Weltfrauentag

Frauen besser vor digitaler Gewalt schützen

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine junge Frau sitzt auch einem Sofa und schaut traurig auf ein Smartphone in ihrer Hand.
Symbolbild

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Die Landesregierung setzt sich in diesem Jahr insbesondere für den Schutz und eine gerechte Teilhabe von Frauen im digitalen Raum ein.

Frauen sind im Internet in verschärfter Weise Anfeindungen und Hetze ausgesetzt. Die digitale, geschlechtsspezifische Gewalt bedroht und schränkt die Teilhabe von Frauen in digitalen Räumen ein. Sogenannte Silencing-Effekte sind die Folge: Insbesondere politisch engagierte Frauen, Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen ziehen sich aus dem öffentlichen Diskurs oft zurück, weil sie bei ihren Meinungsäußerungen permanent mit Hasskommentaren konfrontiert sind. Dadurch reduziert sich die digitale Teilhabe und die Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder im Netz allgemein. Am 8. März ist Internationaler Frauentag – an diesem Tag machen sich Frauen weltweit für Themen wie Chancen- und Lohngleichheit stark. Die Landesregierung setzt sich in diesem Jahr insbesondere für den Schutz von Frauen im digitalen Raum ein.

„Antifeministische Strömungen und Hatespeech bedrohen den demokratischen Diskurs und die Gleichberechtigung im Internet. Als Vorsitzland der Gleichstellungsministerinnen und -ministerkonferenz (GFMK) wollen wir entscheidende Fortschritte im Kampf gegen digitale Gewalt gegen Frauen erzielen. Das Internet ist der zentrale öffentliche Raum in der digital geprägten Welt. Frauen müssen sich im Internet auf einen offenen und fairen Umgang verlassen können und sichtbarer werden“, sagte Staatssekretärin Dr. Ute Leidig im Vorfeld des Internationalen Frauentags.

Starkes Bündnis für gleichberechtigte Teilhabe und Repräsentanz im Netz

Die Landesregierung setzt sich aktiv für eine gerechte Teilhabe von Frauen in der digitalen Welt und gegen digitale Gewalt an Frauen ein. Mit ihrem Vorsitz der diesjährigen GFMK wird sie sich gemeinsam mit den anderen Ländern für ein starkes, geschlechtergerechtes Bündnis für gleichberechtigte Teilhabe und Repräsentanz im Netz stark machen. Unter der Federführung von Baden-Württemberg arbeiten die Länder derzeit an einem Beschlussvorschlag, der vorsieht, Diskriminierung und Hatespeech gezielt zu verfolgen und Angriffe insbesondere auch auf Personen des öffentlichen Lebens konsequent aufzudecken. Dafür soll beispielsweise die Kontrolle von Online-Plattformen strenger durchgesetzt und die Rechtsdurchsetzung bei Hatespeech-Angriffen erleichtert werden. Eine weitere geplante Maßnahme aus dem Beschlussvorschlag ist die explizite Förderung frauenpolitischer Initiativen zur Forschung und Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. „Damit wollen wir in diesem wichtigen Zukunftsfeld entscheidende Fortschritte für ein faires und diskriminierungsfreies Internet erzielen“, so Staatssekretärin Dr. Ute Leidig.

Neue Rechte im Kampf gegen illegale Inhalte im Internet

Zudem planen die Länder unter der Federführung von Baden-Württemberg die Bundesregierung im Rahmen der GFMK aufzufordern, Neuerungen des Europarechts im Kampf gegen digitale Gewalt in Deutschland so schnell wie möglich wirken zu lassen. Am 17. Februar 2024 sind neue Verbraucherschutzrechte des Digital Services Acts, der EU-Verordnung zur Regulierung der sozialen Medien, europaweit in Kraft getreten. Die neuen Rechte, wie zum Beispiel das Recht auf Löschen von illegalen Inhalten in sozialen Medien, ermöglichen es, Hassrede im Internet schneller zu entfernen. Damit haben Frauen neue Möglichkeiten, sich rechtlich gegen Angriffe im Internet zu wehren. Die Länder wollen die Bundesregierung auffordern, die neuen Rechte im Kampf gegen illegale Inhalte im Internet durch gezielte Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit umfassend bekannt zu machen. Damit können die Nutzerinnen und Nutzer ihre Rechte tatsächlich ausüben und die Fortschritte können im Alltag Wirkung entfalten. Die Landesregierung wird dafür eintreten, die neuen EU-Rechte zu nutzen, um die individuellen und gesamtgesellschaftlichen Folgen von Hatespeech stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Schwerpunkt der ersten ressortübergreifenden Gleichstellungsstrategie

Das Thema geschlechtergerechte Digitalisierung ist außerdem ein Schwerpunkt der ersten ressortübergreifenden Gleichstellungsstrategie, an der die Landesregierung derzeit arbeitet. Eine bereits erfolgreiche konkrete Maßnahme und ein bundesweites Vorzeigeprojekt ist die zentrale Anlaufstelle gegen digitale Gewalt in Heidelberg, die die Landesregierung 2021 initiiert hat und fördert. Über die „Koordinierungsstelle zu Digitaler Gewalt im sozialen Nahraum Baden-Württemberg“ kann das Land der schnellen Entwicklung der digitalen Gewalt durch gebündelte Expertise wirksamer entgegentreten. Die Mitarbeitenden in Heidelberg schulen unter anderem Angestellte in Fachberatungsstellen und Frauenhäusern zu den Herausforderungen von digitaler Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Damit stellt das Land sicher, dass Frauen in ganz Baden-Württemberg Informationen erhalten, wie sie sich gegen digitale Gewalt schützen können.

Weitere Meldungen

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
Europäischer Sozialfonds

Mehr Frauen mit Migrationserfahrung in Arbeit

Kleinkind auf Rutsche
Stadtentwicklung

Land fördert drei nichtinvestive Städtebauprojekte

Organspendeausweis
Organspende

Bundestag diskutiert über Widerspruchsregelung bei der Organspende

Luftbild vom Quartier Kanadaring in Lahr
Flächenmanagement

Land entwickelt kostenloses Tool zum Digitalen Flächenmanagement

Ein fahrendes schwarzes Auto mit gelber Aufschrift "Deine Mutter fährt nicht betrunken" und Team Vision Zero.
Verkehrssicherheit

Mehr Unfälle rund um die Feiertage

Der Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr, Generalstabsarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm, und Gesundheitsminister Manne Lucha sitzen nebeneinander und unterzeichnen jeweils ein Dokument.
Gesundheit

Gesundheitssystem im Land auf Krisenfälle vorbereiten

Symbolbild einer Kirche
Ländlicher Raum

Kirchliche Räume als Orte der Zukunft

Häuser in Stuttgart werden von der Morgensonne beschienen. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Wohnberechtigung

Wohnberechtigungsschein digital beantragen

Ein Feuerwehrmann holt während einer Einsatzübung einer Freiwilligen Feuerwehr eine Leiter vom Dach eines Einsatzfahrzeugs.
Feuerwehr

Jahresstatistik der Feuerwehren 2025

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt aus

In einem Stuttgarter Kindergarten gibt es Lasagne zum Mittagessen. (Bild: dpa)
Ernährung

Tag der Kitaverpflegung im Kindergarten „Elisabeth Ding“

Symbolbild: Bewohner des Mehrgenerationenhauses in Überlingen stehen auf Balkonen.
Quartiersentwicklung

Land fördert 16 Quartiersprojekte

Arbeiter in einem Lager.
Tag der Arbeit

Arbeit ist Basis für Wohlstand und Zusammenhalt

Sozialminister Manne Lucha steht vor Publikum und spricht in Mikrofon.
Soziales

Land prämiert Ideen gegen Einsamkeit

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.
familyNET 4.0

Wettbewerb für moderne Unternehmenskultur geht in achte Runde