Hochschulen

Baden-Württemberg bleibt attraktiver Studienstandort

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Flüchtlinge in einem Kurs. (Bild: Carmen Jaspersen /dpa)

Nach der Einführung von Studiengebühren für internationale Studierende haben sich im Wintersemester 2017/2018 etwa 20 Prozent weniger Studierende aus dem Ausland an baden-württembergischen Hochschulen eingeschrieben. Der internationale Vergleich zeigt jedoch, dass dieser Rückgang üblich ist, und die Zahl der Einschreibungen rasch wieder ansteigt.

Seit dem Wintersemester 2017/2018 erhebt Baden-Württemberg Studiengebühren für internationale Studierende aus Nicht-EU-Staaten. Zudem ist das Zweitstudium nach einem Masterabschluss in Baden-Württemberg jetzt gebührenpflichtig. Zahlreiche Ausnahmeregelungen und ein gut unterfüttertes Stipendienprogramm sorgen dafür, dass die Gebühren sozial verträglich sind.

Nach den vorläufigen Zahlen des Wissenschaftsministeriums haben sich zum Wintersemester 2017/2018 5.155 internationale Studierende aus Nicht-EU-Staaten an baden-württembergischen Hochschulen eingeschrieben. Das entspricht einem Rückgang von 21,6 Prozent. Der Rückgang deckt sich mit dem temporären Nachfragerückgang, wie er in anderen Ländern eingetreten ist, in denen internationale Studierende Gebühren zahlen müssen „Die internationalen Erfahrungen bei der Einführung von Gebühren für internationale Studierende zeigen, dass dieser Nachfragerückgang zunächst rund 20 Prozent beträgt und nach drei bis vier Jahren wieder ausgeglichen sein wird“, erklärte Ministerin Bauer. Zumal die Zahl der internationalen Studierenden in Baden-Württemberg seit vielen Jahren massiv steige.

Studiengebühren sichern optimales Betreuungs- und Lehrangebot

„Junge Menschen aus der ganzen Welt kommen gerne zu uns und nutzen die hervorragenden Studienbedingungen und die Qualität an unseren Hochschulen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Mit der Einführung moderater und sozial verträglicher Gebühren für internationale Studierende haben wir eine mutige Entscheidung getroffen, die wichtige Weichen für die Zukunft stellt: Mit den Gebühren werden wir langfristig die Internationalisierung unserer Hochschulen stärken, indem wir sie in die Lage versetzen, ein optimales Betreuungs- und Lehrangebot für internationale Studierende zu schaffen.“

Entwicklungen an den einzelnen Hochschulen unterschiedlich

Die Auswirkungen der Studiengebühren auf die jeweiligen Hochschulen sind sehr unterschiedlich. An den Kunst- und Musikhochschulen wird das Vorjahresniveau im Landesdurchschnitt annähernd gehalten. Universitäten und die Hochschulen für angewandte Wissenschaften verzeichnen einen Rückgang von 23,1 Prozent. An den Dualen Hochschulen Baden-Württemberg sind es 21,4 Prozent. Dagegen ist die Zahl der internationalen Studierenden an den Pädagogischen Hochschulen gestiegen. 

Die Ministerin wies darauf hin, dass es sich noch um vorläufige Zahlen handle, da die Einschreibefrist an manchen Hochschulen noch nicht vorüber sei.

Monitoring-Beirat wird eingesetzt

Um die Auswirkungen der Einführung der Studiengebühren für internationale Studierende zu beobachten und zu überprüfen, wird noch im laufenden Wintersemester ein Monitoring-Beirat eingerichtet. „Dabei werden wir insbesondere die entwicklungspolitisch relevanten Studiengänge und die Zusammensetzung der internationalen Studierenden in den Blick nehmen“, betonte Bauer. Der ehemalige Rektor der Universität Basel und aktueller Präsident des österreichischen Wissenschaftsrat, Professor Antonio Loprieno, wird die Leitung des Beirats übernehmen.

Stipendienprogramme für Studierende aus armen Ländern

Derzeit ist Baden-Württemberg noch das einzige Bundesland, das Studiengebühren für internationale Studierende erhebt. Dabei fühlt sich die Landesregierung den Internationalisierungszielen und der Entwicklungspolitik verpflichtet. So wurde das Budget des Baden-Württemberg-Stipendiums der Baden-Württemberg-Stiftung in diesem Jahr bereits zweimal um jeweils eine Million Euro auf jetzt 7,5 Millionen Euro pro Jahr erhöht. 

Eine Programmkomponente des Baden-Württemberg-Stipendiums widmet sich zudem speziell an die ärmsten Länder Afrikas, der Karibik und des Pazifiks. „Mit der Einrichtung einer Programmkomponente des Baden-Württemberg Stipendiums gezielt für Studierende aus den ärmsten Ländern der Welt ermöglichen wir dieser Gruppe stärker als zuvor, nicht nur gebührenfrei, sondern auch mit einer finanziellen Unterstützung für den Lebensunterhalt an einer Hochschule bei uns zu studieren“, betonte Ministerpräsident Kretschmann.

Studiengebühren im internationalen Vergleich gering

Alle Personen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, auch wenn sie nicht deutsche Staatsbürger sind, müssen weiterhin keine Studiengebühren in Baden-Württemberg bezahlen. Flüchtlinge bezahlen ebenfalls keine Gebühren und es wurden zahlreiche Ausnahmen und Befreiungsregeln geschaffen, beispielsweise für BAföG-Empfänger. Im internationalen Vergleich, beispielsweise mit Schweden, Dänemark oder Österreich, die alle Gebühren von internationalen Studierenden verlangen, sind die Studiengebühren in Baden-Württemberg am unteren Rand. Länder, die allgemeine Studiengebühren erheben, haben für internationale Studierende oftmals ebenfalls hohe Studiengebühren. Die meisten ausländischen Studenten kommen aus China und Indien, wo alle Studierenden Studiengebühren bezahlen müssen.

Pressemitteilung

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst: Fragen und Antworten zu den internationalen Studiengebühren

Baden-Württemberg Stipendium

Quelle:

/red

Weitere Meldungen

Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts)
Nationalpark

Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald

Ministerpräsident Winfried Kretschmann sitzt am Schreibtisch.
Ministerpräsident

Serenade zur Verabschiedung von Ministerpräsident Kretschmann

In einer braunen Biomülltonne liegen Lebensmittel.
Ernährung

Zweite Runde der Lebensmittelretter-Challenge startet

Blick über Hohenlohe
Landwirtschaft

Hauk kritistiert EU-Wiederherstellungsverordnung

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
Forst

KI unterstützt Waldmanagement im Klimawandel

Ein Ingenieur kontrolliert in einem Labor mit einem Mikroskop einen Chip zum Einsatz in einen Quantencomputer.
Innovation

Land fördert 14 Prototypen für Zukunftstechnologien

Gewinnerteam Regional Cup Tübingen
Start-up BW

ELASTheal gewinnt den Regional Cup Tübingen

Eine Mitarbeiterin der Firma Lütze fertigt Bauteile für elektronische Steuerungen für Schienenfahrzeuge.
Innovation

Land fördert Technologie­kooperation mit der Ukraine

Polizei mit BW-Wappen
Polizei

Neuer Studienjahrgang startet an der Hochschule für Polizei

Ein Student im Praktischen Jahr am Universitätsklinikum Heidelberg spricht mit einem Patienten.
Gesundheitsberufe

Neuer Weg ins Medizinstudium startet

Gruppenbild mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (vorne, Mitte) und den Ordensprätendentinnen und Ordensprätendenten
Auszeichnung

Verdienstorden des Landes an 27 verdiente Persönlichkeiten

Ministerin Razavi mit den neuen Regierungsbaumeisterinnen und Regierungsbaumeistern 2026. V.l.: Manuel Riedlinger, David Maihöfer, Ministerin Nicole Razavi MdL, Annika Bauer, Johannes Martin Schöckle und Salome Cynthia Schwarz.
Städtebau

Regierungsbaumeisterinnen und -baumeister verabschiedet

Deutsche Delegation beim 4. Treffen der deutsch-polnischen Freundschaftsgruppen
Europa

Treffen der deutsch-polnischen Freundschaftsgruppen

Die Fahnen von Deutschland (links) und Polen (rechts)
Internationales

Delegation bei Treffen der deutsch-polnischen Freundschaftsgruppen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Innenminister Thomas Strobl am Grab des früheren Ministerpräsidenten Lothar Späth auf dem Waldfriedhof in Stuttgart-Degerloch
Gedenken

Zehnter Todestag von Lothar Späth