Strassenverkehr

Geschwindigkeitsbegrenzungen wegen Gefahr von Hitzeschäden

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Durch große Hitze hat sich auf der Autobahn 5 der Fahrbahnbelag um rund 30 Zentimeter angehoben (Bild: © dpa).

Aufgrund der Gefahr von aufplatzenden Fahrbahnen – sogenannten „Blow-Ups“ – wird das Land Baden-Württemberg in den nächsten Tagen tagsüber eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den betroffenen Autobahnabschnitten anordnen.

An besonders heißen Tagen steigt die Gefahr von Hitzeschäden an Autobahnen die in Betonweise gebaut sind. Deswegen ordnet das Verkehrsministerium an bestimmten Straßen im Land Geschwindigkeitsbeschränkungen an wenn das Thermometer dauerhaft über 30 Grad Celcius steigt.

Im Sommer 2015 führten in Baden-Württemberg Temperaturen von dauerhaft über 30 Grad Celcius zu insgesamt fünf Hitzeschäden auf Bundesfernstraßen in Betonbauweise. Unter anderem kam es auch zu drei Blow-Ups – also dem plötzlichen Aufbrechen von Betonplatten. Wegen dieser Vorfälle und der anhaltenden Hitzeprognose wies das damalige Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) die vier Regierungspräsidien an, Tempolimits von 80 Kilometern pro Stunde und Verkehrswarnungen auf Autobahnen mit Beton auszugeben. Durch die Schadensfälle wurde 2015 das MVI vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur ständigen Teilnahme an der Expertengruppe „Fahrbahndecken aus Beton – Hitzeschäden“ eingeladen, um den Sachstand bezüglich der Hitzeschäden 2015 zu erörtern und die weitere Vorgehensweise zu vereinheitlichen. 

Die Erkenntnisse und Festlegungen aus dieser Expertengruppe haben als Entscheidungsgrundlage gedient, um das weitere Vorgehen in Baden-Württemberg für 2016 festzulegen: Künftig werden die Geschwindigkeitsbegrenzungen nur noch tagsüber in der Zeit von 10 bis 20 Uhr verhängt. 

Mittelfristiges Ziel ist es, für alle betroffenen Fahrbahnabschnitte den Austausch der Betondecken vorzusehen. Nach vorläufigen Erhebungen sind etwa 270 Kilometer Richtungsfahrbahnen betroffen, davon im Regierungsbezirk Stuttgart circa 172 Kilometer und im Regierungsbezirk Karlsruhe rund 98 Kilometer. Die betroffenen Abschnitte befinden sich auf den Autobahnen A 5, A 6, A 656, A 7, A 8 und A 81. Es ist von einem Umsetzungszeitraum von maximal zehn Jahren auszugehen.

Als kurzfristige Maßnahme zur wirksamen Vorbeugung gegen weitere verkehrssicherheitsgefährdende Hitzeschäden wurde bei vielen Fahrbahnen, die nach 2018 saniert werden, der Einbau von Entspannungsstreifen eingeführt. Alle vorliegenden Erkenntnisse haben ergeben, dass bei Streckenabschnitten mit Entspannungsbereichen aus Asphalt keine direkte Gefahr von Hitzeschäden mehr gegeben ist. Die Festlegung, in welchen Bereichen die Entspannungsstreifen eingebaut werden, erfolgte aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, da die Entspannungsstreifen bei der späteren Sanierung wieder ausgebaut werden müssen, sowie auf Grundlage der kurzfristigen Umsetzbarkeit. Für die übrigen Betonfahrbahnen in Baden-Württemberg, welche bis Ende 2018 saniert werden (etwa 60 Prozent) sind temporäre Geschwindigkeitsbeschränkungen nach wie vor erforderlich.

Weitere Meldungen

Verkehrsminister Winfried Hermann
Online-Dialog

Online-Dialog mit Verkehrsminister Winfried Hermann

Das Bild zeigt den Raum unter einer Brücke. Links ist ein Fluss zu sehen und daneben ein Waldweg.
Straßenbrücken

Land nutzt versiegelte Flächen für Tiere und Pflanzen

Ein Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steht in Stuttgart an einer Bushaltestelle.
Elektromobilität

Land fördert 213 emissionsfreie Busse

Ein Intercity steht in einem Bahnhof. (© picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa)
Sicherheit

Landesweiter Prozess für mehr Sicherheit im Bahnverkehr

Minister Winfried Hermann mit der AMEISE des Fraunhofer-Instituts
Autonomes Fahren

Autonomes Fahren im ÖPNV macht weiter Fortschritte

Bauarbeiter erneuern den Fahrbahnbelag auf einer Straße (Bild: © dpa).
Straßenbau

Neue Ortsumgehung bei Rißtissen für mehr Ruhe im Ortskern

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 24. Februar 2026

Der Ladestecker eines elektrisch betriebenen Renault ZOE (Bild:© dpa)
Elektromobilität

Elektro-Carsharing für 66 Standorte

Polizeistreife bei Verkehrsunfall
Verkehrssicherheit

Jahresbilanz 2025 des Verkehrswarndienstes

Ein Scan-Auto, das automatisch Parksünder registriert, fährt bei einem Pilotversuch an vor der Universität Hohenheim geparkten Fahrzeugen vorbei.
Parkraumüberwachung

Effizientere Parkraumkontrolle mit Scan-Fahrzeug in Heidelberg

Eine S-Bahn der Deutschen-Bahn fährt Richtung Stuttgart. (Bild: © picture alliance/Tom Weller/dpa)
SPNV

Neuer grenzüberschreitender REX ab Dezember 2026

Der neue Polizeihubschrauber mit fünf Rotorenblättern
Polizei

Jahresbilanz 2025 der Polizeihubschrauberstaffel

Ein Intercity-Express (ICE) der Deutschen Bahn (DB) fährt auf der Rheintalschiene nahe Hügelheim in Richtung Norden.
Schienenverkehr

Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn in Berlin

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 10. Februar 2026