Naturschutz

110.000 Quadratmeter blühende Wiesen für mehr Artenvielfalt

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Blühende Wiesen auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT): Mit neuen Schildern wird auf das ökologische Pflegekonzept hingewiesen. Staatssekretärin Gisela Splett und Peter Zöllner, beim Amt Karlsruhe von Vermögen und Bau Baden-Württemberg unter anderem für das Grünflächenmanagement zuständig, machten sich vor Ort ein Bild davon, wie es grünt, blüht, flattert und summt.

Auf rund 110.000 Quadratmetern landeseigener Liegenschaften in Karlsruhe möchte das Land in Zukunft mehr Lebensraum für Tiere schaffen und die Artenvielfalt steigern. Im Rahmen des Projekts Schmetterlingswiesen werden die Flächen nur noch ökologisch gepflegt.

Mehr Lebensraum für Tiere schaffen und die Artenvielfalt steigern: Das sind die Ziele, die sich das Land Baden-Württemberg für rund 110.000 Quadratmeter landeseigener Liegenschaften in Karlsruhe gesteckt hat. Die Flächen werden künftig ökologisch gepflegt. Bislang regelmäßig gemähte Rasenstücke sollen zu blühenden Wiesen werden, wo vor allem Insekten neue Lebensstätten finden. Mit Schildern wird auf die ökologische Grünflächenpflege hingewiesen.

„Wir wollen auf unseren Flächen noch mehr für Natur- und Umweltschutz tun“, sagte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett heute. „Mit unserer Aktion Schmetterlingswiesen soll es auf den Wiesen grünen und blühen, flattern, schwirren und summen. So tragen wir zum Erhalt und der Entwicklung der Artenvielfalt bei.“

Projekt Schmetterlingswiesen

Das Projekt Schmetterlingswiesen hat das Amt Karlsruhe von Vermögen und Bau Baden-Württemberg mit Dr. Robert Trusch entwickelt, er ist Schmetterlingsexperte beim Naturkundemuseum Karlsruhe und Naturschutzbeauftragter der Stadt Karlsruhe. Gemeinsam wurden Pflegepläne aufgestellt, um Rasen- in Wiesenflächen umzuwandeln. Dafür werden die Flächen zweimal pro Jahr gemäht – und das jeweils nur zur Hälfte. Auf einer Hälfte bleibt die Vegetation als Rückzugsgebiet für Tiere stehen, zudem wird die Pflanzenvielfalt erhöht. Bei der zweiten Mahd wird die andere Hälfte belassen. Das ökologische Pflegekonzept sieht außerdem sogenannte Altgrasstreifen vor, die im Winter Tieren als Winterquartiere dienen können.

Zu den rund 110.000 Quadratmetern für mehr Artenvielfalt gehören Flächen rund um Gebäude der Polizei, der Feuerwehr und des Finanzamts. Auch die Flächen beim Kulissenlager in Durlach, beim Hofgut Scheibenhardt sowie beim Schloss Gottesaue werden künftig nach dem neuen Pflegekonzept gemäht.

Schilder informieren und werben für Akzeptanz

Nach ökologischen Grundsätzen pflegt das Amt Karlsruhe außerdem bereits Flächen auf dem Campus des Karlsruher Institut für Technologie (KIT), bei der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal und im westlichen Teil des Schlossgartens. Dort werden die Rasenflächen maximal zweimal im Jahr gemäht, das Schnittgut wird komplett abgeräumt. Durch das Abräumen des Schnittguts werden den Böden Nährstoffe entzogen. Weil artenreiche Wiesen nährstoffarme Böden bevorzugen, wird so die Entwicklung der Blühwiesen gefördert. An Verkehrsflächen werden aus Gründen der Verkehrssicherheit etwa eineinhalb bis zwei Meter breite Rasenstreifen kurzgehalten.

Die neu aufgestellten Schilder an den Wiesenflächen sollen die Bürgerinnen und Bürger über die Umstellung sowie deren Ziel informieren und um Akzeptanz werben.

Land übernimmt Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt

Das Vermögen des Landes Baden-Württemberg umfasst zahlreiche Grundstücke mit einer Fläche von landesweit insgesamt 35.000 Hektar. Bei den Flächen handelt es sich um naturschutzwichtige Grundstücke, Domänen, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Parks und Gärten sowie das sogenannte Behördengrün rund um landeseigene Gebäude. Auf den Grundstücken nimmt das Land seine Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt im Sinne der Naturschutzstrategie des Landes als Daueraufgabe wahr.

Finanzministerium Mediathek: Bilder von den neuen Schildern und blühenden Wiesen (zur honorarfreien Verwendung mit Bildnachweis)

Weitere Meldungen

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Landlicher Raum

Starke Perspektiven für den Ländlichen Raum

Der Luchs wird eingefangen, um ihn zu besendern
Forst

Luchs im Landkreis Rastatt mit Halsbandsender ausgestattet

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 3. März 2026

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
Landwirtschaft

FIONA-Antragssaison 2026 startet

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steht in Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Auszeichnung

Kurt Josef Lacher erhält Bundesverdienstmedaille

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Kommunale Wärmeversorgung mit Biogas in Weikersheim

Paradiestal 13.10.2008: auf einer Weide schauen ein Schaf und drei Ziegen neugierig in die Kamera
Naturschutz

Jetzt für Landesnaturschutzpreis 2026 bewerben

Minister Winfried Hermann mit der AMEISE des Fraunhofer-Instituts
Autonomes Fahren

Autonomes Fahren im ÖPNV macht weiter Fortschritte

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen.
Ländlicher Raum

Land stärkt Ländlichen Raum mit 112,4 Millionen Euro

Stethoskop vor farbig eingefärbtem Kartenumriss von Baden-Württemberg mit Schriftzug: The Ländarzt - Werde Hausärztin oder Hausarzt in Baden-Württemberg
Gesundheitsberufe

Bis 31. März 2026 für die Landarztquote bewerben

Naturschutzgebiet Wurzacher Ried
Naturschutz

Land kauft mehr Flächen für Natur- und Klimaschutz

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 24. Februar 2026