Schule

Deutsch-Französische Grundschulen im Gesetz verankern

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Grundschueler liest mit seinen Mitschuelern im Unterricht (Bild: © dpa).

Der Schulversuch der beiden Deutsch-Französischen Grundschulen in Stuttgart und Freiburg soll in den Regelbetrieb überführt werden. Die beiden Schulen haben sich seit ihrer Einführung als Schulversuch in den 1990er Jahren in der Schullandschaft etabliert.

Die bisher im Rahmen eines Schulversuchs eingerichteten beiden Deutsch-Französischen Grundschulen in Stuttgart und Freiburg sollen in den Regelbetrieb überführt werden. Dazu sind Änderungen im Schulgesetz nötig, über die der Landtag heute berät. Kultusministerin Susanne Eisenmann möchte mit der Schulgesetzänderung für mehr kulturelle Zusammenarbeit werben und die engen Beziehungen zu Frankreich im Schulwesen vertiefen. „Europa mitzugestalten bedeutet auch, grenzüberschreitende Bildungsbiografien zu ermöglichen. Diesen europäischen Gedanken wollen wir mit den Deutsch-Französischen Grundschulen stärken“, sagt Eisenmann.

Schulversuch hat sich bewährt 

Die beiden Schulen haben sich seit ihrer Einführung als Schulversuch in den 1990er Jahren in der Schullandschaft etabliert. Im Schuljahr 2017/2018 besuchten 325 Schülerinnen und Schüler die Deutsch-Französische Grundschule in Stuttgart, 116 Schülerinnen und Schüler die Deutsch-Französische Grundschule in Freiburg. „Es ist mir ein grundsätzliches Anliegen, Schulversuche kritisch zu analysieren und diejenigen Konzepte zu verstetigen, die funktionieren. Wir haben mit den beiden Grundschulen ein hervorragendes Beispiel für einen erfolgreichen Schulversuch, der gleichzeitig auch ein positives Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft setzt“, so Kultusministerin Eisenmann.

Zu regulären Grundschulen gibt es einige Unterschiede. So können die Deutsch-Französischen Grundschulen laut Gesetzesentwurf fünf Schuljahre umfassen, so wie es im französischen Schulwesen üblich ist. Unterrichtet werden die Schüler von baden-württembergischen und französischen Lehrkräften, die sich je nach Fach am baden-württembergischen oder französischen Bildungsplan orientieren. Der französische Bildungsplan gilt in den Fächern Französisch, Mathematik, Geschichte, Erdkunde und Staatsbürgerkunde. In diesen Fächern wird auch auf Französisch unterrichtet.

Die deutsche Sprache ist ein eigenes Unterrichtsfach und Unterrichtssprache in den restlichen Fächern Religion, Sachunterricht, Musik, Kunst und Sport. Schülerinnen und Schüler werden so optimal auf Gymnasien mit französischem bilingualem Zug, auf Gymnasien mit Französisch ab Klasse 5 oder auf weiterführende Schulen des französischen Bildungssystems vorbereitet.

Zweite Lesung Mitte Februar  

Am 7. Februar 2019 wird der Bildungsausschuss über die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen beraten. Am 13. Februar 2019 findet im Landtag die zweite Beratung statt. Die Verkündigung im Gesetzblatt ist für den 26. Februar 2019 vorgesehen. Deutsch-Französische Grundschulen sind dann Grundschulen im Sinne des Paragraf 5 Schulgesetz. Für sie gelten die gleichen Bestimmungen wie für die sonstigen Grundschulen, soweit keine besonderen Regelungen für Deutsch-Französische Grundschulen – wie beispielsweise zur Anzahl der Schuljahre – greifen.

Weitere Meldungen

Traktor auf einem Feld
Ökolandbau

Land fördert überregionale Koope­rationen der Bio-Musterregionen

Bürger wählt (Foto: © dpa)
Landtagswahl 2026

Informationsangebote zur Sicherheit im Wahlkampf

Das Thermostat einer Heizung.
Energie

Energieberatung für einkommens­schwache Haushalte verlängert

Peter Hahn
Regierungspräsidien

Neuer Regierungsvizepräsident in Karlsruhe

Logo des Dr.-Rudolf-Eberle-Preises: Der Stauferlöwe in einem gelben Kreis steht vor dem Schriftzug „INNOVATION BW – Innovationspreis Baden-Württemberg – Dr.-Rudolf-Eberle-Preis“ auf weißem Hintergrund
Innovation

Ausschreibung für den Innovationspreis 2026 gestartet

Ein Biber, fotografiert an einem Fluss (Quelle: dpa).
Artenschutz

Biberverordnung hilft bei Konfliktfällen

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 20. Januar 2026

Ein Mitarbeiter einer Biogasanlage von Naturenergie Glemstal befüllt die Anlage mit Biomasse.
Bioökonomie

Grand Est und Land mobilisieren für Zukunft der Bioökonomie

von links nach rechts: Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister, Sandra Boser, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Marion Gentges, Ministerin der Justiz und für Migration, Dr. Ute Leidig, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration, Florian Haßler, Staatssekretär im Staatsministerium
Kabinettsausschuss

46 Maßnahmen gegen Hass und Hetze

Gesprächsrunde mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (rechts) am 26. November 2025 an der Wilhelmsschule in Stuttgart-Wangen, an der ein Pilotprojekt der Familiengrundschulzentren eingerichtet wird.
Bildung

Land stärkt Erziehungspartnerschaft

Landtagsgebäude von Baden-Württemberg in Stuttgart.
Landtagswahl

Kreiswahlvorschläge stehen endgültig fest

Ein Apotheker holt eine Medikamentenverpackung aus einer Schublade in einer Apotheke.
Gesundheit

Kritische Arzneimittel wieder stärker in Europa produzieren

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) mit den Mitgliedern des Normenkontrollrats Baden-Württemberg
Bürokratieabbau

Normenkontrollrat übergibt Tätigkeitsbericht 2025

Illustration eines Zuges. Dieser fährt an einem Schild mit der Aufschrift "Digitaler Knoten Stuttgart" vorbei.
Digitaler Knoten Stuttgart

Digitale Ausrüstung von Schienenfahrzeugen gefördert

CMT 2026 Tourismustag
Tourismus

Tourismus kann 2025 hohes Niveau halten