Digitalisierung

CyberSicherheitsCheck jetzt auch für Handwerkskammern

Der CyberSicherheitsCheck wird auf Handwerkskammern ausgeweitet. Mit der einfachen und unkomplizierten Einstiegsberatung können sich Handwerksunternehmen künftig besser gegen Cyberangriffe schützen.

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Ein Netzwerk-Kabelstecker leuchtet in der Netzwerkzentrale einer Firma zu Kontrollzwecken rot. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
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Cybersicherheitslücken sind weiterhin ein gefährliches Einfallstor für Unternehmen im Land. Der CyberSicherheitsCheck hilft Unternehmen dabei, sich zu schützen. Seit Herbst 2024 wurde er bei den Industrie- und Handelskammern (IHK) ausgerollt. Jetzt wird das Angebot ausgeweitet: Auch bei den Handwerkskammern sowie Landesinnungs- und -fachverbände werden kleine und mittlere Unternehmen auf ihre Cybersicherheit gecheckt.

Konkrete Maßnahmen für mehr digitale Sicherheit

„Wir haben etwas zu verlieren. Wir sind das Land der Weltmarktführer und der tüchtigen Handwerksbetriebe. Und auch das Handwerk ist heute durchdigitalisiert: Ob Terminplanung, Angebotserstellung, Fertigungs- und Ausführungsplanung oder Rechnungsstellung – bei all diesen Prozessen kommen auch im Handwerk IT-gestützte Systeme zum Einsatz. Und all das sind neuralgische Punkte, wenn es um die Cybersicherheit geht. Unser CyberSicherheitsCheck ist eine einfache und unkomplizierte Einstiegsberatung für alle Handwerksunternehmen, um diese besser gegen Cyberangriffe zu schützen. In kurzer Zeit gewinnen sie einen Überblick über die Cybersicherheitslage in ihrem Betrieb und können die nächsten, konkreten Maßnahmen für mehr digitale Sicherheit anpacken“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Einführung des Beratungsangebotes bei den Handwerkskammern Baden-Württemberg.

„Cybersecurity wird angesichts der zunehmenden Digitalisierung auch im Handwerk immer wichtiger. Daher kommt der CyberSicherheitsCheck genau zur richtigen Zeit und liefert für die Betriebe eine wichtige erste Orientierung. Baden-Württemberg ist zugleich ein starker Anbietermarkt für IT-Sicherheitslösungen. Dieser Wachstumsmarkt bringt hält Wertschöpfung im Land. Er ist Teil unserer digitalen Souveränität“, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus.

Handwerker müssen sich mit IT-Sicherheit auseinandersetzen

„Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur große Konzerne, sondern immer häufiger auch kleine und mittlere Handwerksbetriebe. Deshalb ist es unverzichtbar, dass sich Handwerkerinnen und Handwerker professionell und konsequent mit dem Thema IT-Sicherheit auseinandersetzen“, mahnt Handwerk BW-Präsident Rainer Reichhold. „Die Handwerksorganisationen bieten ihren Betrieben bereits einige Beratungsangebote zur IT-Sicherheit an. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem neuen CyberSicherheitsCheck für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nun ein weiteres niedrigschwelliges und kostenfreies Instrument anbieten können, mit dem Betriebe schnell erkennen, wo sie konkret handeln müssen. Wir hoffen auf eine rege Nutzung des Angebotes und danken ausdrücklich dem Innenministerium, dem Landeskriminalamt und der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg, dass sie dieses wichtige Thema gemeinsam mit uns aktiv vorantreiben.“

Die Bedrohungslage im Cyberraum ist nach wie vor besorgniserregend: Die Schadenssummen brechen immer neue Rekorde, dies belegen der aktuelle Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ebenso wie die aktuelle Veröffentlichung des Branchenverbandes Bitkom e.V.. Allein 2024 wurden 26 Prozent mehr Malware-Varianten als im Vorjahr entdeckt – das waren insgesamt fast 115 Millionen unbefugte Aktionen in digitalen Systemen. Der deutschen Wirtschaft ist auch 2024 erneut ein Rekordschaden durch digitale und analoge Angriffe in Höhe von 267 Milliarden Euro entstanden, davon alleine 179 Milliarden Euro durch Cybercrime.

„Unsere kleinen und mittleren Unternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, sie beim Schutz ihres Knowhows zu unterstützen. Denn gerade beim Thema Cybersicherheit benötigen diese Unternehmen oftmals mehr Hilfestellung als große Industrieunternehmen“, betonte Digitalisierungsminister Thomas Strobl.

Einfaches und unkompliziertes Beratungsangebot für mehr Cybersicherheit

Innenministerium, Landeskriminalamt und Cybersicherheitsagentur haben den „CyberSicherheitsCheck für KMU“ gemeinsam mit Partnern aus Forschung (der Hochschule Aalen) und Wirtschaft (der IHK Ostwürttemberg) entwickelt – und damit ein passgenaues Beratungsangebot für die Unternehmensführungen von KMU an den Start gebracht. Unter der Steuerung der Hochschule Aalen und mit großer Unterstützung der IHK Ostwürttemberg, die unter anderem ein entsprechendes Schulungsformat für Beraterinnen und Berater umsetzt, konnte die Beratung in den letzten Monaten ausgerollt und erprobt werden. Dieses ist deutlich niederschwelliger als die umfassendere Beratung etwa des Bundesamtes für Sicherheits- und Informationstechnik (BSI) – und damit gerade für kleine und mittlere Unternehmen ein interessanter Einstieg in das Thema Cybersicherheit.

„Durch unser Angebot wollen wir den KMU helfen, sich künftig besser vor Cyberangriffen und Konkurrenzausspähung zu schützen“, betont Prof. Dr. Harald Riegel, Rektor der Hochschule Aalen.

Beim CybersicherheitsCheck analysieren die Beraterinnen und Berater gemeinsam mit den Unternehmen die täglichen Arbeitsabläufe, identifizieren Risiken und zeigen erste Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit auf. Der Check bietet nicht nur eine erste Orientierung. Mithilfe einer To-Do-Liste wird den Unternehmen ermöglicht, auch nach dem Check digital fit zu bleiben. Allen voran geht es dabei um eine erste Einschätzung zum aktuellen Sicherheitsstatus des Unternehmens. Bei Bedarf kann eine tiefergehende, analytische Folgeberatung durch IT-Dienstleister angeschlossen werden. Die Beratung vor Ort führen geschulte Beraterinnen und Berater der Handwerkskammern sowie beteiligte Verbände, wie der Fachverband für Bauwirtschaft, für ihre Mitgliedsunternehmen durch. Interessierte Unternehmen können sich hierfür an ihre örtliche Handwerkskammer wenden.

Cybersicherheit im Land stärken

„Unser Ziel ist es, Cybersicherheit kurz, prägnant und verständlich zu erklären. Und damit für mehr Cybersicherheit im Land zu sorgen. Hier reiht sich unser CyberSicherheitsCheck für kleine und mittlere Unternehmen ein. Zusammen mit unseren Partnern vor Ort, den Industrie- und Handelskammern sowie jetzt auch den Handwerkskammern in Baden-Württemberg, reichen wir den Betrieben die Hand, um gemeinsam wichtige Schritte in der Cybersicherheit zu gehen“, erklärte Nicole Matthöfer, Präsidentin der Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg.

„Das Risiko für Cyberattacken ist, auch in Anbetracht der weltpolitischen Lage, weiterhin hoch. Es vergeht kaum ein Tag, an dem unserer Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg nicht mindestens ein massiver Cyberangriff gemeldet wird. Dabei sind längst nicht mehr nur größere Unternehmen betroffen, sondern zunehmend auch kleinere und Mittelstandsbetriebe. Wir möchten diese Betriebe dabei unterstützen, sich gegen solche oft wirtschaftlich existenzgefährdenden Attacken zu rüsten“, so Andreas Stenger, Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg.

Angebote für Prävention und Ernstfall

Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bieten Angebote und Services zur Cybersicherheit. Online finden Interessierte aktuelle Sicherheitshinweise und kostenlose Präventionsmaterialien wie Factsheets und Erklärvideos. Zudem unterstützt die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg mit der Cyber-Ersthilfe BW betroffene Unternehmen, Behörden sowie Bürgerinnen und Bürger auch im Ernstfall mit einer ersten Einordnung und Tipps. Wenn der Verdacht besteht, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein, dann können sich Betroffene rund um die Uhr unter 0711-137-99999 oder per E-Mail melden. Da die Cybersicherheitsagentur keine Strafverfolgungsbehörde ist, muss sie nicht umgehend strafrechtliche Ermittlungen aufnehmen sondern kann sich ganz auf die Hilfe im betroffenen Unternehmen konzentrieren.

Opfer eines Cyberangriffes sollten freilich immer auch daran denken, schnellstmöglich Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Exklusiv für Wirtschaftsunternehmen steht hierfür die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg als Ansprechpartner zur Verfügung. Die ZAC verfügt über umfangreiche Erkenntnisse zu allen aktuellen Cyberangriffen. Informationen zu Schwachstellen und spezifischen Abwehrmaßnahmen stehen online bereit. Darüber hinaus verfügt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg über exklusive rechtliche Befugnisse, um beispielsweise durch die Täterinnen oder Täter ausgespähte Daten oder erlangte Vermögenswerte sicherzustellen und einen weiteren Schaden zu verhindern. Die Ansprechstelle ist rund um die Uhr erreichbar unter 0711-54012444 oder per E-Mail.

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