Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Land lädt Schulen und Kitas zur Fête de la Musique ein

Die deutsch-französische Freundschaft soll künftig jedes Jahr zum Sommerbeginn am 21. Juni in den Kitas, Kindergärten und Schulen Baden-Württembergs hörbar werden. Dazu wurde die „Ruster Erklärung“ unterzeichnet.

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Die deutsche und französische Flagge. (Bild: picture alliance/Rainer Jensen/dpa)
Symbolbild

Die deutsch-französische Freundschaft soll künftig jedes Jahr zum Sommerbeginn am 21. Juni in den Kitas, Kindergärten und Schulen Baden-Württembergs hörbar werden. Mit der im Europa-Park unterzeichneten „Ruster Erklärung“ (PDF) rufen Kultusminister Andreas Jung, die Vorsitzende der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung Brigitte Klinkert und der französische Generalkonsul Gaël de Maisonneuve dazu auf, die Fête de la Musique im Geiste der deutsch-französischen Freundschaft und der europäischen Verständigung zu feiern. Mehrere Hundert Gäste aus Baden-Württemberg und dem Elsass – musizierende Schülerinnen und Schüler, Jugend-Ensembles, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung – nahmen an dem Festakt in Rust teil.

„Wir wollen die Herzen der jungen Generation für Europa gewinnen“, sagt der Kultusminister. „Und die Musik führt zusammen und verbindet.“ Für Baden-Württemberg mit fast 180 Kilometern Grenze zum Elsass habe die Zusammenarbeit mit Frankreich dabei eine besondere Bedeutung. Deutsch-französische Partnerschaft müsse dabei immer auch Motor für Europa sein. „Frankreich ist unser bester Freund, unser engster Partner. Mit Blick auf unsere Vergangenheit ist das ein besonderes Geschenk. Das gilt es zu bewahren. Hier in Baden-Württemberg hat Charles de Gaulle mit seiner Rede an die deutsche Jugend nach dem Zweiten Weltkrieg den Grundstein dieser Freundschaft gelegt – und hier wollen wir ihr nun einen neuen Impuls geben“, sagt Jung und fügt an: „Unsere Partnerschaft ist nicht nur fürs Geschichtsbuch, sie ist entscheidend für unsere Zukunft. Deshalb laden wir dazu ein, die Fête de la Musique ab nächstem Jahr überall in Baden-Württemberg zu feiern – als klingendes Zeichen für Europa.“ Wie das gemacht wird, dafür gebe es keinerlei Vorgaben des Landes: „Wir setzen auf die Kreativität vor Ort, wir setzen auf unsere Kinder und Jugendlichen“, so ist es in der Erklärung formuliert. Die Initiative sei als Einladung zu verstehen, nicht als Verpflichtung.

Musik verbindet Menschen

Die Fête de la Musique wurde in Frankreich ins Leben gerufen und steht für einen so einfachen wie kraftvollen Gedanken: Musik verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft in Frieden und Freundschaft. Ohne Eintritt und ohne Gagen wird jedes Jahr zum Sommeranfang ein offenes Fest für alle gefeiert. An diese Tradition knüpft die „Ruster Erklärung“ an. Ab dem 21. Juni 2027 sind alle Kitas und Schulen in Baden-Württemberg eingeladen, sich an der Fête de la Musique zu beteiligen. Wie die Feier vor Ort gestaltet wird, bleibt bewusst offen. Best Practice-Beispiele gibt es bereits – unter anderem in Stuttgart am Wagenburg-Gymnasium, wo die Fête de la Musique dieses Jahr zum dritten Mal gefeiert wurde. Zum Mitmachen eingeladen sind auch Musikvereine, Musikschulen, Schulpartnerschaften, Kulturinitiativen, Jugendorganisationen sowie Städte und Gemeinden.

„Musik überwindet Grenzen. Es bereitet mir deshalb eine große Freude, dass Elsass und Baden bald die Fête de la Musique gemeinsam feiern. Viele Begegnungen deutscher und französischer Kinder und Jugendlicher werden unsere Freundschaft weiter stärken. Eine schöne Initiative“, bekräftigt Brigitte Klinkert.

„Die in Frankreich entstandene „Fête de la Musique“ ist eine Gelegenheit, am 21. Juni jedes Jahr zusammen, auf den Straßen sowie in öffentlichen Gebäuden, Musik zu feiern“, sagt Gael de Maisonneuve und ergänzt: „Diese Initiative des Kultusministers bringt einen neuen Elan in unsere schon sehr dynamischen deutsch-französischen Beziehungen im Bildungsbereich. Wir würden uns freuen, ab 2027 in den Schulen und Kitas vom Ländle eine solche Feier zu sehen.“

Mit der Erklärung bekräftigen die Unterzeichner ihre Unterstützung für die Fête de la Musique und rufen dazu auf, sie im Geiste der deutsch-französischen Freundschaft und der Völkerverständigung weiter zu fördern. Die Grundlage der Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich seien nicht allein der Élysée-Vertrag und der Aachener Vertrag, so die Unterzeichner unisono, sondern vor allem die Freundschaft der Menschen beider Länder. Diese gelte es zu erhalten, zu stärken und an die junge Generation weiterzugeben.

Fête de la Musique – Mir feiern zämme!

Das Kultusministerium wird die Aktivitäten landesweit unter dem Motto „Fête de la Musique – Mir feiern zämme!“ bündeln. Auf der Internetseite des Ministeriums folgen weitere Informationen zur Initiative. Lokale Projekte und Veranstaltungen sollen dort präsentiert werden können.

Das für alle Zuhörende kostenfreie Musikfestival „Fête de la Musique“ wird jedes Jahr am 21. Juni in mehr als 1.000 Städten weltweit sowie an mehr als 160 Orten in Deutschland gefeiert. In Baden-Württemberg sind derzeit folgende 16 Städte Teil des Netzwerkes „Fête de la Musique“, das vom MusikZentrum Hannover koordiniert wird: Baden-Baden, Bühl, Dossenheim, Fellbach, Freiburg, Gaggenau, Heidelberg, Karlsruhe, Lörrach, Mannheim, Stuttgart, Schwetzingen, Tübingen, Weingarten, Weinheim, Weinstadt.

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