im Rahmen des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum unterstützt hat. Nach dem erfolgreichen Abschluss können wir den Menschen im Land mit HZV und HÄPPI nun innovative Versorgungsangebote machen“, sagte Dr. Susanne Bublitz, Vorstandsvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg.

Der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum Baden-Württemberg unterstützte das HÄPPI-Projekt im Rahmen der Pilotphase in zehn Hausarztpraxen in Baden-Württemberg. Ziel der Pilotphase war es, Chancen und Hürden bei der Umsetzung des HÄPPI-Konzepts zu identifizieren. Die Erkenntnisse wurden in einem Best-Practice-Handbuch für interessierte Hausarztpraxen zusammengefasst.

Kabinettsausschuss Ländlicher Raum

Kabinettsausschüsse sind bedeutende Instrumente der Landesregierung, um zentrale, ressortübergreifende und komplexe Fragestellungen zu bearbeiten. Im Zentrum des Kabinettsausschusses „Ländlicher Raum“ steht das Staatsziel der Förderung von gleichwertigen Lebensverhältnissen, Infrastrukturen und Arbeitsbedingungen im gesamten Land. Dieser Verfassungsauftrag soll mit dem Kabinettsausschuss mit Leben gefüllt werden. Zur Umsetzung dieses Zieles schlägt der Kabinettsausschuss dem Ministerrat erforderliche Maßnahmen vor oder legt diese im Rahmen seines Aufgabenbereiches fest. Hierzu gehören beispielsweise die Vergabe von Modellprojekten, die Entwicklung zukunftweisender Konzepte, das Anstoßen von Bundesratsinitiativen oder das Einsetzen von interministeriellen Arbeitsgruppen auf Arbeitsebene zur Bearbeitung von Einzelthemen.

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