Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg unterstützt die Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW) im Jahr 2026 mit einer Grundfinanzierung in Höhe von rund 40,6 Millionen Euro.
Zentrale Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
„Die Institute der innBW sind zentrale Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie sorgen dafür, dass Innovationen schneller in die Anwendung kommen – und stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts nachhaltig“, betonte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, am 20. April 2026 in Stuttgart.
Die in der innBW zusammengeschlossenen Forschungsinstitute leisten einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Souveränität und zum Strukturwandel der Wirtschaft. Sie unterstützen Unternehmen dabei, neue Technologien zu erschließen, Innovationsrisiken zu reduzieren und Entwicklungsprozesse zu beschleunigen.
Technologietransfer im Fokus
„Wir haben exzellente Forschung, starke Unternehmen und einen leistungsfähigen Mittelstand. Entscheidend ist, dass aus Erkenntnissen schneller marktfähige Anwendungen werden. Genau hier setzen wir mit der gezielten Förderung unserer außeruniversitären Forschungseinrichtungen an“, so Hoffmeister-Kraut.
Die besondere Bedeutung der innBW wird auch durch die jüngste unabhängige Evaluation (PDF) durch das Unternehmen prognos eindrucksvoll bestätigt. Eine hochrangig besetzte Expertenkommission hebt die hervorragende wissenschaftliche Leistungsfähigkeit sowie die hohe Relevanz der Institute für die Wirtschaft hervor. Speziell für kleine und mittlere Unternehmen sind die Einrichtungen oftmals zentrale Partner im Innovationsprozess. Die Evaluation unterstreicht die starke Transferorientierung der Institute, ihre enge Verzahnung mit der Industrie sowie die erhebliche Hebelwirkung der eingesetzten institutionellen Fördermittel. „Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass wir als Land mit den Instituten über ein innovations- und wirtschaftspolitisches Asset verfügen, welches einen wesentlichen Beitrag zur technologischen Souveränität in verschiedenen Forschungsbereichen leistet. Dies gilt es gerade vor dem Hintergrund der weltpolitischen Entwicklungen auch wettbewerbs- und standortpolitisch noch stärker zu nutzen und gezielt weiterzuentwickeln“, sagt die Ministerin.
Innovationsallianz Baden-Württemberg
Die Innovationsallianz Baden-Württemberg (innBW) ist ein Bündnis von neun außeruniversitären wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen mit elf Instituten, die vom Land Baden-Württemberg grundfinanziert werden. Sie bilden eine tragende Säule der wirtschaftsnahen Forschung und decken zentrale Zukunftsfelder wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, nachhaltige Mobilität, Gesundheitswirtschaft sowie Umwelt- und Energietechnologien ab.
Über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeiten jährlich mehrere tausend Forschungs- und Innovationsprojekte – vielfach in enger Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen. Damit leisten die Institute einen wesentlichen Beitrag zur Innovationsfähigkeit der Wirtschaft und zur Sicherung von Wachstum und Beschäftigung in Baden-Württemberg.
Die geförderten Institute
Die Gesamtzuwendung in Höhe von 40.609.706 Euro verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Institute:
Die DITF sind das größte Textilforschungszentrum in Europa. Die Institute betreiben anwendungsorientierte Forschung über die gesamte textile Wertschöpfungskette hinweg. Die Institute erforschen und entwickeln Technische Textilien, Geotextilien und biomedizinische Textilien. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Hochleistungsfasern und Hochleistungsfaser-Komposite auf Cellulose-, Lignin-, Carbon- und Keramikbasis sowie deren Recycling für Anwendungen in den Bereichen Leichtbau, Architektur und Sicherheit.
Das fem zählt seit 1922 zu den weltweit führenden unabhängigen Instituten für die Erforschung, Entwicklung und Analyse von metallischen Werkstoffen und Beschichtungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am fem forschen insbesondere auf den Gebieten der Materialwissenschaft und Oberflächentechnik. Der Fokus liegt hierbei auf der Entwicklung von innovativen Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Industrie. Schwerpunktbereiche der aktuellen Forschungsaktivitäten sind Energietechnik (Wasserstofftechnik und Batterietechnik), additive Fertigung, intelligente Oberflächen sowie Rohstoff- und Ressourceneffizienz.
Als unabhängige Stiftung steht das FZI seit über 40 Jahren für angewandte Spitzenforschung im Bereich der Informatik und ihrer Anwendungsfelder. Für seine Partner aus Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und öffentlicher Hand ist das FZI Forschungs-, Ausbildungs- und Transfereinrichtung. Die Forschungsaktivitäten des FZI richten sich derzeit insbesondere entlang der Schwerpunktbereiche Angewandte Künstliche Intelligenz, Mobilität und Logistik, Sicherheit und Resilienz, Robotik, Digitale Gesellschaft sowie Energie und Nachhaltigkeit aus.
Hahn-Schickard betreibt industrienahe, anwendungsorientierte Forschung, Entwicklung und Fertigung im Bereich der Mikrosystemtechnik an den Standorten Stuttgart, Villingen-Schwenningen und Freiburg. Aktuelle Themenfelder sind beispielsweise Sensorik und Aktorik, Systemintegration, Cyber-physische Systeme, Lab-on-a-Chip und Analytik. In vielen Branchen und speziell in den aktuellen Zukunftsfeldern wie Digitalisierung und Sensorisierung, nachhaltige Mobilität, Umwelttechnologien, Erneuerbaren Energien und Ressourceneffizienz oder Gesundheit und Pflege sind diese Forschungsthemen von besonderer Bedeutung.
Das Ulmer Forschungsinstitut zeichnet sich durch eine Kombination von technisch-physikalischen Kompetenzen in den Bereichen der Optik und Photonik mit medizinisch-klinischer Anwendung aus. Die derzeitigen Schwerpunkte der Forschungs- und Transferaktivitäten liegen in den Themenfeldern Biomedizinische Optik, Optik-Simulation und Mikrooptik sowie Optische Messtechnik und Sensorik. Die vom ILM bearbeiteten Forschungsgebiete decken zentrale Schlüsseltechnologien mit einer breiten Anwendung in unterschiedlichen Geschäftsfeldern der Wirtschaft ab.
Das IMS CHIPS betreibt wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung in den Gebieten Mikroelektronik, Photonik und Mikro-& Nanosysteme, welche Innovationen in Anwendungen wie Künstliche Intelligenz, Medizintechnik und Quantentechnologien ermöglichen. Das Institut deckt hierbei ein breites Leistungsspektrum von der angewandten Forschung über die forschungsbasierte Entwicklung bis zur Produktion von Kleinserien und Spezialkomponenten ab.
Das NMI forscht an der Schnittstelle zwischen Bio- und Materialwissenschaften mit dem Schwerpunkt in der Gesundheitswirtschaft. Das Institut forscht und entwickelt für die Gesundheitsindustrie sowie weitere Kernbranchen Baden-Württembergs wie dem Maschinen-, dem Werkzeug- und Fahrzeugbau. Hierbei liegt der Fokus auf der Entwicklung marktfähiger Produkte und Verfahren in den Bereichen Pharma- und Biotechnologie, Biomedizin und Materialwissenschaften sowie Hochleistungs-Nanoanalytik für Umwelt-, Energie- und Lebenswissenschaften.
Das ZSW mit Standorten in Stuttgart und Ulm ist eines der führenden europäischen Energieforschungsinstitute und soll die Basis für eine breite Anwendung von Schlüsseltechnologien der Energiewende schaffen. Die Schwerpunkte der Forschungstätigkeiten in Stuttgart liegen in den Bereichen regenerative Energieträger, Systemanalyse und Photovoltaik. Der Geschäftsbereich in Ulm konzentriert sich auf die Forschung in den Bereichen Brennstoffzellen, Energiespeichersysteme und Wasserstofftechnologien.
Das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) der innBW erhält aufgrund der Organisations- beziehungsweise Finanzierungsstruktur keine Grundfinanzierung durch das Land. Das FKFS ist eine unabhängige Forschungseinrichtung sowie Entwicklungsdienstleister und Innovationspartner der internationalen Automobilindustrie. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeiten Forschungs- und Entwicklungsprojekte insbesondere in den Schwerpunktbereichen Fahrzeugantriebssysteme, Fahrzeugtechnik und Fahrzeugmechatronik.
















