Arbeitsmarkt

Neue Chancen auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Straßenbahnzug zwischen dem deutschen Kehl und dem französischen Straßbourg mit Werbung für ein grenzüberschreitendes Fachkräfteprogramm.
Veranstaltung beim INTERREG-Projekt „Ein auf 360 Grad offener Arbeitsmarkt“.

Trotz attraktiver Arbeitsplätze schrecken viele junge Französinnen und Franzosen davor zurück, sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu bewerben. Das 2016 gestartete von der Europäischen Union geförderte INTERREG-Projekt „Ein auf 360 Grad offener Arbeitsmarkt“, wirbt gezielt für Bewerbungen in Deutschland.

Während in deutschen Betrieben im Ortenaukreis Fachkräftemangel herrscht, kämpft man im französischen Straßburg mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Sie betrifft vor allem junge Erwachsene aus benachteiligten Vierteln. Tatsächlich bleiben die Beschäftigungsmöglichkeiten, die sich aus einem gemeinsamen deutsch-französischen Arbeitsmarkt ergeben, weitgehend ungenutzt. Und das, obwohl sich beide Arbeitsmärkte gegenseitig ergänzen. Erklären lässt sich die zögerliche, aber auch verständliche Haltung der jungen Französinnen und Franzosen einerseits mit sprachlichen Barrieren, aber vor allem mit Unkenntnis der realen Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Arbeitslosigkeit und Fachkräftemängel bekämpfen

Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken und den französischen Bewerberinnen und Bewerbern eine bessere berufliche Perspektive zu bieten, haben sich die „Maison de l’Emploi” aus Straßburg mit dem INTERREG-Projekt „Ein auf 360 Grad offener Arbeitsmarkt“ zusammengeschlossen. Die Europäische Union (EU) fördert das Projekt mit 856.600 Euro. Das gemeinsame Ziel: Durch eine weitreichende Informationskampagne für und Mobilisierung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Arbeitssuchenden sowie den beteiligten Behörden den Fachkräftemangel und gleichzeitig die Arbeitslosigkeit im Eurodistrikt Straßburg-Ortenau bekämpfen.

Roter Faden des Projekts war die umfangreiche Kommunikationskampagne, die letztendlich eine erfolgreiche Vermittlung der Französinnen und Franzosen an deutsche Unternehmen möglich machte. Maßgeschneiderte Informationsbroschüren, wie etwa „Top 10 der meistgesuchten Branchen in der Ortenau“ ), eine starke Internetpräsenz und regelmäßige Veranstaltungen machten viele potentielle Fachkräfte aus Frankreich auf die Vorteile und Möglichkeiten des deutschen Arbeitsmarktes aufmerksam. Das Ergebnis: Bereits nach drei von vier maßgeschneiderten Schulungen nahmen 45 von den 120 Bewerbern eine Beschäftigung auf. 23 Personen setzten ihre berufliche oder sprachliche  Ausbildung fort.  Dabei ergänzten die Schulungen perfekt das bereits bestehende Schulungs- und Ausbildungsangebot der Region Grand Est und von Pôle Emploi.

Die erfolgreiche Kommunikationskampagne erhöhte nicht nur das Wissen um die guten Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland, sondern damit auch die Anzahl der durch Arbeitsvermittler begleiteten Interessenten. Von 600 im Jahr 2015 auf 1.060 im Jahr 2018. Auch die Besucherzahlen der Services für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung (SGAV) in Kehl stiegen. Die SGAV leiten die Agentur für Arbeit Offenburg und Pôle Emploi Grand Est gemeinsam.

Fortsetzung des deutsch-französischen Engagements

Als weiteres Erfolgskonzept des Projekts galt der Einsatz eines dreiköpfigen auf grenzüberschreitende Fragen spezialisiertes Beraterteam in Straßburger Jugendberatungsstellen, den „Missions locales“. Das Team unterstützt junge Französinnen und Franzosen bei der Arbeitssuche in Deutschland und bereitet sie individuell auf den Arbeitsalltag in einem deutschen Unternehmen vor. Am Ende steht im Idealfall eine erfolgreiche Vermittlung an einen der Partner des Projekts und so eine gute Chance auf eine Arbeitsstelle beim deutschen Nachbarn.

Im Januar 2019 wurde auch das weiterführende INTERREG-Projekt „Eine Brücke für mich“ genehmigt. Hier liegt der Fokus auf dem Erwerb von beruflichen Qualifikationen im Hinblick auf eine grenzüberschreitende berufliche Mobilität. Somit ist deutsch-französische Engagement für einen auf „360 Grad offenen Arbeitsmarkt“ auch in den nächsten zwei Jahren gesichert.

„Maison de l’Emploi” (französisch)

Programm INTERREG V Oberrhein

Weitere Meldungen

Pressegespräch mit Staatsrätin Barbara Bosch (Mitte)
Bürgerbeteiligung

Zugehört – 15 Jahre Politik des Gehörtwerdens

Symbolbild zur Künstlichen Intelligenz mit einem Prozessor und dem Schriftzug "AI Artificial Intelligence Technology"
Innovation

Rund zwei Millionen Euro für Innovationen in KI und Robotik

Links eine gelbe Fläche mit dem Landeswappen von Baden-Württemberg und schwarzer Schrift: „Verabschiedung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Live ab 11 Uhr.“ Rechts sitzt Winfried Kretschmann an einem Tisch, er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine gemusterte Krawatte.
Ministerpräsident

Abschiedsveranstaltung für Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Young Heroes
Katastrophenschutz

Austauschprogramm im Katastrophenschutz geplant

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.
familyNET 4.0

Wettbewerb für moderne Unternehmenskultur geht in achte Runde

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Jahresbilanz

L-Bank sieht hohen Bedarf an Unterstützung im Strukturwandel

Ein Messegast lässt sich eine so genannte ORC-Anlage erläutern.
Klimaschutz

Land fördert Energiefahrpläne für Unternehmen und Einrichtungen

Richter im Landgericht Stuttgart
Justiz

Neues KI-Werkzeug für effiziente Justizverfahren

Zitterpappel
Forst

Zitterpappel bereichert Wald und Bioökonomie

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Neue Termine für Workshops „Nachhaltiges Bauen“

Eine Rollstuhlfahrerin fährt in einer Wohnanlage zu ihrer Wohnung.
Konferenz

Behindertenbeauftragte kritisieren Leistungskürzungen

Teilnehmende der Integrationsministerkonferenz 2026 sitzen in großer Runde an Konferenztisch, das Logo der IntMK ist auf eine große Leinwand projiziert.
Integration

Land setzt Impulse bei der Integrationsministerkonferenz

Neubau Kollegiengebäude 1, Pädagogische Hochschule Freiburg, Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Stuttgart
Holzbau

Klimafreundlich Bauen mit Holz

Ein Netzwerk-Kabelstecker leuchtet in der Netzwerkzentrale einer Firma zu Kontrollzwecken rot. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
Sicherheit

Strobl begrüßt Einigung zur Speicherfrist von IP-Adressen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Tadeusz Matacz (rechts) stehen vor Fahnen und präsentieren die Verleihungsurkunde.
Auszeichnung

Ehrentitel Professor an Tadeusz Matacz