Landwirtschaft

Gemeinsam den Wandel in der Landwirtschaft meistern

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Ein Melkroboter sucht mit Laserstrahlen das Kuheuter ab. (Foto: © dpa)

Die Landesregierung unterstützt mit ihrer Agrarpolitik die heimischen bäuerlichen Familienbetriebe dabei, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Eine vielfach unbefriedigende Ertragslage der Betriebe, die Anstrengungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020 sind die großen Themen.

„Die zunehmende Globalisierung der Märkte und die steigenden Erwartungen der Verbraucher sind die Triebfedern des Wandels in der Landwirtschaft. Aufgabe einer ausgewogenen Agrarpolitik ist es, diesen Wandel zu begleiten und zu gestalten. Baden-Württemberg steht an der Seite seiner bäuerlichen Familienbetriebe, wenn es darum geht, gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft zu meistern“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, beim Bauerntag des Bauernverbandes Heilbronn-Ludwigsburg e. V. in Ilsfeld-Auenstein (Landkreis Heilbronn). Eine vielfach unbefriedigende Ertragslage der Betriebe, die Anstrengungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt sowie die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2020 seien die großen Themen der Zeit.

Bauern müssen Geld verdienen

„Die einsetzende Preiserholung bei Vieh, Fleisch und Milch bringt nach herben und verlustreichen Jahren steigende Unternehmensergebnisse mit sich. Gleichwohl reichen die Gewinne bei vielen Betrieben noch nicht aus, um Arbeit, Boden und Kapital voll zu entlohnen“, sagte Minister Hauk. Bisher überschreite lediglich ein Drittel der Betriebe einen vernünftigen Unternehmergewinn von 70.000 Euro, der eine nachhaltige Entwicklung ermögliche. Ein ordentliches Einkommen sei die Grundvoraussetzung für eine Zukunftsperspektive der Bauern und ihren Familien. Um dies sicherzustellen, müsse jeder Betrieb auch seine Marktchancen ausloten. „Wer den Markt hat, der hat Zukunft. Dort, wo unsere Qualitätsprodukte international gefragt sind, müssen Exportchancen genutzt werden. Dort, wo regionale Spezialitäten gefragt sind, sollten regionale Absatzchancen genutzt werden“, betonte Peter Hauk. Baden-Württemberg könne aufgrund seiner bäuerlichen Betriebsstruktur keine Preisführerschaft übernehmen. Deshalb sei es wichtig, sich durch Qualität und über Alleinstellungsmerkmale von der breiten Masse abzuheben.

„Immer mehr Konsumenten entdecken wieder die Vorzüge regionaler Erzeugnisse. Mit unserer Regionalkampagne ‚Natürlich. VON DAHEIM‘ helfen wir den heimischen Betrieben, sich stärker an den entsprechenden Märkten zu positionieren. Mit unserer Kampagne fordern wir die Verbraucher auf, an der Ladentheke Verantwortung für die Bauern aus Baden-Württemberg zu übernehmen und qualitativ hochwertige Produkte entsprechend zu honorieren“, betonte der Minister. Nur durch auskömmliche Preise sei der wirtschaftliche Erfolg der Agrarwirtschaft sichergestellt. Nur so könnten die Bauern ihre vielfältigen Leistungen für die Allgemeinheit erfüllen und nur so könnten sie zusätzliche Investitionen, zum Beispiel zu Gunsten eines Mehrs an Tierwohl, leisten.

Erhalt der biologischen Vielfalt nur gemeinsam mit den Bauern möglich

„Der Artenschwund ist ein großes globales Thema. Manche stellen unsere heimische Landwirtschaft zu Unrecht in die Ecke der Giftspritzer und Umweltverschmutzer. Dieses unsägliche ‚Bauernbashing‘ muss ein Ende haben. Unsere Bauern haben auch mit Blick auf den Schutz der natürlichen Ressourcen bisher ihre Hausaufgaben gemacht und werden sie auch weiterhin machen“, betonte Landwirtschaftsminister Hauk. Baden-Württemberg habe auf Grund seiner vielfältigen naturräumlichen Struktur allerbeste Chancen, im Bereich der Biodiversität seine gute Position weiter auszubauen. Das Land habe deshalb ein Sonderprogramm beschlossen, das auch der Landwirtschaft zugutekomme. So werde zum Beispiel künftig die Anlage von Blühstreifen in deutlich größerem Umfang als bisher gefördert. Auch werde das Land die Landwirtschaft darin unterstützen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren. „Damit eines klar ist: Landwirtschaft ist auf einen effektiven Pflanzenschutz angewiesen und mit Blick auf Globalisierung und Klimawandel werden hier die Herausforderungen eher zu-, als abnehmen“, sagte Hauk. Das Land werde die Branche in ihren Anstrengungen auf vielfältige Art und Weise unterstützen.

Standortsgerechte und maßgeschneiderte Agrarförderung

„Baden-Württemberg geht das Thema Agrarpolitik aus der Perspektive der Landwirte an. Dabei fördern wir nicht mit der Gießkanne, sondern mit passgenauen Konzepten. An diesem erfolgreichen Weg werden wir auch künftig festhalten“, betonte Hauk. Dazu gehöre es auch, bestehende Förderinstrumente dahingehend weiterzuentwickeln, dass die Landwirte den sich ändernden ökonomischen, ökologischen und tierethischen Aufgaben auch künftig gewachsen sind.

Bei der Agrarförderung sei das Land und mit ihm die Bauern auf vernünftige Entscheidungen aus Berlin und Brüssel angewiesen. „Wenn Phil Hogan sagt, dass die Kommission aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt habe und sich die Kritik an der Fülle und Komplexität der Vorschriften zu Herzen nehme, dann hört sich das gut an. Wir werden aber hier genau hinsehen, ob Brüssel den schönen Worten auch Taten folgen lässt“, sagte Peter Hauk. Ehrliche und hart arbeitende Landwirte verdienten Vertrauen. Eine überbordende, bürokratische und damit teure Auflagen-und Kontrolldichte sei überflüssig.

Auch habe es sich in der Vergangenheit als wenig zielführend erwiesen, wenn die EU immer mehr Kompetenzen und Macht an sich ziehe. „Ja, wir brauchen ein starkes und geeintes Europa. Was wir allerdings nicht brauchen, ist eine gleichmachende, detailscharfe Agrarpolitik von Lappland bis Kreta. Entscheidungen sind dort zu treffen, wo die meisten Informationen vorliegen. Baden-Württemberg weiß selbst am besten, was gut für das Land und seine Bauern ist“, betonte Hauk. Es sei deshalb zu begrüßen, dass die Kommission in der neuen Förderperiode den Mitgliedsstaaten einen viel größeren Spielraum bei der Umsetzung gemeinsamer Ziele einräumen möchte. „Wir sind da, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen“, sagte der Minister.

Natürlich. VON DAHEIM

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