Verschwörungsmythen

Warnung vor Verschwörungsmythen zu Pessach und Ramadan

Ein Warnschild mit der Unterzeile Hysterie und ein Stop-Schild.

Der Beauftragte der Landesregierung gegen Antisemitismus warnt vor antisemitischen und islamfeindlichen Coronavirus-Verschwörungsmythen zu Pessach und Ramadan. Er bittet um weitere Vernunft bei der Internetnutzung in den kommenden Wochen.

Der Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, hat in Stuttgart den Umgang der meisten Bürgerinnen und Bürger mit digitalen Verschwörungsvorwürfen in Zeiten des Coronavirus gelobt. „Zwar verzeichnen wir wie befürchtet eine steigende Aktivität von Verschwörungsverkündern, die Covid19 für ihre antisemitische oder rassistische Agenda zu missbrauchen versuchen. Aber die meisten Menschen in Deutschland sind längst medienkompetent genug, um Verschwörungsmythen als solche zu erkennen und zurück zu weisen.“

Und in Einzelfällen habe sein Amt auch bereits digital reagiert. „Als der süddeutsche Sänger Xavier Naidoo in selbstgedrehten Videos eine vermeintliche, weltweite Adrenochrom-Demokraten-Verschwörung einschließlich von Fridays for Future im angeblichen Dienst des Antichristen verkündet hat, haben wir dazu umgehend eine aufklärende Folge des Podcasts ‚Verschwörungsfragen‘ produziert. Diese ist bereits viele Tausend Male abgerufen worden. Meinungsfreiheit in digitaler Zeit bedeutet eben auch, dass man absurde Verschwörungsmythen nicht mehr unwidersprochen hinnehmen muss, sondern diese zügig aufklären kann.“

Antisemitische und antiislamische Verschwörungsmythen

Sorge bereitet ihm jedoch eine Zunahme von Verschwörungsvorwürfen gegen religiöse Minderheiten im Hinblick auf die kommenden Feiertage. „In den nächsten drei Wochen begegnen sich das jüdische Pessach, das christliche Ostern und der Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan. Schon jetzt versuchen digitale Trolle auch in Deutschland antijüdische Mythen über die Pandemie als angeblich verschwörerischer Biowaffe zu verbreiten. Außerdem wird behauptet, Bund und Länder hätten Verordnungen zu Covid19 bis zum 19. April befristet, um keine muslimischen Ausschreitungen zum Beginn des Ramadan am 24. April 2020 zu riskieren.

Ich stelle dazu klar: Auch dieses Verschwörungsgeraune ist sachlich falsch und soll nur Ängste und Konflikte provozieren. Die allermeisten Geistlichen sowie Anhängerinnen und Anhänger der Weltreligionen und Weltanschauungen in unserem Land verhalten sich gesetzestreu und vernünftig. Auch islamische Würdenträger im In- und Ausland stellen sich explizit hinter die Empfehlungen der Weltgesundheits-Organisation (WHO) und die Vorgaben von Bund und Ländern. Viele haben sich für ein entsprechendes Schreiben von Ministerpräsident Winfried Kretschmann ausdrücklich bedankt, in dem er die für alle geltenden, zeitlich befristeten Maßnahmen erläutert hat. Die Unvernunft weniger Verschwörungsgläubiger und Esoteriker lässt sich keiner religiösen oder ethnischen Gruppe exklusiv zurechnen. Wenn es vereinzelt Probleme gibt, dann mit fehlender Vernunft und Bildung und nicht mit einer bestimmten Religionszugehörigkeit.“

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/red
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