Nahverkehr

Seilbahn-Studie für Baden-Württemberg vorgestellt

Seilbahn auf der Internationalen Gartenausstellung in Berlin (Foto: © dpa)

Innerstädtische Seilbahnen können das öffentliche Verkehrssystem entlasten und verstärken. Welche Möglichkeiten urbane Seilbahnen bieten, sollte deshalb in einem Pilotprojekt untersucht werden. Die Stadt Stuttgart hat vier mögliche Trassen im Visier.

Innerstädtische Seilbahnen können das öffentliche Verkehrssystem entlasten und verstärken. Dabei hängt ihr Potenzial von den örtlichen Gegebenheiten ab. Welche Möglichkeiten urbane Seilbahnen bieten, sollte deshalb in einem Pilotprojekt untersucht werden, empfiehlt eine Studie des Verkehrsministeriums, die Minister Winfried Hermann im Beisein des Stuttgarter Städtebau-Bürgermeisters Peter Pätzold im Stuttgarter Rathaus vorstellte. In der Landeshauptstadt wird derzeit geprüft, ob der öffentliche Nahverkehr durch eine oder mehrere Seilbahnen ergänzt werden kann.

Pilotprojekt soll Möglichkeiten urbaner Seilbahnen prüfen

Minister Hermann sagte: „Seilbahnen sind eine gute Möglichkeit, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. Dabei ist es wichtig, sie durch gute Umsteigemöglichkeiten von Bus, Bahn und Rad in den bestehenden öffentlichen Verkehr zu integrieren. Urbane Seilbahnen können mit einem vergleichsweise geringen Flächenverbrauch das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel dort erweitern, wo der Ausbau anderer Verkehrsträger zu teuer oder gar nicht mehr möglich ist. Wir freuen uns deshalb mit der vor wenigen Wochen fertiggestellten Machbarkeitsstudie ‘Hoch hinaus in Baden-Württemberg‘ die aktuellen Ergebnisse eines Förderprojektes in die Diskussion einbringen zu können.“

Für eine mögliche Realisierung hat das Land im Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) eine Fördermöglichkeit geschaffen. In Deutschland gibt es bislang keine Erfahrungen mit einer urbanen Seilbahn, die in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden sei.

In der Studie geht es um die Frage, warum Seilbahnen für den öffentlichen Nahverkehr interessant sind. Insbesondere auf nachfragestarken Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit möglichst wenigen Zwischenstationen können Seilbahnen ihre Vorteile ausspielen. Urbane Seilbahnprojekte waren aber bisher häufig schlecht mit sonstigen öffentliche Nachverkehrsplanungen abgestimmt, außerdem fehlen Referenzprojekte in Deutschland. Bei den Workshops mit Bürgern zu diesem Thema wurde deutlich, dass die gründliche Auseinandersetzung mit Potenzialen und Schwierigkeiten urbaner Seilbahnen Voraussetzung für das Vertrauen in das neue Verkehrsmittel ist.

Die Projektergebnisse zeigen, dass Seilbahnen kein Allheilmittel für die Lösung urbaner Verkehrsprobleme und für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sind. Trotz ihrer Potenziale hängt der Nutzen urbaner Seilbahnprojekte sehr von den lokalen Gegebenheiten ab. Die grundsätzliche Offenheit gegenüber dem Thema zeigt jedoch, dass die gründliche Prüfung sich lohnt. Entscheidend ist, dass ein Projekt verwirklicht wird, da es in Deutschland noch keine urbane Seilbahn gibt. Nur mit der Realisierung einer Seilbahn im öffentlichen Nahverkehr kann der Nutzen getestet werden.

Stadt Stuttgart hat vier mögliche Trassen im Visier

Die Stadt Stuttgart hat großes Interesse daran, Seilbahnen in den öffentlichen Nahverkehr zu integrieren und damit eine Vorreiterrolle im Land einzunehmen. Der Stuttgarter Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, sagte am Montag: „Die Stadt Stuttgart sieht in urbanen Seilbahnsystemen einen wichtigen Beitrag zum ÖPNV und einer nachhaltigen Mobilität, den es zu untersuchen gilt. Aufbauend auf der vorliegenden Landesstudie will die Stadt jetzt eine Machbarkeitsstudie zu vier möglichen Seilbahnstrecken vergeben. Das Ziel ist es, urbane Seilbahnsysteme als Teil des ÖPNV einzurichten. Der Gemeinderat der Stadt Stuttgart hat im Rahmen des Bündnisses für Mobilität und Luftreinhaltung auch Gelder für eine Machbarkeitsstudie zur Verfügung gestellt und unterstützt damit diese Untersuchungen.“

Handlungsleitfaden

Auf Grundlage der Projektergebnisse beschreibt der Handlungsleitfaden die wichtigsten Themenbereiche bei urbanen Seilbahnprojekten:

  1. Relevanzprüfung und Vorplanung
    Hier geht es darum, lokale Problemlagen zu prüfen und die Einsatzbereiche urbaner Seilbahnen zu kennen sowie die Abstimmung mit der bestehenden Nahverkehrsplanung und mit sonstigen Rahmenbedingungen sicherzustellen.
  2. Planungsverfahren
    Hier sind die bestehenden Unsicherheiten bewusst zu machen und zeitliche und finanzielle Ressourcen für deren Klärung einzuplanen, um notwendige Entscheidungsgrundlagen und Variantenvergleiche schrittweise zu erarbeiten.
  3. ÖV-Integration
    Seilbahnen müssen im Zusammenspiel mit etablierten Verkehrsmitteln geplant werden, dazu sollten auch die jeweiligen Verkehrsbetriebe mit ihrer lokal vorhandenen Kompetenz einbezogen werden, schließlich müssen die Tarifintegration der Seilbahn sichergestellt und Sondertarife möglichst vermieden werden.
  4. Strukturen und Rahmenbedingungen
    Der fehlende Erfahrungsschatz muss schrittweise aufgebaut werden, zugleich besteht weiterhin Anpassungsbedarf bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen für urbane Seilbahnen sowie bei seilbahnspezifischen Kriterien in Bewertungsverfahren.
  5. Bürgerbeteiligung und Kommunikation
    Gerade wegen ihrer Neuartigkeit sollten Probleme und Potentiale urbaner Seilbahnen vor Ort mit Bürgern diskutiert werden, um Alltagswissen zu nutzen. Dies erfordert transparente und offene Kommunikation im gesamten Planungsprozess und ist Grundlage für die zielführende Beteiligung Betroffener.
  • Nahverkehr

Maskenmuffel haben in Bus und Bahn keinen Platz

  • Luftreinhaltung

Stickstoffdioxid-Werte im Land sinken weiter

Luftfiltersäulen stehen am Stuttgarter Neckartor am Straßenrand. (Bild: © picture alliance/Marijan Murat/dpa)
  • Luftreinhaltung

Wirksamkeit von Luftfiltersäulen bestätigt

Ein FLIRT-Triebwagen des Betreibers Go-Ahead Baden-Württemberg im Bahnhof Aalen (Bild: © Sebastian Berger).
  • Nahverkehr

Bereits 14.000 Pendler entschädigt

Minister Winfried Hermann spricht zum Publikum
  • KLIMASCHUTZ

Beispielhafter Klimaschutz im Verkehr

Ein Polizist geht an einem Warndreieck mit der Aufschrift „Unfall“ vorbei. (Foto: © dpa)
  • Polizei

Beste Verkehrsunfallbilanz

*
  • Verkehrssicherheit

Geschwindigkeit senken rettet Leben

v.l.n.r.: Torsten Krenz (Konzernbevollmächtigter der DB AG für das Land Baden-Württemberg), Michael Groh (Regionalbereichsleiter Südwest der DB Station&Service) und Verkehrsminister Winfried Hermann stehen an einem provisorischen barrierefreien Bahngleis im Bahnhof Göppingen. (Bild: © picture alliance/Marijan Murat/dpa)
  • Bahn

Verbesserungen für viele Bahnhöfe im Land

  • Nahverkehr

Mobilitäts-Checker berichten über Nahverkehr

Mitarbeiter der Straßenmeisterei im Einsatz (Foto: © dpa)
  • Straßenbau

Grundstein für modernste Straßenmeisterei im Land

Mitarbeiter arbeiten im Corona-Testzentrum am Stuttgarter Flughafen. (Bild: © picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Coronavirus

Land weitet Tests für Reiserückkehrer aus

Eine Frau steigt mit ihrem Fahrrad in einen Zug.
  • Radverkehr

Mehr Fahrradzüge in den Sommerferien

  • Nahverkehr

Land fördert Bürgerbusse im Ländlichen Raum

Eric Gauthier (l.) und Verkehrsminister Winfried Hermann (r.) (Bild: bwegt)
  • Nahverkehr

Erfolgreiche Social-Media-Kampagne von bwegt und Eric Gauthier

VVerkehrsminister Winfried Hermann (l.) übergibt den Förderbescheid für das bundesweit einzigartige Projekt an EnBW-Chef Frank Mastiaux (r.) (Bild: Verkehrsministerium/Edgar Neumann)
  • Mobilität

Land fördert städtische Schnellladeparks für E-Mobilität

Der Ladestecker eines elektrisch betriebenen Renault ZOE (Bild:© dpa)
  • Coronahilfe

Rettungsschirm Carsharing startet

Frau am Computer. (Bild: Land Baden-Württemberg)
  • Weiterbildung

Umfassende Maßnahmen zur beruflichen Weiterbildung

Transformationswissen BW startet (Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Strategiedialog Automobilwirtschaft

Landeslotsenstelle „Transformationswissen BW“ startet

Eine Frau unterwegs mit einem Elektrofahrrad (Foto: © dpa)
  • Radverkehr

Radleasing des Landes startet im Herbst

Tourismusminister Guido Wolf (l.) und Verkehrsminister Winfried Hermann (r.) werben für Urlaub in Baden-Württemberg (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Tourismus

Mit Bus und Bahn zu Urlaubszielen vor der Haustür

eWayBW
  • eWayBW

Hermann besucht eWayBW-Baustelle

Minister Winfried Hermann und Flughafen Geschöftsfüherer Walter Schöfer betrachten am 27.07.2020 die neue Wolkenmessanlage an der Solaranlage des flughafen Stuttgarts auf dem Boschparkhaus.
  • Klimaschutz

Flughafen Stuttgart beschließt Klimaschutzplan

Die drei Abschlussklassen der Realschule Stühlingen bekommen ihre Zeugnisse auf der Fahrt von Eggingen nach Stühlingen im Zug.
  • Schule

Zeugnisausgabe im Zug in Stühlingen

Flughafen Stuttgart (Foto: dpa)
  • Coronavirus

Mehr Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer

Drei Fahrradfahrer fahren auf einen Radschnellweg (Bild © dpa).
  • Radverkehr

Neckartal-Radweg zwischen Börstingen und Sulzau freigegeben