Landwirtschaft

Land hilft Bauern mit Unwetterschäden

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Der Landwirt Ralf Krämer kniet am 16.06.2016 in Möckmühl-Ruchsen (Baden-Württemberg) auf seinem Maisfeld, das überflutet wurde und schwere Schäden davontrug (Quelle: dpa).

Nach den Unwettern und dem Dauerregen der vergangenen Wochen nehmen staatliche Hilfen für die Landwirtschaft Formen an. Baden-Württembergischen Bauern „mit massiven, gravierenden Schäden“ werde finanziell geholfen, sagte Agrarminister Peter Hauk bei einem Treffen des Landesbauernverbandes in Fellbach. Sieben Millionen Euro Unwetterbeihilfen aus Landesmitteln sollen an die stark betroffenen Bauern fließen.

Zuvor war bekanntgeworden, dass mehr als 2.500 landwirtschaftliche Betriebe im Südwesten den Behörden Schäden gemeldet hatten. Allerdings bekommen Höfe nur dann Hilfen, wenn sie stark betroffen sind – ist nur ein kleiner Teil der Anbauflächen überschwemmt worden, kann ihnen laut EU-Wettbewerbsrecht nicht geholfen werden. Wie viele der 2.500 Höfe mit Schäden Hilfe bekommen, steht noch nicht fest. Insgesamt liegen die gemeldeten geschätzten Ertragsschäden bei mehr als zwölf Millionen Euro, hinzu kommen noch einige Millionen wegen Bodenschäden, etwa wenn Hänge weggebrochen sind.

2.500 Bauern melden Unwetterschäden - 7 Millionen Euro Hilfsgeld

Der Präsident des Landesbauernverbands in Baden-Württemberg, Joachim Rukwied, begrüßte die Aussicht auf staatliche Hilfen. Die Situation sei mancherorts schlimm. „Einzelne Betriebe sind massiv betroffen, etwa wegen Überflutungen in den vergangenen Wochen oder weil der Boden generell viel zu nass ist.“ Mancherorts hätten Mais, Rüben und Getreide zwei bis drei Tage lang unter Wasser gestanden, durch den Sauerstoffmangel seien die Pflanzen dann kaputtgegangen, so Rukwied. Allerdings seien diese heftigen Schäden nur punktuell und nicht komplett in einer Region.

Es geht um etwa 12.000 Hektar Anbaufläche, auf denen die Unwetter in den vergangenen Wochen wüteten, je knapp die Hälfte Ackerflächen und Grünland. Auch Obstwiesen und Weinberge sind betroffen. Ingesamt gibt es im Land mehr als 40.000 landwirtschaftliche Betriebe – es sind also etwa sechs Prozent der Betriebe von Schlechtwetterfolgen betroffen. Im Verhältnis zu 1,3 Millionen Hektar Nutzfläche sei die Größe der geschädigten Flächen zwar „nicht die Welt“, so Hauk. „Aber für den einzelnen Betrieb kann das eine Existenzfrage sein.“

Spielraum für die Höhe der Agrarhilfen hat die Landesregierung nicht, da sie sich an EU-Wettbewerbsregeln halten muss. Offizielle Anträge auf Hilfen können die Bauern erst nächste Woche einreichen, diese werden geprüft. Danach werde das Landeskabinett die Hilfsgelder „zeitnah“ beschließen, so eine Sprecherin. Bis die Bauern ihr Geld bekommen, dauert es noch – erst zum jeweiligen Erntezeitpunkt kann der genaue Schaden verifiziert werden, danach fließt das Geld.

Quelle:

dpa/lsw

Weitere Meldungen

Blick über Hohenlohe
Landwirtschaft

Hauk kritistiert EU-Wiederherstellungsverordnung

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk kritisiert deutsche Spritpreise

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
Forst

KI unterstützt Waldmanagement im Klimawandel

Erster Wolf im Süden Sachsen-Anhalts entdeckt
Naturschutz

Fähe im Enztal-Territorium als sesshaft nachgewiesen

Ein Reh springt bei Bodnegg (Baden-Württemberg) über eine Wiese, auf der Löwenzahn blüht. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Forst

Forstliches Gutachten 2024 Baden-Württemberg

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Neue Fördermaßnahme „Rotationsbrache im Weinbau“ ab 2027

Gruppenbild bei Agrarministerkonferenz in Bad Reichenhall
Landwirtschaft

Frühjahrs-Agrarministerkonferenz 2026 in Bad Reichenhall

Wasserrückhalt im Wald
Forst

Wälder speichern Wasser und schützen vor Erosion

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung.
Tiergesundheit

Früherkennungsprogramm „Afrikanische Schweinepest“ startet

Eine Frau sammelt in einem Wald Bärlauchblätter ein, die den Waldboden fast komplett bedecken. (Bild: dpa)
Verbraucherschutz

Wichtige Tipps zum Start der Bärlauch-Saison

Der Luchs wird eingefangen, um ihn zu besendern
Forst

Luchs im Landkreis Rastatt mit Halsbandsender ausgestattet

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
Landwirtschaft

FIONA-Antragssaison 2026 startet

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Paradiestal 13.10.2008: auf einer Weide schauen ein Schaf und drei Ziegen neugierig in die Kamera
Naturschutz

Jetzt für Landesnaturschutzpreis 2026 bewerben

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 24. Februar 2026