Gesundheit

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

Am diesjährigen Welt-Aids-Tag legt das Gesundheitsministerium zusammen mit der Aidshilfe Baden-Württemberg ein besonderes Augenmerk auf das Gesundheitswesen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Aidshilfe

Der Welt-Aids-Tag erinnert seit 1988 an die Rechte von Menschen mit HIV, ruft zur Solidarität auf und tritt Vorurteilen durch Aufklärung und Wissensvermittlung entgegen. Dieses Jahr legt das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration zusammen mit der Aidshilfe Baden-Württemberg ein besonderes Augenmerk auf das Gesundheitswesen. Ein Aufklärungsposter soll dazu beitragen, auch im Rahmen von medizinischer Versorgung Wissen zu erweitern und Diskriminierung vorzubeugen.

„Noch immer stoßen HIV-positive Menschen nicht nur im Alltag, sondern selbst im Kontext medizinischer Behandlungen auf Vorbehalte und Stigmatisierung. Berührungsängste bestehen in praktisch allen Lebensbereichen. Deshalb dürfen wir nicht nachlassen, weiterhin über diese Krankheit aufzuklären und Ängste zu nehmen. Aufklärung und Toleranz bewirken den Abbau von Unsicherheiten und Diskriminierung“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha im Vorfeld des Welt-Aids-Tags.

Diskriminierung im Gesundheitswesen

Insgesamt lebten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) Ende 2023 etwa 96.700 Menschen mit HIV in Deutschland, davon ungefähr 10.400 in Baden-Württemberg. Die Forschung macht Mut. Dank moderner Therapien ist HIV heute gut behandelbar, und Menschen mit HIV können dadurch ein langes, gesundes Leben führen. Hoch effektive Medikamente können die Vermehrung des Virus im Körper so weit verhindern, dass HIV unter erfolgreicher Therapie nicht mehr übertragbar ist. Dennoch sind HIV-positive Menschen immer wieder Diskriminierungen ausgesetzt.

„Ich wurde einmal von einer Zahnarztpraxis abgelehnt, weil ich HIV-positiv bin. Das war tief verletzend und unnötig“, berichtet eine betroffene Person von ihrer Erfahrung. Die Studie „Positive Stimmen 2.0“ der Deutschen Aidshilfe ergab, dass mehr als die Hälfte der HIV-positiven Menschen im medizinischen Kontext Diskriminierung erleben. Dazu gehören beispielsweise markierte Patientenakten, die Vermeidung von Körperkontakt, gesonderte Behandlungstermine und sogar die Verweigerung notwendiger Behandlungen, was auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Lebensqualität zur Folge haben kann.

Vorurteilen mit Aufklärung begegnen

„Vorurteile über HIV haben im Gesundheitssystem fatale Folgen: Wenn Menschen sich aus Angst vor Vorurteilen nicht öffnen, kann das Behandlungsfehler zur Folge haben oder lebenswichtige Diagnosen verhindern. So werden auch HIV-Tests oft aus Scham nicht nachgefragt oder angeboten. Damit möglichst alle Menschen ihren HIV-Status kennen, müssen wir weiter daran arbeiten, den Vorurteilen mit Aufklärung zu begegnen und Offenheit einfordern – angefangen beim medizinischen Personal“, betont Claudius Desanti, Geschäftsführer der Aidshilfe Baden-Württemberg.

Das Landesgesundheitsamt hat in Zusammenarbeit mit der Aidshilfe Baden-Württemberg deshalb ein Poster erstellt, das die wesentlichen Informationen zu HIV im Berufsalltag für medizinisches Personal prägnant zusammenfasst. Das Poster (PDF) ist über die Internetseite des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg und der Aidshilfe Baden-Württemberg erhältlich.

HIV in Deutschland

99 Prozent aller Menschen in Deutschland, die eine gesicherte HIV-Diagnose haben, nehmen HIV-Medikamente ein. Auch in Baden-Württemberg spiegelt sich dieser Trend wider. Die vom RKI geschätzte Zahl der Menschen, die mit einer gesicherten HIV-Diagnose unter Behandlung mit diesen Medikamenten in Baden-Württemberg leben, lag im Jahr 2023 bei 9.470. Laut dem HIV-Jahresbericht 2023 des Robert-Koch-Instituts gab es deutschlandweit 2.799 gesicherte HIV-Neudiagnosen, eine leichte Zunahme gegenüber den 2.547 Neudiagnosen im Vorjahr. In Baden-Württemberg nahmen die Neudiagnosen hingegen leicht ab, von 325 Neudiagnosen im Jahr 2022 auf 275 im Jahr 2023.

Weitere Meldungen

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Pilotkommunen verbessern Zusammenarbeit im Krisenfall

Neubau der Kindertagesstätte Wilhelm-Enßle-Straße
Städtebauförderung

Ortsmitte in Geradstetten erfolgreich saniert

Im alten Fabrikensemble der Eisenlohr’schen Werke in Dettingen an der Erms sind mit Hilfe der Städtebauförderung 67 neue Wohnungen entstanden.
Städtebauförderung

Ortskern in Dettingen an der Erms modernisiert

Gruppenfoto der 54. Sportministerkonferenz. V.l.: Klaus Zimmermann, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt, Olaf Bull, Staatsrat beim Senator für Inneres und Sport in Bremen, Stefan Gruhner, Chef der Staatskanzlei und Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Florian Birkmeyer, Ministerialdirektor im Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport, Ehrenamt und Medien des Landes Rheinland-Pfalz, Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Reinhold Jost, Minister für Inneres, Bauen und Sport im Saarland, Franziska Becker, Staatssekretärin für Inneres und Sport in Berlin, Nils Thiede, Leiter der Abteilung Jugend, Familie und Sport im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, Sandro Kirchner, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Magdalena Finke, Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport des Landes Schleswig-Holstein, Ulf Bandiko, Amtschef im Ministerium des Inneren und Sport von Sachsen, Theresa Schopper, die für den Sport zuständige Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg und Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Daniela Behrens, Ministerin für Inneres und Sport von Niedersachsen, Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Diana Stolz, hessische Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Andy Grote, Senator für Inneres und Sport in Hamburg, und Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt.
Sportministerkonferenz

Mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Eröffnung der Wanderausstellung der IBA'27 in der baden-württembergischen Landesvertretung in Berlin
Städtebau

IBA’27-Ausstellung in Berlin eröffnet

Eine junge Frau wird geimpft.
Ärztliche Versorgung

Auswahlverfahren zur Landarztquote 2026 abgeschlossen

Eine Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Kein erhöhtes Risiko wegen West-Nil-Virus

In einer Wohngemeinschaft sitzen Studierende um den Küchentisch und unterhalten sich (Bild: © dpa).
Wohnraumförderung

Land fördert im Neubau bundesweit die meisten Wohnheimplätze

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Bürgerbeteiligung

Auswahlprozess für neuen Jugendberaterkreis gestartet

Start-up WOW Challenge
Start-up BW

BLACKPIN.IOT im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Erzieherin und Kind beim Lesen
Literatur

Frederick Tag 2026 gestartet

Vordere Reihe (von links nach rechts): Julia Hellmann, Minister der Justiz und für Migration Moritz Oppelt und Petra Klein  Hintere Reihe (von links nach rechts): Dr. Sarah Straub, Michael Kühn, Anne Stöhr, Panajotis Neuert und Claudia Österle
Justiz

Tag der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer 2026

Gesundes Essen bei der Zubereitung.
Ernährung

Impulse für eine gelungene Seniorenverpflegung

Ministerin Theresa Schopper (rechts) spricht zur Eröffnung der Netzwerkkonferenz Baukultur
Baukultur

Netzwerkkonferenz Baukultur 2026

Logo er Frauenwirtschaftstage 2026
Gleichstellung

22. Frauenwirtschaftstage eröffnet