Integration

Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Deutschunterricht für Flüchtlinge (Quelle: dpa)

An zwölf Standorten in Baden-Württemberg ist im September und Oktober 2016 das Projekt „Bildungsjahr für erwachsene Flüchtlinge ohne oder mit geringen Sprach- und Schreibkenntnissen“ (BEF Alpha) gestartet. Das Kultusministerium unterstützt die Projektträger beim Aufbau lokaler Netzwerke.

BEF Alpha richtet sich an geflüchtete Menschen im Alter von 21 bis 35 Jahren. Ziel ist, den Frauen und Männern in Kursen Deutsch beizubringen sowie ihre beruflichen Fertigkeiten zu erkennen und zu fördern. Darüber hinaus werden Grundkenntnisse in der deutschen Politik und Kultur sowie demokratische Werte vermittelt. Grundlage für das Programm ist ein Konzept des Kultusministeriums. Finanziert wird das gesamte Projekt in den Jahren 2016 bis 2020 durch das Bundesbildungsministerium durch die Initiative Bildungsketten mit circa 2,1 Millionen Euro.

Projekt in Offenburg  und Freiburg vorgestellt

Das Institut für deutsche Sprache Offenburg (IDS Offenburg) und der Internationale Bund Freiburg (IB) sind zwei der zwölf Träger von BEF Alpha. Kultusstaatssekretär Volker Schebesta hat das Projekt in Offenburg mit dem Offenburger Bürgermeister Hans-Peter Kopp, der IDS-Projektleiterin Tanja Henk und einem Vertreter der Arbeitsverwaltung, sowie in Freiburg mit der Freiburger Bürgermeisterin Gerda Stuchlik, der Geschäftsführerin IB Baden, Doris Lauer, und Christian Ramm, dem Leiter der Arbeitsagentur, vorgestellt.

Kombination von Sprache, Berufsorientierung und politischer Grundbildung

Die Migranten besuchen 35 Wochen lang Kurse und absolvieren zusätzlich ein fünfwöchiges Praktikum in einem Unternehmen. Ein solches Projekt in diesem Umfang und vor allem mit der inhaltlichen und didaktischen Verknüpfung der drei Komponenten Sprache/Alphabetisierung, Berufsorientierung und Politik/Kultur wird bundesweit erstmals umgesetzt. BEF Alpha zielt darauf ab, dass die Flüchtlinge bis Juli 2017 ein gutes Sprachniveau erreichen und ihren künftigen beruflichen Weg festlegen können. Ihr bis dahin erreichtes Niveau wird auch entscheiden, ob sie danach einen weiteren Bildungsgang absolvieren oder direkt eine Ausbildung beginnen können. „Die Kombination von Sprache, Berufsorientierung und politischer Grundbildung in einem Kurs hat sich als besonders zukunftsträchtig erwiesen. Wir sind davon überzeugt, dass wir geflüchteten Menschen dadurch ein gutes Rüstzeug für ihren weiteren Weg in Deutschland mitgeben“, sagte Staatssekretär Schebesta.

Die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit unterstützt das Projekt. Wichtig für den Erfolg ist eine enge Zusammenarbeit der Träger vor Ort mit den jeweiligen Kommunen und Landkreisen, Jobcentern und Arbeitsagenturen, Unternehmen sowie ehrenamtlichen Helfern.

Motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer

In einer ersten Zwischenbilanz nach dem Start der Projekte im September/Oktober 2016 hätten, so Schebesta, die Projektträger zurückgemeldet, dass die Teilnehmer aller Kurse besonders motiviert seien. Zudem funktioniere das Lernen in den Kursen mit Menschen unterschiedlicher Nationalität oder Religion reibungslos. „Die bisherige Bilanz macht deutlich, dass die Kursteilnehmer für eine gute Zukunft in Deutschland motiviert arbeiten“, sagte Schebesta. Er bedankte sich ausdrücklich beim Institut für deutsche Sprache Offenburg und dem Internationalen Bund Freiburg und den anderen Trägern für ihr Engagement, das den Flüchtlingen einen guten Start in Deutschland ermöglicht. 

Standorte der zwölf Projektträger 2016/17:

  • BAZ Freudenstadt, Standort Alpirsbach
  • Institut Fakt.ori, Ulm
  • Institut für deutsche Sprache, Offenburg (VHS)
  • Effektiv-Bildung Gaggenau/Kuppenheim
  • Internationaler Bund (IB) Baden, Standort Freiburg
  • Initial Karlsruhe
  • VHS Esslingen
  • VHS Stuttgart
  • VHS Schwäbisch Gmünd
  • Kolping-Bildungswerk, Standort: Crailsheim
  • Kolping-Bildungswerk, Standort: Heilbronn
  • Kolping-Bildungswerk, Standort: Stuttgart

Weitere Meldungen

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
Forst

KI unterstützt Waldmanagement im Klimawandel

Ein Ingenieur kontrolliert in einem Labor mit einem Mikroskop einen Chip zum Einsatz in einen Quantencomputer.
Innovation

Land fördert 14 Prototypen für Zukunftstechnologien

Gewinnerteam Regional Cup Tübingen
Start-up BW

ELASTheal gewinnt den Regional Cup Tübingen

Eine Mitarbeiterin der Firma Lütze fertigt Bauteile für elektronische Steuerungen für Schienenfahrzeuge.
Innovation

Land fördert Technologie­kooperation mit der Ukraine

Polizei mit BW-Wappen
Polizei

Neuer Studienjahrgang startet an der Hochschule für Polizei

Die NECOC-Versuchsanlage am KIT produziert festen Kohlenstoff aus klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid.
Wirtschaft

Land fördert innovatives Verfahren für klimaneutrale Produktion

Ein Student im Praktischen Jahr am Universitätsklinikum Heidelberg spricht mit einem Patienten.
Gesundheitsberufe

Neuer Weg ins Medizinstudium startet

von links nach rechts: Herr Knödler von der Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall, Justizministerin Marion Gentges und Herr Mack von der Justizvollzugsanstalt Heimsheim
Justiz

108 neue Justizvollzugsbeamte im Land

Icon eines Gesetzbuches mit aufgedrucktem Paragrafenzeichen.
Verkehr

Landesmobilitätsgesetz macht gute Mobilität einfacher

Ministerin Razavi mit den neuen Regierungsbaumeisterinnen und Regierungsbaumeistern 2026. V.l.: Manuel Riedlinger, David Maihöfer, Ministerin Nicole Razavi MdL, Annika Bauer, Johannes Martin Schöckle und Salome Cynthia Schwarz.
Städtebau

Regierungsbaumeisterinnen und -baumeister verabschiedet

Ein Schüler mit Schutzbrille und Handschuhen in einer Autowerkstatt
Schule

Neues Portal zum Arbeits- und Gesundheitsschutz an Schulen

Gruppenbild auf der Bühne: Sozialminister Manne Lucha mit allen Preisträgern des Präventionspreises 2026
Gesundheit

Zwölf Projekte zur Gesundheits­prävention ausgezeichnet

Eine Schülerin meldet sich in einer Schule in Stuttgart während des Unterrichts.
Schule

Zahlen zum Potenzialtest und zur Unterrichtsversorgung

Eine Person in medizinischer Kleidung hält eine Digitalkamera speziell für den klinischen Einsatz. (Bild: Maja Hitij/dpa)
Technologie

Land fördert Miniatur-Batterien für Medizintechnik

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) überreicht Prof. Dr. Hubert Klausmann (rechts) die Staufermedaille in Gold.
Auszeichnung

Staufermedaille in Gold an Prof. Dr. Hubert Klausmann