Polizei

Anonymes Hinweisgebersystem

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Bei der Krawallnacht von Stuttgart wurden auch Schaufensterscheiben eingeschlagen.

Das anonyme Hinweisgebersystem bei der Polizei Baden-Württemberg wird auf die Bereiche Linksextremismus und Antisemitismus ausgeweitet und aktuell auch für die Geschehnisse in der Stuttgarter Innenstadt vom letzten Wochenende verwendet.

„Politisch motivierte Kriminalität bedroht den Kern unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Diese Art der Kriminalität richtet sich gegen unsere demokratischen Grundwerte und die Menschenrechte. Um den Extremismus zu bekämpfen, sind wir ganz klar auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagte der Stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl.

Sicherer Weg für anonyme Hinweise

Bereits seit 2012 nutzt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg erfolgreich das von der Business Keeper AG entwickelte BKMS® System. Es handelt sich um ein webbasiertes anonymes Hinweisgebersystem: Die Bürgerinnen und Bürger können rund um die Uhr über das Internet anonym Hinweise zu bestimmten Kriminalitätsphänomenen abgeben. Die Anonymität wird dabei technisch garantiert. IP-Adressen, Zeitstempel oder Metadaten werden nicht gespeichert. Eine Rückverfolgung auf den Sender und dessen Identität ist somit ausgeschlossen. „Wir haben damit einen sicheren Weg für anonyme Hinweise auf Straftaten bei der Polizei in Baden-Württemberg“, sagte Innenminister Thomas Strobl.

Hinweisgebersystem nun auch für Linksextremismus und Antisemitismus

Bislang konnten Hinweise zu den Themen Rechtsextremismus, Islamistischer Extremismus/Terrorismus, Korruption und Wirtschaftskriminalität abgegeben werden. Nun funktioniert das anonyme Hinweisgebersystem auch für die Phänomenbereiche Linksextremismus und Antisemitismus.

Innenminister Strobl sagt dazu: „Jede antisemitische Tat verursacht tiefe Wunden bei Jüdinnen und Juden. Unsere Polizei setzt alles daran, solche Straftaten zu verhindern und aufzuklären.“ Der Kampf gegen Rechtsextremismus und gegen Antisemitismus sei ein Aufgabenschwerpunkt im Land, so der Minister. Die Erweiterung des BKMS® auf den Bereich Antisemitismus ist ein weiterer Baustein, den Antisemitismus im Land effizient zu bekämpfen.

Beim Linksextremismus hat die Polizei im Jahr 2019 einen deutlichen Anstieg der Straftaten feststellen müssen. Ein erheblicher Teil davon waren typische Delikte in Wahlkampfzeiten wie Beschädigungen oder Zerstörungen von Wahlplakaten. „In den vergangenen Wochen ist freilich eine massiv gestiegene Militanz der gewaltorientierten linksextremistischen Szene in Stuttgart im Rahmen der Gegenproteste zu den ‘Corona- bzw. Querdenken-Demonstrationen‘ zu verzeichnen“, so Innenminister Thomas Strobl. Besonders betroffen mache ihn der versuchte Totschlag am Rande einer Versammlung am 16. Mai 2020 auf dem Cannstatter Wasen. „Gewalt ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Sie ist hier ein Verbrechen.“

Derzeit noch unbekannte Täter griffen drei Männer mutmaßlich gezielt an. Eine Person erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die Polizei Stuttgart hat eine größere Ermittlungsgruppe unter Einbeziehung von Spezialisten des Staatsschutzes eingerichtet. „Ich bin zuversichtlich, dass die Verantwortlichen für diese feige Tat ermittelt werden können. Falls sich Zeugen nicht persönlich bei der Polizei melden möchten, besteht nun die Möglichkeit, dies anonym über das BKMS® zu tun“, erläuterte Minister Strobl.

Schnelle Aufklärung der Ausschreitungen in Stuttgart

„Auch die Ausschreitungen in Stuttgart müssen schnell aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden. Wir gehen gegen diese Randalierer konsequent mit der vollen Härte des Rechtsstaates vor“, so der Innenminister. Bürgerinnen und Bürger, die sich beispielsweise nicht an das Hinweisportal der Polizei Baden-Württemberg wenden möchten, können ihre Hinweise gerne auch anonym über BKMS® abgeben.

Anonymes Hinweisgebersystem BKMS®

Das anonyme Hinweisgebersystem BKMS® erreichen Sie hier oder über die Internetseite der Polizei Baden-Württemberg.

Weitere Meldungen

Grafik Bevölkerungsschutztag
Bevölkerungsschutz

Bevölkerungsschutztag 2026 verschoben

Innenminister Manuel Hagel (links) und Kapitän zur See Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr Baden-Württemberg (rechts)
Sicherheit

Zukunft des Landeskommandos Baden-Württemberg gesichert

Europa, Deutschland, Schwarzwald
Landwirtschaft

Nachbesserungen bei Wieder­herstellungsverordnung gefordert

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Tödlicher Unfall auf dem Hockenheimring

Collage aus zwei Fotos: Teilnehmende der GFMK 2026 stehen als Gruppe auf einer Treppe, Foto von Baden-Württembergs Sozialminister Oliver Hildenbrand mit Abstimmungsschild für Baden-Württemberg in der erhobenen Hand.
Gleichstellung

Land setzt Impulse für Demokratie, Gewaltschutz und Integration

Symbolbild: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
Demokratie

Bundesverfassungsrichterin besucht Schule in Leimen

Abschiebung nach Afghanistan – Letzter Straftäter der Gruppenvergewaltigung in Illerkirchberg wird abgeführt
Migration

Zwölf Straftäter nach Afghanistan abgeschoben

Innenminister Manuel Hagel (links) und Kapitän zur See Michael Giss, Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr Baden-Württemberg (rechts)
Bundeswehr

Hagel trifft Kommandeur des Lan­deskommandos der Bundeswehr

Justizminister Moritz Oppelt (rechts) auf der Justizministerkonferenz
Justiz

Reform der Politikerbeleidigung gefordert

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 verliehen

Landgericht Ulm
Justiz

Richterin aus Baden-Württemberg zur Bundesrichterin gewählt

Innenminister Manuel Hagel (Mitte) besucht das Reutlinger Umspannwerk, in dem es in der Nacht gebrannt hatte.
Stromausfall

Ermittlungen nach Brand in Reutlinger Umspannwerk

Bevölkerungsschutztag 2026
Bevölkerungsschutz

Land richtet bundesweiten Bevölkerungsschutztag aus

Abgebildet ist das Logo zum Förderprogramm "Inklusionstaler". In einem Kreis finden sich viele kleine Punkte in allen Farben. Auf halber Höhe steht rechts der Schriftzug "Inklusionstaler" in weiß auf blauem Grund.
Menschen mit Behinderung

Land fördert Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

von links nach rechts: Präsidentin des Landesjustizprüfungsamts Sintje Leßner, Lukas Wörner, Dr. Fabian Haller, Paul Schwarz, stellvertretende Leiterin des Landesjustizprüfungsamtes Dr. Cornelia Iffland
Justiz

Examensfeier 2026 zum Zweiten juristischen Staatsexamen