Wie gelingt Landwirtschaft nachhaltig? Welche Rolle spielen Biodiversität, Ernährung und regionale Wertschöpfung für die Zukunft unseres Landes? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Schülerinnen und Schüler Beruflicher Gymnasien aus ganz Baden-Württemberg beim Projekt „Stadt – Land – Future“ intensiv auseinandergesetzt. Beim zweitägigen Fachtag an der Universität Hohenheim präsentierten sie nun ihre Ergebnisse und erhielten zugleich spannende Einblicke in Forschung und Studium im Agrarbereich.
Der Fachtag wurde gemeinsam vom Ministerium für Kultus und dem Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat veranstaltet. Im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstages standen die Projektarbeiten von neun besonders engagierten Projektschulen, die ihre Umsetzungen vorstellten. Kultus-Staatssekretär Andreas Deuschle und die Ministerialdirektorin des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Isabel Kling, zeigten sich beeindruckt von der fachlichen Qualität, der Kreativität und dem hohen Engagement der beteiligten Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Lehrkräfte.
Hohes Niveau an den Beruflichen Gymnasien
Kultus-Staatssekretär Andreas Deuschle hob insbesondere die Leistungen der Beruflichen Gymnasien hervor: „Die Arbeiten zeigen eindrucksvoll, auf welch hohem Niveau an den Beruflichen Gymnasien unseres Landes gearbeitet wird. Ob Milch, Äpfel, heimischer Fisch oder auch die Moore - die Schülerinnen und Schüler haben anspruchsvolle Fragen eigenständig untersucht, kreative Lösungsansätze entwickelt und ihre Ergebnisse professionell präsentiert. Dieses Engagement verdient große Anerkennung. Mein besonderer Dank gilt auch den Lehrkräften, die ihre Schülerinnen und Schüler mit großem Einsatz begleitet und unterstützt haben.“
„Die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs hängt wesentlich davon ab, wie wir den Herausforderungen in Landwirtschaft, Ernährung und Biodiversität begegnen“, betonte Ministerialdirektorin Isabel Kling. „Die Schülerinnen und Schüler haben gezeigt, dass sie diese Themen mit großer Ernsthaftigkeit, wissenschaftlicher Neugier und bemerkenswerter Innovationskraft bearbeiten. Ihre Projekte machen deutlich, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig für die komplexen Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zu sensibilisieren.“
Große Bandbreite der Projekte
Die Bandbreite der vorgestellten Projekte spiegelte die Vielfalt der Themen und Herangehensweisen wider. Präsentationen, wissenschaftliche Poster, selbst produzierte Videos und eigens entwickelte Modelle veranschaulichten die intensive Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen rund um Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Biodiversität. In einem Gallery Walk kamen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch und diskutierten ihre Ergebnisse mit Vertreterinnen und Vertretern der Ministerien, der Universität sowie mit Schülerinnen und Schülern anderer Schulen.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei auch die Verbindung von naturwissenschaftlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Perspektiven. Die Projektarbeiten griffen Zielkonflikte zwischen Ökologie, Ökonomie und gesellschaftlichen Erwartungen auf und entwickelten Lösungsansätze für eine nachhaltige Zukunft. Damit wurde ein zentrales Anliegen des Projekts „Stadt – Land – Future“ sichtbar: komplexe Fragestellungen multiperspektivisch zu betrachten und Schülerinnen und Schüler zu eigenständigem Denken und verantwortungsbewusstem Handeln zu befähigen.
Projekt mit vier Themenpaketen
Das Projekt „Stadt – Land – Future“ wurde vom Kultusministerium und dem Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat gemeinsam entwickelt. Es greift eine zentrale Empfehlung des Strategiedialogs Landwirtschaft der Landesregierung auf, Biodiversitäts-, Landwirtschafts- und Ernährungsthemen stärker in Bildungsprozessen zu verankern. Im Schuljahr 2025/2026 beteiligen sich bereits rund 30 Berufliche Gymnasien unterschiedlicher Fachrichtungen an dem Projekt.
Hierfür wurden vier Themenpakete entwickelt, die von Fachleuten des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, seiner Landesanstalten und Fachberaterinnen und Fachberatern speziell für den Einsatz an Beruflichen Gymnasien aufbereitet wurden. Unter den Titeln „Der Burger im Fokus – Genuss, Herkunft und Verantwortung“, „Milch – Weißer Klassiker in aktueller Diskussion“, „Regionale Besonderheiten am Beispiel Apfel, Wein und heimischer Fisch“ sowie „Moor is more – Was das Jahr 2045 mit Biokräutern zu tun hat“ setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit aktuellen Herausforderungen und Zukunftsfragen auseinander.
Der zweite Veranstaltungstag stand im Zeichen eines exklusiven Hochschultags der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Hohenheim bei Anwesenheit der Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Sarah Schweizer. Die eingeladenen Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in Studiengänge, Forschungseinrichtungen und Gewächshäuser der Universität und konnten sich über mögliche Bildungs- und Berufswege informieren.
Die große Resonanz auf den Fachtag und die hohe Qualität der vorgestellten Arbeiten bestätigen den Erfolg des Projekts. Eine Fortführung von „Stadt – Land – Future“ ist bereits vorgesehen. Perspektivisch sollen weitere Themenpakete entwickelt und die erfolgreiche Projektidee entsprechend den Zielsetzungen des Koalitionsvertrags auch auf weitere Schularten ausgeweitet werden.
















