Landesentwicklung

50 Jahre Regionalverbände Baden-Württemberg

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ministerin Nicole Razavi bei der Feier Raumordnung, Landes- und Regionalplanung in Baden-Württemberg - Ein Erfolgsmodell wird 50!
von links nach rechts: Dr. Matthias Proske, Verbandsdirektor Regionalverband Mittlerer Oberrhein; Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen; Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Thomas S. Bopp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände in Baden-Württemberg

In diesem Jahr werden die Regionalverbände in Baden-Württemberg 50 Jahre alt. Grund genug, im Rahmen einer Feierstunde einen Blick auf die Geschichte, die Zukunft und die wichtigsten Instrumente der Raumordnung, der Landes- und Regionalplanung des Landes Baden-Württemberg zu werfen. 

50 Jahre ist es her, dass im Zuge der großen Verwaltungsreform 1973 die Regionalverbände Baden-Württembergs gegründet wurden. Seitdem gestalten diese als Bindeglied zwischen Land und Kommunen mit ihrem fachübergreifenden Blick die räumliche Entwicklung in Baden-Württemberg mit. Was die Landes- und Regionalplanung in den vergangenen fünf Jahrzehnten bewirken konnte und wie bedeutsam diese auch für die nächsten 50 Jahre sein wird, machte die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände Baden-Württemberg am 10. November 2023 in die Sparkassenakademie Baden-Württemberg in Stuttgart im Rahmen der 50-Jahre-Jubiläumsfeier deutlich.

Kretschmann und Razavi gratulieren

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte in seiner Rede: „Alle zwölf Regionalverbände in Baden-Württemberg sind enorm wichtig für die wirtschaftliche, soziale und infrastrukturelle Entwicklung des Landes. Dass sie sich als echtes Erfolgsmodell bewährt haben und dabei eine Schlüsselrolle im Zusammenspiel der Landes- und Kommunalplanung einnehmen, haben sie zuletzt unter anderem mit ihrem großen Engagement in der Task Force Erneuerbare Energien eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gerade jetzt, wo uns die ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft vor große Aufgaben stellt, können die Regionalverbände in erheblichem Maße dazu beitragen, den Wohlstand unseres Landes zu sichern.“

Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen, betonte die Bedeutung des neuen Landesentwicklungsplans: „Die Rolle der Raumordnung ist in Zeiten vielfältiger Krisen und rasanter gesellschaftlicher Veränderungen wichtiger denn je. Die wachsenden Ansprüche an die Nutzung des Raums müssen klug miteinander in Ausgleich gebracht und dabei Megatrends wie die Digitalisierung, die demographische Entwicklung, der wachsende Bedarf an Wohnraum oder der Klimawandel mitgedacht werden. Mit dem neuen Landesentwicklungsplan haben wir die Chance, hierfür zeitgemäße Antworten zu geben, um Lebensqualität und Wohlstand in ganz Baden-Württemberg zu sichern – getreu dem Motto: ‚Entwicklung ermöglichen, Risiken minimieren.‘“

Herausforderungen durch starke regionale Zusammenarbeit bewältigen

Zur Rolle der Regionen und der Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit – bisher und auch in Zukunft – sagte Thomas S. Bopp, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände in Baden-Württemberg:

„Die Regionen des Landes tragen seit 50 Jahren mit Kompetenz, Ortskunde und politischem Augenmaß zur erfolgreichen Entwicklung des Landes bei. Die vor uns liegenden Herausforderungen – Klima- und Ressourcenschutz, Anpassung an den Klimawandel, Mobilitätswende und Begleitung des Strukturwandels und demographischer Umbrüche – können nur durch starke regionale Zusammenarbeit bewältigt werden. Gerne sind wir auch in Zukunft bereit, durch die Umsetzung passgenauer regionaler Strategien das uns Mögliche beizutragen – im Interesse eines nachhaltigen, resilienten und vor allem lebenswerten Baden-Württembergs.“

Landes- und Regionalplanung in Baden-Württemberg

Im Mittelpunkt der Landes- und Regionalplanung stehen Themen, die alle bewegen: Mensch, Umwelt und Wirtschaft. Die Regionalverbände haben dabei in den vergangenen 50 Jahren die Entwicklungsvorstellungen der Landesplanung für ihre Regionen übersetzt und konkretisiert. Seit Jahrzehnten übernehmen sie erfolgreich Aufgaben in den Bereichen nachhaltige Siedlungs- und Verkehrsentwicklung, Freiraumschutz und Ausbau raumrelevanter Infrastrukturen, wie aktuell der Ausweisung von Standorten für erneuerbare Energien. Sie sind Brückenbauer und Problemlöser und werden auch in Zukunft Ansprechpartner und Berater sein. Die Regionalverbände setzen sich dafür ein, ein lebenswertes Wohnumfeld für alle Menschen zu schaffen. Dabei kommt es sowohl auf die städtebauliche Qualität, den Erhalt lebendiger Innenstädte und Ortsmitten, als auch auf Fragen des Klimaschutzes oder der Energieversorgung an. Sie sind Bindeglied zwischen Kommunen, Fachverwaltungen, der Bürgerschaft, Verbänden und Unternehmen. Die Arbeit der Regionalverbände betrifft die Einwohner Baden-Württembergs auch direkt. Zum Beispiel bei der Entwicklung von Innenstädten lenken verbindliche Vorgaben den Einzelhandel auf geeignete Standorte und sichern den Erhalt der wohnortnahen sowie zentralen Versorgung insgesamt. Auch setzen sie sich für den Ausbau und die Sicherung des Schienenverkehrs in ganz Baden-Württemberg mit ein. Die Regionalverbände sichern nachhaltig Freiraum, sodass die prägende Kulturlandschaft und damit auch ein Teil der besonderen Lebensqualität Baden-Württembergs erhalten bleibt. Dabei berücksichtigen sie unterschiedliche Interessen und wägen diese gegeneinander ab, etwa den Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen einerseits und den Natur- und Artenschutz andererseits. Aufgabe der Freiraumsicherung ist es, die Attraktivität der Lebens- und Erholungsräume der Menschen ebenso zu sichern, wie die Natur zu schützen.

Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände Baden-Württembergs

Die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände vertritt die Interessen der kommunalverfassten Regionalverbände in Baden-Württemberg. Sie wird getragen von den zwölf Trägern der Regionalplanung in Baden-Württemberg und ist Ansprechpartner bei landesweit bedeutsamen Fragen zur Regionalplanung und Regionalentwicklung. Seit kurzem haben Interessierte die Möglichkeit, sich über einen gemeinsamen Internetauftritt der Regionalverbände Baden-Württembergs über deren Arbeit zu informieren.

Quelle:

Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände Baden-Württembergs

Weitere Meldungen

Bundesrat Berlin
Bundesrat

Hagel zum Vorsitzenden des Bundesrats-EU-Ausschusses gewählt

Justizminister Moritz Oppelt (rechts) auf der Justizministerkonferenz
Justiz

Reform der Politikerbeleidigung gefordert

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Masterplan Wasserversorgung

Beirat für sichere Wasserversorgung gegründet

von links nach rechts: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Georg Kräusslich, Präsident der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; Prof. Dr. Irena Kogan, Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung; Prof. Dr. Largus Angenent, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Tübingen; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski und Prof. Dr. Robert Zeiser, Medizinische Fakultät der Universität Freiburg
Forschung

Landesforschungspreise 2026 in Stuttgart verliehen

Ein Arzt hält in einem Behandlungszimmer in seiner Praxis in Deizisau im Landkreis Esslingen ein Stethoskop in der Hand, mit der anderen Hand bedient er eine Computertastatur. (Bild: dpa)
Gesundheitsreform

Nachbesserungen bei Kranken­versicherung-Reform gefordert

Ein Mitarbeiter montiert im Porsche Werk in Stuttgart-Zuffenhausen eine Vorderachse mit Elektromotor. (Foto: © dpa)
Automobilindustrie

Anpassungen bei EU-CO₂-Regulierung gefordert

Einsatzkräfte der Feuerwehr errichten am Nonnenbach in Bad Saulgau im Ortsteil Moosheim einen Damm mit Sandsäcken gegen das Hochwasser.
Klimawandel

Land rüstet sich für Extremwasserereignisse

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.
Bodenverunreinigungen

1,2 Millionen Euro für PFAS-Forschung

Kabinettssitzung in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
Landesregierung

Anzeige nach der Karenzzeitregelung

Innenminister Manuel Hagel (Mitte) besucht das Reutlinger Umspannwerk, in dem es in der Nacht gebrannt hatte.
Stromausfall

Ermittlungen nach Brand in Reutlinger Umspannwerk

Ministerpräsident Cem Özdemir spricht während des BMDS-Akademiegesprächs „Staatsmodernisierung mit Wirkung“.
Staatsmodernisierung

Schulterschluss für weniger Bürokratie

Ein selbstfahrendes Auto des Forschungszentrumes Informatik fährt während der Eröffnung des "Testfelds Autonomes Fahren" in Karlsruhe mit zwei Entwicklern autonom im Straßenverkehr. (Foto: © dpa)
Autonomes Fahren

Land gestaltet Europas Testfelder für autonomes Fahren mit

Das Bild ist in vier orangefarbene Kacheln unterteilt. Jede Kachel beinhaltet eine Empfehlung zum Umgang mit großer Hitze. Kachel eins: In der Mittagshitze Schatten aufsuchen und große Anstrengungen möglichst meiden. Kachel zwei: Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder Saftschorle. Koffein und Alkohol meiden. Kachel drei: Leichte Baumwollkleidung in hellen Farben tragen. Sonnenbrille und Mütze oder Hut aufsetzen. Kachel vier: Auf Menschen achten, die die Empfehlungen nicht selbst umsetzen können und ihnen helfen. Im Zentrum des Bildes ist ein Kreis in dem eine Sonne strahlt. Ein Thermometer zeigt eine Temperatur von 40 Grad Celsius.
Gesundheitsschutz

Wenn Hitze zur Gesundheitsgefahr wird

Eine Mitarbeiterin eines Pharmahändlers bestückt in Stuttgart-Münster in Baden-Württemberg eine Kommissioniermaschine.
Wirtschaft

Investitionen in Pharmaindustrie wandern ab

Beratung Landwirtschaft
Landwirtschaft

Beratungssystem „Beratung.Zukunft.Land“ wird fortgeführt