Schienenverkehr

Viele Verbesserungen zum Fahrplanwechsel im Raum Lindau

Nach dem Abschluss von Straßenbaumaßnahmen in Lindau ist der Weg frei für mehr Züge zwischen Lindau-Reutin und Lindau-Insel.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Zug fährt nahe am Ufer des Bodensees vorbei durch die Weinberge.

Nach dem Abschluss von Straßenbaumaßnahmen in Lindau ist der Weg frei für mehr Züge zwischen Lindau-Reutin und Lindau-Insel. Das ursprünglich bereits für Ende 2021 vorgesehene Zugangebot kann deshalb ab 15. Dezember 2024 umgesetzt werden. Es sieht vor, dass möglichst viele Regionalzuglinien an beiden Bahnhöfen halten. Insgesamt werden montags bis freitags pro Stunde zwischen vier und fünf Regionalzüge zwischen Lindau-Reutin und dem Inselbahnhof verkehren. Aktuell sind es lediglich zwei bis drei.

Regionalzüge fahren beide Lindauer Bahnhöfe an

„Die Zweibahnhofslösung für Lindau erreicht nun auch beim Fahrplan die Ziellinie“, sagte der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter. „Beide Bahnhöfe sind künftig sowohl untereinander als auch mit der Region optimal verknüpft.“ Allerdings muss sich der neue Fahrplan mit deutlich mehr Fahrten in Lindau noch im Alltagsbetrieb bewähren.

Ab Mitte Dezember wird die Regionalbahn RB 92 Memmingen – Lindau-Insel nach Lindau-Reutin verlängert. Auch bei der parallel verkehrenden Linie RE 96 werden künftig sämtliche Züge über den Inselbahnhof nach Lindau-Reutin fahren. Die Züge der beiden miteinander vertakteten Linien RE 7 Augsburg – Kempten – Lindau-Reutin und RE 70 München – Kempten – Lindau-Reutin starten und enden künftig nicht mehr in Lindau-Reutin, sondern werden nach Lindau-Insel verlängert, ebenso die S7 Romanshorn – Bregenz – Lindau (auch als REX 7 bezeichnet). Bis auf die beiden Linien RB 93 Friedrichshafen – Lindau-Insel und RE 3 Ulm – Friedrichshafen – Lindau-Reutin fahren damit ab Dezember sämtliche Regionalzüge beide Lindauer Bahnhöfe an.

Verbesserungen zwischen Lindau und Friedrichshafen

Aber auch für Fahrgäste auf der östlichen Bodenseegürtelbahn zwischen Lindau und Friedrichshafen bietet der neue Fahrplan Verbesserungen: So werden je Fahrtrichtung zwei Züge der RB 93 Friedrichshafen – Lindau, die am späteren Abend aktuell im baden-württembergischen Kressbronn beginnen beziehungsweise enden, nach Lindau-Insel verlängert. Zusätzlich ergeben sich durch die Verlängerung der S7 von Romanshorn zum Lindauer Inselbahnhof neue und attraktive Anschlüsse zur RB 93 von beziehungsweise nach Friedrichshafen.

Verkehrsminister Winfried Hermann: „Der neue Fahrplan bringt spürbare Vorteile für die Fahrgäste: Mehr Züge, bessere Anschlüsse und längere Verbindungen machen die Bahn am Bodensee attraktiver. Oberschwaben, Vorarlberg, Westallgäu und die Ostschweiz rücken enger zusammen – das ist ein echter Gewinn für alle, die klimafreundlich unterwegs sein wollen. Bayern und Baden-Württemberg haben hier erneut sehr gut zusammengearbeitet.“

Längere Züge zwischen Memmingen und Lindau

Zwischen Memmingen und Lindau stocken Baden-Württemberg und Bayern die Kapazität der Regionalzüge auf. Gemeinsam bestellen sie bei Averio auf den Linien RB 92 und RE 96 noch mehr längere Züge mit doppelter Sitzzahl. Möglich macht dies die Verlängerung der Bahnsteige an den Stationen Tannheim, Marstetten-Aitrach, Aichstetten und Kißlegg. Bisher konnte dort nur ein Zugteil halten, jetzt reichen die Bahnsteiglängen für zwei gekoppelte Zugteile aus.

Verbesserungen auch im Fernverkehr

Neben dem Regionalverkehr wird in Lindau ab 15. Dezember 2024 auch die Anbindung an den Fernverkehr verbessert: Die Westbahn bietet erstmals eine Direktverbindung von Wien nach Lindau an. Abfahrt ist in Wien um 7.08 Uhr, Ankunft in Lindau-Insel um 14.31 Uhr. Zwischen Zürich, Lindau und München erweitert die internationale Kooperation aus DB, ÖBB und SBB den Fernverkehr im Zweistundentakt um ein zusätzliches EC-Zugpaar in Tagesrandlage: Montags bis samstags startet der erste EC des Tages nun bereits um 5.35 Uhr in Zürich, mit Ankunft in Lindau-Reutin um 7.10 Uhr und in München um 9.05 Uhr. In der Gegenrichtung fährt ein zusätzlicher EC sonntags bis freitags um 20.55 Uhr ab München, mit Ankunft in Lindau-Reutin um 22.52 Uhr und in Zürich um 0.27 Uhr.

Direkte Regionalverbindung Lindau – München wird geteilt

Die Eurocity-Frühverbindung überschneidet sich im Abschnitt Memmingen – München mit dem bisherigen RE 96 von Lindau-Insel (ab 6.46 Uhr) nach München Hbf (an 9.04 Uhr). Diese von Arverio betriebene Regionalzugverbindung muss deshalb zum Fahrplanwechsel in Memmingen getrennt und auf zwei unterschiedliche Züge aufgeteilt werden. Im Abschnitt Lindau – Memmingen bleibt alles beim Alten, allerdings endet der RE 96 dann in Memmingen. Als Ersatz bestellt die Bayerische Eisenbahngesellschaft zwischen Memmingen und München einen zusätzlichen Zug der Linie RE 72 bei Arverio. Diese neue Verbindung fährt dem Eurocity voraus, startet etwas früher in Memmingen um 7.46 Uhr (heute 8.00 Uhr) und kommt in München Hbf um 8.59 Uhr an. Der Zug bietet 200 Sitzplätze und wird gegenüber der heutigen Zugverbindung zusätzlich in Sontheim und Geltendorf halten. Aus fahrplantechnischen Gründen ist ein Stopp in München-Pasing nicht mehr möglich.

Fahrgäste des aktuell um 6.46 Uhr in Lindau abfahrenden RE 96 mit dem Ziel München können ab Dezember leider nicht mehr umsteigefrei in die Landeshauptstadt durchfahren. Dieser Zug endet wegen des neuen EC um 7.53 Uhr in Memmingen (Rückfahrt nach Lindau ab Memmingen um 8.06 Uhr). Es besteht aber eine Umsteigemöglichkeit entweder zum RE 72 um 8.11 Uhr ab Memmingen mit Ankunft in München um 9.40 Uhr oder zum neuen Eurocity um 8.01 Uhr ab Memmingen, der in München um 9.02 Uhr ankommt. Eine alternative Verbindung in ähnlicher Zeitlage für Fahrgäste aus Lindau und Hergatz bietet der RE 70 über Kempten, der um 5.51 Uhr in Lindau-Insel und um 6.08 Uhr in Lindau-Reutin abfährt. Er erreicht München Hbf um 8.40 Uhr.

Pressemitteilung vom 29. November 2024: Fahrplanwechsel bringt landesweit Verbesserungen

Weitere Meldungen

Ein Mann geht mit Kinderwagen und Hund auf einem Gehweg in Heidelberg.
Fußverkehr

Land startet Modellprojekt für barrierefreie und sichere Gehwege

Das Flügelrad für Radioaktivität ist auf einer sogenannte Ringleitung für hochkonzentriertes Radon zu sehen.
Strahlenschutz

Ergebnisse des Radon-Messprogramms

Straßenverkehr in Stuttgart
Bundesrat

Gegen erneute Verbote für Automobilbranche

Eine Hand hält am 18.04.2016 an einer Tankstelle in Tübingen (Baden-Württemberg) einen Tankstutzen.
Verbraucherschutz

Hauk fordert schnelle Entlastungen bei Energiepreisen

Verkehrsminister Winfried Hermann
Online-Dialog

Online-Dialog mit Verkehrsminister Winfried Hermann

Im Energiepark Mainz ist der verdichtete grüne Wasserstoff aus einem Elektrolyseur in Tanks gelagert.
Wasserstoff

Bundesweite Abfrage des Strom- und Wasserstoffbedarfs

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Klimawandel

2025 deutlich zu warm und mit ausgeprägter Hitzephase

Eine Fernwärme-Anlage im Keller eines Gebäudes.
Energieversorgung

Länder fordern entschlossenes Handeln für bezahlbare Energie

Stuttgart, 03.03.2026: Staatssekretär Andre Baumann (zweiter von links) mit den Gründern des Ombudsverein Erdwärme e. V. (von links): Dr. Herbert Pohl (Geschäftsführer, Deutsche ErdWärme GmbH), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Dr. Horst Kreuter (Vulcan Energie Ressourcen GmbH), Andreas Mühlig (Leiter GE Erzeugung Betrieb EnBW Energie Baden-Württemberg AG), Dr. Hansjörg Roll (Mitglied des Vorstands, MVV Energie AG), Klaus Preiser (Geschäftsführung, badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG), Jürgen Scheurer (Geschäftsführer, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.), Jörg Dürr-Pucher, (Vorsitzender, Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e. V.)
Energiewende

Ombudsverein Erdwärme für schnelle Schlichtungen gegründet

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Rieslingtrauben hängen am Stock in einem Weinberg
Weinbau

Mehr Förderung und Flexibilität für den Weinbau

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steht in Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Kommunale Wärmeversorgung mit Biogas in Weikersheim

Ein Intercity steht in einem Bahnhof. (© picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa)
Sicherheit

Landesweiter Prozess für mehr Sicherheit im Bahnverkehr