Netzausbau

Vollständige Erdverkabelung in Baden-Württemberg

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Kunststoffrohre, durch die Strom-Erdkabel gezogen werden.

„Energiepolitisch vernünftig und nachvollziehbar“, nannte Umweltminister Franz Untersteller die heute bekannt gewordenen Netzausbaupläne des baden-württembergischen Netzbetreibers TransnetBW. Demnach wird die große Übertragungsleitung SuedLink auf einer Länge von rund 100 Kilometern durch Baden-Württemberg verlaufen. Es gehe jetzt darum, in einem transparenten Dialog die beste Streckenführung zu finden.

Die Pläne von TransnetBW sehen vor, die Leitung mehr oder weniger parallel zur A 81 von Grünsfeld an der Grenze zu Bayern bis Großgartach westlich von Heilbronn zu führen. Zur Diskussion stehen zwei alternative Leitungsvorschläge im Abstand von wenigen Kilometern.

Untersteller begrüßte, dass der gesamte Leitungsabschnitt unter die Erde verlegt werden solle. Er hoffe, dass es damit vielen leichter falle, das Ausbauvorhaben zu akzeptieren: „SuedLink ist ein sehr großes Projekt, und es wird nicht geräuschlos gebaut werden können. Aber wenn wir eine sichere Stromversorgung ohne Atomkraftwerke und weitgehend aus erneuerbaren Quellen haben wollen, dann brauchen wir diese Leitung.“

Transparenter Dialog über die Ausbaupläne

Wo sie genau verlaufen solle, müsse jetzt in einem offenen und fairen Dialog aller Beteiligten diskutiert werden, bekräftigte Untersteller: „Da ist es zunächst einmal gut und richtig, dass die Netzbetreiber Spielraum zur Diskussion gelassen haben, indem sie zwei alternative und relativ breite Verlaufskorridore vorgeschlagen haben. Es geht jetzt darum, in diesem Rahmen gemeinsam die beste Streckenführung zu finden.“

Das Umweltministerium habe deshalb bereits ein vorgezogenes informelles Dialogverfahren in Gang gesetzt und TransnetBW habe zugesichert, die Anregungen, die aus diesem Dialog hervorgehen, nach Möglichkeit in die weitere Planung einzubeziehen.

Grundlage dieses Verfahrens ist eine Erklärung, die Vertreter und Vertreterinnen von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaft, Umweltverbänden und Kommunen unterzeichnet haben. Im vergangenen Jahr haben in diesem Rahmen und unter der Leitung der Deutschen Umwelthilfe bereits vier Fachveranstaltungen für Kommunen, Verbände und Initiativen in der Region Heilbronn-Franken stattgefunden. Der nächste Schritt ist jetzt der Bürgerdialog und die Debatte über die konkreten Vorschläge zur Trassenführung.

Franz Untersteller: „Wir wollen eine wohnort- und bürgernahe Diskussion. Wer von den Ausbauplänen betroffen ist oder sich auch nur dafür interessiert, soll sich konstruktiv einbringen können.“

Vier öffentliche Bürgerveranstaltungen

Geplant sind vier öffentliche Bürgerveranstaltungen. Der Auftakt ist in Leingarten am 6. Oktober, es folgen Möckmühl (10.10.), Grünsfeld (11.10.) und Bad Mergentheim (12.10.). „Bei allen Veranstaltungen wollen wir und TransnetBW die Notwendigkeit des Netzausbaus erläutern, die Planungs- und Genehmigungsverfahren erklären, Fragen aus der Bürgerschaft beantworten und Anregungen aufnehmen“, sagte Untersteller.

Die TransnetBW werde dann prüfen, inwieweit die Ergebnisse der Bürgerdialoge in die Planungen eingearbeitet werden können. Ende November (29.11.) sollten die überarbeiteten Pläne dann öffentlich vorgestellt werden.

Dieses Verfahren ersetze nicht die gesetzlich vorgeschriebene Öffentlichkeitsbeteiligung, betonte der Umweltminister. Im Rahmen der Bundesfachplanung und des Planfeststellungsverfahrens gebe es selbstverständlich erneut die Möglichkeit zur Beteiligung. Und bis durch SuedLink Strom fließe dürften noch einige Jahre vergehen.

Zieljahr für die Inbetriebnahme der Übertragungsleitung ist 2025.

Weitere Meldungen

Straßenbaustelle an der B31 im Schwarzwald (Bild: © dpa).
Straßenbau

500 Millionen Euro für Straßenerhalt im Land

Bauarbeiter laufen in Stuttgart an Neubauten der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) vorbei. (Foto: © dpa)
Wohnraumförderung

Bau von 3.367 Sozialwohnungen bewilligt

Neue Herausforderungen für die Kriminaltechnik in Bayerns
Wirtschaft

Länder fordern Anpassung der Chemieagenda 2045

Gruppenbild bei Agrarministerkonferenz in Bad Reichenhall
Landwirtschaft

Frühjahrs-Agrarministerkonferenz 2026 in Bad Reichenhall

Deutsche Delegation beim 4. Treffen der deutsch-polnischen Freundschaftsgruppen
Europa

Treffen der deutsch-polnischen Freundschaftsgruppen

Gruppenfoto der Teilnehmenden der 53. Sportministerkonferenz auf Norderney
Sport

53. Sportministerkonferenz auf Norderney

Kernkraftwerk Philippsburg ohne Türme (Aufnahme vom 03.06.2020)
Kernkraft

Leckage im Kernkraftwerk Philippsburg

Straßenverkehr in Stuttgart
Bundesrat

Gegen erneute Verbote für Automobilbranche

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk fordert schnelle Entlastungen bei Energiepreisen

Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
Wasserstoff

Bundesweite Abfrage des Strom- und Wasserstoffbedarfs

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut
Bundesrat

Land setzt sich für landeseigene Forschungsinstitute ein

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Eine Fernwärme-Anlage im Keller eines Gebäudes.
Energieversorgung

Länder fordern entschlossenes Handeln für bezahlbare Energie

Stuttgart, 03.03.2026: Staatssekretär Andre Baumann (zweiter von links) mit den Gründern des Ombudsverein Erdwärme e. V. (von links): Dr. Herbert Pohl (Geschäftsführer, Deutsche ErdWärme GmbH), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Dr. Horst Kreuter (Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Andreas Mühlig (Leiter GE Erzeugung Betrieb EnBW Energie Baden-Württemberg AG), Dr. Hansjörg Roll (Mitglied des Vorstands, MVV Energie AG), Klaus Preiser (Geschäftsführung, badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG), Jürgen Scheurer (Geschäftsführer, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.), Jörg Dürr-Pucher, (Vorsitzender, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.)
Energiewende

Ombudsverein Erdwärme für schnelle Schlichtungen gegründet

Collage aus sechs Personen vor blauem Hintergrund
Schule

3 Fragen 3 Antworten: mit Gewinnerinnen und Gewinner des Lehrkräfte