Auslandsreise

Kretschmann zu Gesprächen in Rom

Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist mit einer Delegation für zwei Tage nach Rom gereist. Neben politischen Gesprächen war der Höhepunkt der Reise eine 30-minütige Privataudienz bei Papst Franziskus.

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Papst Franziskus
Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Papst Franziskus

Am Donnerstag, 1. September 2016, traf sich die Delegation um Ministerpräsident Kretschmann mit der Bürgermeisterin von Rom, Virginia Raggi. Kretschmann hat ihr sein Beileid angesichts von 70 Erdbebenopfern aus der Stadt ausgesprochen. Bei dem Beben in Zentralitalien waren vor einer Woche mindestens 294 Menschen ums Leben gekommen – darunter auch Bürger aus Rom.

Kretschmann und Raggi tauschten sich am Donnerstag zudem über Umweltprobleme in der italienischen Hauptstadt aus. Kretschmann äußerte seine Verwunderung darüber, dass die Stadt, die mit Müllproblemen kämpft, keine Müllverbrennungsanlage hat. „Sofern wir katholisch sind, ist Rom unser aller Hauptstadt“, sagte Kretschmann zum Abschluss des Gespräches mit Raggi.

Treffen mit Großkanzler des Malteserordens

Bei einem Gespräch mit dem Großkanzler des Souveränen Malteserordens, Freiherr Albrecht von Boeselager, am Donnerstag in Rom hob er den großen Erfahrungsschatz des Ordens hervor, von dem Baden-Württemberg profitieren könne. Kretschmann hat dem Malteserorden eine Zusammenarbeit in der Flüchtlingsarbeit angeboten. Von Boeselager zeigte sich dafür offen. Der Malteserorden leistet in vielen Ländern humanitäre Hilfe. Da er politisch neutral auftritt, wird seine humanitäre Hilfe nach Angaben des Großkanzlers in vielen Konfliktregionen akzeptiert.

Zusammenarbeit bei Industrie 4.0

Beim Treffen mit dem italienischen Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda, sprach Kretschmann über die immer noch anhaltende Arbeitsmigration von Italien nach Baden-Württemberg. „Die Arbeitsmigration von Italien nach Baden-Württemberg ist kein Phänomen der Vergangenheit, auch aktuell kommen junge Italienerinnen und Italiener zu uns, um zu arbeiten oder eine Ausbildung zu machen“, sagte Kretschmann im Vorfeld der Reise. Bei dem Gespräch haben Kretschmann und Calenda eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Industrie 4.0 vereinbart. Ein weiteres Thema waren die Auswirkungen der europäischen Finanz- und Wirtschaftspolitik.

Am Abend führte Arnold Nesselrath, der stellvertretende Direktor der vatikanischen Museen die Delegation unter anderem durch die Sixtinische Kapelle und den Petersdom.

Papst Franziskus empfängt Kretschmann zu Privataudienz

Am Freitag, 2. September 2016, hat Papst Franziskus hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann zur Privataudienz empfangen. Der Regierungschef sprach rund 30 Minuten unter vier Augen mit dem Kirchenoberhaupt. Dabei tauschten sich die beiden über die Enzyklika Laudato Si des Papstes aus dem Juni 2015 aus. Franziskus hatte darin Konsumrausch, Umweltzerstörung und eine Unterwerfung der Politik unter die Wirtschaft angeprangert. Zudem habe der Papst sich sehr positiv über die Flüchtlingspolitik Deutschlands unter Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert, sagte Kretschmann.

Er bat den Papst, die Ökumene voranzutreiben. Dies sei ein ganz praktisches Anliegen, da in Baden-Württemberg rund 40 Prozent der Kinder mit Eltern unterschiedlicher Konfessionen aufwüchsen.

Kretschmann schenkte dem Papst eine antiquarische Ausgabe des Romans „Unterm Rad“ von Hermann Hesse in einer buchbinderisch gefertigten Kassette und einen gerahmten Stahlstich „Kloster Maulbronn“. Der Papst reichte Kretschmann ein Bronzegußrelief vom Heiligen Martin als Geschenk. „Die katholische Kirche kann sich glücklich schätzen, so einen wachen und aufmerksamen Papst zu haben, der alles verfolgt, was in der Welt passiert“, sagte Kretschmann nach der Audienz.

Zu der Reisedelegation gehörten neben Ministerpräsident Kretschmann und seinem Stellvertreter und Innenminister Thomas Strobl, Kretschmanns Frau Gerlinde, Landtagspräsidentin Muhterem Aras sowie die Landtagsabgeordneten Thekla Walker, Winfried Mack, Peter Hofelich sowie Dr. Friedrich Bullinger.

Quelle:

red. mit dpa/lsw

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