Gesundheitsschutz

Welt-Aids-Tag 2018

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Arzt nimmt an dem Finger eines jungen Mannes Blut ab.

Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Eine frühzeitige Diagnose kann bei einer HIV-Infektion eine deutlich höhere Lebenserwartung bedeuten. In den Checkpoints der Aidshilfen oder in den Gesundheitsämtern können anonyme Tests für HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten durchgeführt werden. Im Zweifel gilt: lieber testen lassen.

Eine HIV-Erkrankung ist nach wie vor nicht heilbar – wenn eine Infektion aber früh diagnostiziert und behandelt wird, haben Betroffene heute eine annähernd normale Lebenserwartung. „Das ist zum einen für die Betroffenen eine beruhigende Nachricht, zum anderen kann es anderen Menschen die Sorge vor der Durchführung eines Tests nehmen. Deshalb gilt: im Zweifel lieber testen lassen – zum Beispiel in den Checkpoints der Aidshilfen oder in den Gesundheitsämtern“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha im Vorfeld des Welt-Aids-Tags, der am Samstag (1. Dezember) weltweit begangen wird.

Bei früher Diagnose und frühem Behandlungsbeginn könne man gut und lange mit HIV leben. „Unter wirksamer Therapie ist das Virus auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragbar. Menschen mit HIV können jeden Beruf ausüben und gesunde Kinder zur Welt bringen. Oft haben sie weder durch die Infektion noch durch die medikamentöse Therapie Einschränkungen - wohl aber durch das Stigma, das an HIV haftet“, so Maike Biewen, Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Baden-Württemberg.

Rückgang der Neuinfektionen – Deutschlandweit 11.400 ohne Diagnose

Für Baden-Württemberg geht das Robert Koch-Institut für das Jahr 2017 von etwa 250 neuen HIV-Infektionen aus, wobei etwa drei Viertel auf Männer entfallen, im Jahr 2016 waren es noch etwa 270 Neuinfektionen. Die Zahl der Menschen, die Ende 2017 mit HIV/AIDS in Baden-Württemberg lebten, soll bei etwa 10.300 liegen, wobei etwa 75 Prozent männlich sind. Im Jahr 2016 lag die Zahl noch bei etwa 11.100 Menschen.

86.100 HIV-Positive Menschen leben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland. Die Zahl der Neuinfektionen ist in 2017 deutlich gesunken und wird für das Jahr 2017 auf 2.700 geschätzt – ein Rückgang gegenüber 2016, wo es nach aktualisierter Schätzung 2.900 Neuinfektionen gab. Dabei liegt der Anteil der Männer, die Sex mit Männern haben und die sich neu infiziert haben, im Jahr 2017 bei nur noch 1.700 Menschen.

HIV-Diagnosen werden oft erst Jahre nach der Infektion gestellt. „Dies ist auch im Hinblick auf eine potenzielle Ansteckung anderer Menschen sowie das Wohl der Betroffenen viel zu lang“, so Minister Lucha. Hintergründe für späte oder hinausgeschobene Tests seien beispielsweise fehlende Information sowie Verdrängung und Angst vor Stigmatisierung.

Schätzungsweise rund 1.000 Menschen leben in Baden-Württemberg, die nichts von Ihrer HIV-Infektion wissen. Deutschlandweit sind es sogar 11.400 Menschen ohne Diagnose. „Nur wer seinen HIV-Status kennt, kann sich und andere schützen“, so Lucha weiter.

Angebot von sogenannten "Checkpoints"

Unter dem Label „Checkpoint“ bieten die Aidshilfen in Baden-Württemberg anonyme Tests, nicht nur auf HIV, sondern auch auf andere sexuell übertragbare Infektionen an. Die Tests finden niedrigschwellig unter hohen hygienischen Bedingungen, immer in Anwesenheit von Ärztinnen und Ärzten statt. Für den HIV-Test genügt in der Regel ein kleiner Piks in den Finger zur Blutentnahme. Im Dezember und Januar werben die baden-württembergischen Aidshilfen mit kostenlosen Testangeboten dafür, sich testen zu lassen. Die BARMER unterstützt dieses Projekt.

HIV-Selbsttest seit Oktober frei verkäuflich

Neben den Testmöglichkeiten in Arztpraxen, Checkpoints oder Gesundheitsämtern, ist seit Oktober der HIV-Selbsttest in Deutschland frei verkäuflich. Erhältlich ist dieser, neben dem Onlinehandel, in Apotheken, teilnehmenden Aidshilfen und vorrausichtlich bald auch in Drogeriemärkten. „Wir befürworten die freie Verfügbarkeit des Selbsttests mit der Hoffnung auch diejenigen zu erreichen, denen der Gang zu einem unserer Checkpoints aus Scham unangenehm oder einfach zu weit ist. Bevor sich jemand gar nicht testen lässt, ist der Selbsttest eine gute Alternative und ermöglicht vielen Menschen eine frühe Diagnose, die entsprechende Behandlung und verhindert eine weitere Übertragung.“, so Maike Biewen.

Gesetzentwurf auf Kassenleistung wird festgeschrieben

Der Verzicht auf Kondome erhöhe insbesondere bei Menschen mit häufig wechselnden Partnern, deren HIV-Status nicht bekannt ist, die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren erheblich. Für diesen Personenkreis ist eine medikamentöse HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) besonders wichtig. Nach einem Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit soll für eine noch zu definierende Gruppe von Personen mit substanziellem Infektionsrisiko ein Anspruch auf HIV PrEP als Kassenleistung festgeschrieben werden. Es wird erwartet, dass dadurch der Rückgang der HIV-Neuinfektionen weiter beschleunigt werden kann.

Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg: Tests

Checkpoint Baden-Württemberg

AIDS-Hilfe Baden-Württemberg

Quelle:

Aids-Hilfe Baden-Württemberg, Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Visualisierung Campus St. Alban
Innovationspreis

Zehn Preise für kirchliche Wohnprojekte

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Justizministerin Marion Gentges (Vierte von links) mit dem Team des Projekts „DIE MUTMACHER“
Justiz

Begleithunde unterstützen in Strafprozessen

Flur in einem Krankenhaus
Gesundheit

248 Millionen Euro für Investitionen an 20 Kliniken

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)
Landwirtschaft

Land mit vielfältiger Bio-Qualität auf BIOFACH präsent

Ein Mann hält ein Ringbuch mit Bauplänen, mit dem Zeigefinger deutet er auf ein Baufeld
Flächenmanagement

„Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ wird gestärkt

Wirtschaftsministerin Dr, Nicole Hoffmeister-Kraut (Zweite von rechts) überreicht Adolf Klek (Mitte) die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg.
Auszeichnung

Adolf Klek mit Staufermedaille geehrt

von links nach rechts: Justizministerin Marion Gentges, Sabine Gwarys, Adam Michel (Vorstand AMSEL) und der Bürgermeister der Stadt Ettenheim, Bruno Metz
Justiz

Bundesverdienstkreuz für Sabine Gwarys

Auszubildende in einer Berufsschule (Foto: © dpa)
Ausbildung

Duale Ausbildungsvorbereitung erhöht Karrierechancen

Ein Krebsforscher arbeitet in einem Labor des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Heidelberg mit einer Pipette. (Bild: picture alliance/picture alliance / dpa)
Gesundheitsschutz

PFOA-Belastung bei Einwohnern im Landkreis Rastatt sinkt weiter

Marktplatz in Waiblingen
Städtebauförderung

270,63 Millionen Euro für 319 Städtebaumaßnahmen