Kreislaufwirtschaft

7,5 Millionen Euro für Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg

Berechne Lesezeit
  • Teilen

Phosphor ist eine lebenswichtige Ressource, die weltweit knapp wird. Um einen Beitrag zur Rohstoffsicherheit zu leisten, unterstützt das Land den Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg bei der Rückgewinnung von Phosphor mit 7,5 Millionen Euro. 

Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller hat dem Vorsitzenden des Zweckverbands Abfallbehandlung Kahlenberg, Landrat Frank Scherer, in Ringsheim (Ortenaukreis) einen Zuwendungsbescheid über 7,5 Millionen Euro übergeben. Mit dem Zuschuss unterstützt das Land ein Projekt des Zweckverbands zur Rückgewinnung von Phosphor aus Aschen, die durch die energetische Verwertung von aus Restabfällen erzeugten Ersatzbrennstoffen entstehen. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf knapp 30 Millionen Euro.

Die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage des Zweckverbands Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) ist landesweit die einzige dieser Art. Dort werden die im Landkreis Emmendingen und im Ortenaukreis erfassten Rest- und Bioabfälle hochwertig zu Wasser, Mineralstoffen, Ersatzbrennstoffen, Biogas und Metallen verwertet. Allerdings werden die biogenen Abfallbestandteile derzeit ausschließlich energetisch genutzt. Eine stoffliche Nutzung dieser Bioabfälle erfolgt bislang nicht.

„Bioabfälle stellen einen wichtigen und besonderen Wertstoff voller Energie dar. Sie können im Gegensatz zu den meisten anderen Reststoffen sowohl energetisch als auch stofflich genutzt werden“, betonte Franz Untersteller bei seinem Besuch in Ringsheim. „Aus diesem Grund habe ich mich in der Vergangenheit auch so nachdrücklich dafür eingesetzt, Bioabfälle überall im Land getrennt zu sammeln. Umso mehr freut es mich, dass wir nun mit dem ZAK eine innovative Lösung zur stofflichen Nutzung der biogenen Bestandteile des hier verwerteten Restabfalls gefunden haben.“

Mit der Phosphorrückgewinnung aus Aschen, die durch die energetische Verwertung von Ersatzbrennstoffen entstanden sind, gehe der Zweckverband neue Wege, so der Umwelt- und Energieminister weiter. „Phosphor ist eine wichtige Grundlage allen irdischen Lebens. Aber genau dieser Rohstoff wird weltweit knapp und wir sind weitgehend vom Import abhängig“, sagte Untersteller. Deshalb sei die Phosphorrückgewinnung so wichtig und wertvoll.

Der Minister sieht das Vorhaben des ZAK auch aus zwei weiteren Gründen als große Chance: „Das Projekt kann zukunftsweisende Erkenntnisse zur Rohstoffrückgewinnung liefern und den Aufbau einer Infrastruktur zur Phosphor-Rückgewinnung im Land voranbringen. Darüber hinaus kann die Technologie zur CO2-Einsparung und damit zum Klimaschutz beitragen.“

Mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben zur Getrenntsammlung von Bioabfällen sagte Untersteller: „Mit der Sicherstellung einer stofflichen Verwertung der biogenen Bestandteile im Restabfall entspricht der ZAK den Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Bei erfolgreicher Umsetzung dieser technisch aufwändigen Sonderlösung werden wir die getrennte Sammlung von Bioabfällen im Ortenaukreis und im Landkreis Emmendingen nicht einfordern.“   

Weitere Meldungen

Ein Messegast lässt sich eine so genannte ORC-Anlage erläutern.
Klimaschutz

Land fördert Energiefahrpläne für Unternehmen und Einrichtungen

Zitterpappel
Forst

Zitterpappel bereichert Wald und Bioökonomie

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Neue Termine für Workshops „Nachhaltiges Bauen“

Absperrung auf einer Straße. Im Hintergrund eine Autobrücke.
Kommunaler Straßenbau

Land unterstützt Kommunen beim Umbau der Straßeninfrastruktur

Neubau Kollegiengebäude 1, Pädagogische Hochschule Freiburg, Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Holzbau

Klimafreundlich Bauen mit Holz

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Offene Rohrdurchführungen im Kernkraftwerk Philippsburg

Ein Mitarbeiter von Kawasaki führt bei der Industriemesse Hannover Messe am Messestand von Microsoft die Überwachung und Steuerung einer Maschine mit einer AR-Brille (Augmented Reality) vor.
Industrielle Innovation

Baden-Württemberg auf der Hannover Messe 2026

Minister Hermann und die Bine von bwegt klatschen sich ab
Nahverkehr

bwegt-Wanderweg Tübingen-Rottenburg eröffnet

Drohne mit Auslegearm zum Einölen der Eier beim Anflug an einen Baum mit Kormorannestern
Fischerei

Drohnen-Testflug zum Kormoranmanagement am Bodensee

links: Behältnis, das am Ostersonntag (5. April 2026) in einem Garten gefunden wurde; rechts: Laboranalyse
Strahlenschutz

Fundstück enthielt zu keinem Zeitpunkt Polonium-210

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Polizei

Bilanz des europaweiten Speedmarathons 2026

Asiatische Hornisse
Artenmanagement

Königinnen und Nester der Asiatischen Hornisse melden

Wengenviertel in Ulm
Städtebau

Städtebauförderprogramm 2027 startet

Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Raum Offenburg bei Griesheim (Symbolbild: © dpa).
Wasserwirtschaft

Land unterstützt Wasserwirt­schaft mit 265 Millionen Euro

Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Fahrradstraße.
Radverkehr

Neue Radwege im Land