Geburtshilfe

Probleme bei der Besetzung offener Stellen in der Geburtshilfe

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Hebamme führt eine Ultraschalluntersuchung an einer Schwangeren durch.

Immer mehr Kliniken in Baden-Württemberg haben Probleme, offene Hebammenstellen zu besetzen. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Heidelberger Institut für Public Health im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration erstellt hat. Die Ergebnisse wurden heute bei der jüngsten Sitzung des Runden Tisches diskutiert.

Auf Initiative des von Staatssekretärin Bärbl Mielich ins Leben gerufenen Runden Tisches Geburtshilfe untersuchten die Wissenschaftler die aktuelle Versorgungssituation im Land und erörterten, wie die werdenden Mütter besser betreut werden können. Der Abschlussbericht umfasst die Entwicklung seit dem Jahr 2010 bis heute. „Der Abschlussbericht dient uns nun als Grundlage dafür, die Versorgungssituation in Baden-Württemberg mit neuen Impulsen zu versehen und weiter zu verbessern“, sagte Bärbl Mielich nach der Sitzung.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht

Im Jahr 2016 arbeiteten in Baden-Württemberg bei steigenden Geburtenzahlen 176 Beleghebammen in 15 Krankenhäusern mit Belegabteilungen. Im Jahr 2015 arbeiteten an den 65 Kliniken mit geburtshilflichen Abteilungen, die sich an der Umfrage beteiligten, insgesamt 1.048 Hebammen, dies entspricht 619 Vollzeitkräften. Von den an der Umfrage beteiligten Kliniken berichtete mehr als die Hälfte über Probleme, offene Hebammenstellen zu besetzen. Auffällig ist auch die kurze Verweildauer der Hebammen im Beruf von vier bis sieben Jahren.

Auch die Stellen für die Fachärztinnen und -ärzte sowie Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung ließen sich bei jeder dritten Klinik nicht besetzen. Im Jahr 2017 waren mehr als zwei Drittel der niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte 50 Jahre alt oder älter, was bedeutet, dass spätestens bis zum Jahr 2030 zwei Drittel der Frauenarztpraxen nachbesetzt werden müssen.

Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Hebamme

Bärbl Mielich: „Versorgungsengpässe bestehen insbesondere für Hebammenhilfe vor einer Geburt. Bis zu 51 Prozent der befragten Mütter berichteten von Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Hebamme.“ Der Großteil der freiberuflich tätigen Hebammen berichtete von mehr Anfragen nach Hebammenleistungen als diese annehmen können, dies gelte auch für die Nachsorge. „Die Versorgungsengpässe sind regional unterschiedlich. Wir müssen zusehen, dass wir flächendeckend eine optimale Versorgung für werdende Mütter fördern können“, so Mielich weiter. „Wir möchten, dass alle Frauen in Baden-Württemberg die gleichen Chancen und den gleichen Zugang zur Hebammenversorgung haben.“

Im Jahr 2018 verfügen die zehn bestehenden Hebammenschulen über eine Kapazität von 480 Ausbildungsplätzen. Durch Aufnahme neuer Klassen soll diese Kapazität bis 2019 um weitere bereits geplante 146 Ausbildungsplätze, auf insgesamt 626 Ausbildungsplätze ansteigen. Aufgrund des schrittweisen Kapazitätsausbaus und der Ausbildungsdauer von momentan drei und zukünftig vier Jahren (nach der Akademisierung) werden zusätzlich ausgebildete Hebammenschülerinnen und Entbindungspflegeschüler in den Jahren 2020 bis 2024 in den Arbeitsmarkt eintreten. „Wir sehen uns durch den Bericht in unserer Entscheidung bestätigt, die Ausbildungskapazitäten weiter auszubauen“, so Staatssekretärin Mielich.

Bericht zur Versorgungssituation

Für den Bericht wurden insgesamt fünf Umfragen von den Berufsverbänden der Frauenärzte, der Hebammen, der Kinder- und Jugendärzte sowie der Krankenhausgesellschaft und dem Ministerium für Soziales und Integration in Baden-Württemberg im Rahmen des Runden Tischs durchgeführt.

Für die Analyse wurden Routinedaten aus dem Gesundheitswesen mit weiteren Daten zusammengeführt und ergänzt, die die Einschätzungen der Betroffenen – sowohl von Eltern als auch in der Geburtshilfe Tätigen – wiedergeben.

Zusammenfassung des Berichts des Heidelberger Instituts für Public Health:

Weitere Meldungen

Eine asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sitzt auf einem Finger und sticht zu.
Gesundheitsschutz

Stechmückensaison hat begonnen

Sieger Regional Cup Südlicher Oberrhein
Start-up BW

AugRep GmbH im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Abgebildet ist das Logo zum Förderprogramm "Inklusionstaler". In einem Kreis finden sich viele kleine Punkte in allen Farben. Auf halber Höhe steht rechts der Schriftzug "Inklusionstaler" in weiß auf blauem Grund.
Menschen mit Behinderung

Land fördert Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Sieger Regional Cup Ludwigsburg
Start-up BW

Camperr im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Blick auf die Burg Hohenzollern.
Heimatforschung

Landespreis für Heimat­forschung 2027 ausgeschrieben

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Moderate Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt

Eine Frau befestigt einen „Rauchen-Verboten“-Aufkleber an einer Scheibe (Bild: © dpa).
Nichtraucherschutz

Neue Regeln für Raucherinnen und Raucher vom 1. Juni an

Bio-Musterregion Hohenlohe
Landwirtschaft

Weltbauerntag und Internationaler Tag der Milch

Logo von Start up BW
Start-up BW

OSORA medical im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Windräder
Windenergie

Land setzt sich für Ausbau der Windenergie ein

von links nach rechts: Präsidentin des Landesjustizprüfungsamts Sintje Leßner, Lukas Wörner, Dr. Fabian Haller, Paul Schwarz, stellvertretende Leiterin des Landesjustizprüfungsamtes Dr. Cornelia Iffland
Justiz

Examensfeier 2026 zum Zweiten juristischen Staatsexamen

IHK Heilbronn
Start-up BW

Krumm Engineering UG im Landesfinale des „Start-up BW Elevator Pitch“

Teilnehmende der Jugend- und Familienministerkonferenz 2026 sitzen mit Blick auf mehrere kreisförmig angeordnete Bildschirme an einem großen Konferenztisch.
Jugend und Familie

Land setzt Schwerpunkte für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Gesundheitsschutz

Temperaturanstieg und hohe UV-Strahlung am Pfingstwochenende

IW JUNIOR Landeswettbewerb - Dorfgemeinschaftsladen
Start-up BW

Zwei Schülerfirmen beim Landeswettbewerb ausgezeichnet