Menschen mit Behinderungen

Land fördert weitere „Toiletten für Alle“

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Beispiel einer öffentlichen „Toilette für alle“

Das Land stellt rund 200.000 Euro für die Einrichtung von weiteren öffentlichen Toiletten bereit, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit besonders schweren Behinderungen ausgerichtet sind. Baden-Württemberg ist bislang das einzige Bundesland, das eine solche Ausstattung fördert.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration stellt rund 200.000 Euro für die Einrichtung von weiteren öffentlichen Toiletten bereit, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit besonders schweren Behinderungen ausgerichtet sind. Baden-Württemberg ist bislang das einzige Bundesland, das eine solche Ausstattung fördert. Inzwischen gibt es knapp 70 „Toiletten für Alle“ im Land, 18 weitere sind derzeit in der Planung oder Umsetzung. 

„Menschen mit Behinderungen sollen selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha am Montag, 1. August 2022, in Stuttgart. „Vor wenigen Jahren gab es in Baden-Württemberg noch kaum öffentlich zugängliche ‚Toiletten für Alle‘. Um beispielsweise Inkontinenzmaterial zu wechseln, musste man unterwegs etwa auf den Boden einer Rollstuhltoilette oder die Rückbank eines Autos ausweichen. Viele verzichteten daher ganz darauf, das Haus für längere Zeit zu verlassen.“

Bislang etwa 70 Angebote in Baden-Württemberg

Um die Situation zu verbessern, fördert das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration seit einigen Jahren die Ausstattung geeigneter Räume als „Toilette für Alle“. Dazu gehören auch mobile Varianten, die beispielsweise in einem entsprechend ausgestatteten Container bei Veranstaltungen im Freien aufgestellt werden können. Die Planung zur Ausstattung wird vor Antragstellung mit dem Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg e. V. abgestimmt und von diesem geprüft. Förderanträge für eine „Toilette für Alle“ können von Gemeinden und Kreisen, öffentlich-rechtlichen oder private Organisationen, Vereinen und Trägern von öffentlich zugänglichen Einrichtungen gestellt werden.

Mittlerweile gibt es „Toiletten für Alle“ beispielsweise im Erlebnispark Tripsdrill (Cleebronn), im Bäderpark in Leimen, im Naturschutzzentrum Wurzacher Ried in Bad Wurzach oder in der Klettpassage sowie in der Mercedes Benz Arena in Stuttgart, im Europapark Stadion in Freiburg und demnächst auch im Pfahlbauten Museum in Unteruhldingen.

Ergänzende Informationen zu einer „Toilette für Alle“

Zu einer „Toilette für Alle“ gehören eine höhenverstellbare Liege und ein elektrischer Personen-Lifter, der Personen sicher vom Rollstuhl auf das WC oder die Liege hebt. Dort liegen sie bequem und hygienisch, während die Begleitperson die Inkontinenzeinlage wechseln kann. Komplettiert wird die „Toilette für Alle“ durch einen luftdicht verschließbaren Mülleimer.

Zu den Betroffenen zählen vor allem Menschen mit angeborenen schweren und mehrfachen Behinderungen, Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma, Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, Menschen mit Querschnittlähmung sowie ältere Menschen, die schwer pflegebedürftig und/oder dement sind. Angesichts der steigenden Zahl der hochbetagten Menschen kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Betroffenen künftig weiter zunehmen wird.

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration: Förderaufruf „Toiletten für Alle“

Toilette für Alle, Standorte und Infos

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