Verkehrsicherheit

Mehr Kontrollen und Prävention für mehr Verkehrssicherheit

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Ein Polizist geht an einem Warndreieck mit der Aufschrift „Unfall“ vorbei. (Foto: © dpa)

Den positiven Trend der vorhergegangenen Jahre konnte Baden-Württemberg nicht halten: In 2017 gab es im Land mehr Verkehrsunfälle und leider auch mehr Verkehrstote, wenn auch weniger Verletzte. Zu hohe Geschwindigkeit und Ablenkung am Steuer waren die Hauptursachen für Unfälle. Die Landesregierung steuert dagegen und stellt ein Maßnahmenpaket für mehr Verkehrssicherheit vor.

Insgesamt wurden 2017 von der Polizei 326.457 Verkehrsunfälle im Land erfasst. Das waren 3,7 Prozent mehr als noch 2016. Dabei verunglückten 47.794 Personen, ein leichter Rückgang um 1,6 Prozent. Allerdings stieg die Anzahl der Menschen, die bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sind, um 13,1 Prozent auf 458 Personen. Besonders risikoreich waren dabei Motorrad- und Lkw-Unfälle: Fast die Hälfte der Unfallopfer kamen bei Unfällen mit diesen beiden Fortbewegungsmitteln ums Leben. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der getöteten Menschen bei Motorradunfällen um 38 Prozent und Lkw-Unfällen um 20 Prozent.

Leicht gestiegen ist auch die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Fahrrädern oder Pedelecs, von 10.127 auf 10.162. Dabei kamen 45 Radfahrende ums Leben, darunter zehn Pedelecfahrer. 32 der tödlich verunglückten Radfahrenden trugen keinen Helm. Mit der Präventionskampagne HELM TRAGEN. VORBILD SEIN und SCHÜTZE DEIN BESTES wirbt die Landesregierung weiterhin für die Notwendigkeit des Fahrradhelms.

Zu hohe Geschwindigkeit ist Hauptunfallursache

Die Landesregierung geht mit einem Maßnahmenpakt für mehr Verkehrssicherheit gegen die vielen Verkehrsunfälle vor. „Die Verkehrsunfälle haben im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Dieser Entwicklung müssen wir entgegen wirken“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Innenminister Thomas Strobl fügte bei: „Wir fahren den Kontrolldruck hoch und setzen dazu verstärkt auf neueste Technik.“

„Die Hauptunfallursache bei tödlichen Verkehrsunfällen ist und bleibt die der Verkehrssituation nicht angepasste Geschwindigkeit“, stellte Strobl fest. Die Landesregierung werde deshalb in moderne, digitale Geschwindigkeitsmessgeräte investieren, die Tempolimits auf Autobahnen automatisch, auch über mehrere Tage, überwachen können. Darüber hinaus setzt die Polizei künftig verstärkt zivile Video-Fahrzeuge, Handlasermessgeräte und mobile „Blitzer“ ein.

Präventionskampagne gegen Handy am Steuer

Eine zweite Risikoursache ist Ablenkung, beispielsweise durch Handynutzung. Bei 74 der 434 tödlichen Unfällen ist davon auszugehen, dass Ablenkung – etwa durch Mobiltelefone – die Unfallursache war. Die Polizei Baden-Württemberg werde sich deshalb am bundesweiten Kontrolltag, dem 20. September 2018, mit dem Schwerpunkt „unerlaubte Handynutzung“ unter dem Motto „sicher.mobil.leben“ beteiligen, so Strobl weiter.

Im Bundesrat wird sich Baden-Württemberg für den verpflichtenden Einsatz aktiver Sicherheitssysteme wie Notbremsassistenten bei Lkw einsetzen. Diese sind für Lkw zwar vorgeschrieben, können aber manuell wieder ausgeschaltet werden. „Ein so wichtiges Sicherheitssystem muss dauerhaft in Betrieb sein“, forderte Ministerpräsident Kretschmann.

Präventionskampagne für Motorradfahrer

Zusammen mit den Partnern der Verkehrssicherheitsaktion GIB-ACHT-IM-VERKEHR, wie dem TÜV und dem ADAC-Württemberg, wird die Polizei gezielt auf Motorradfahrer zugehen und neue Präventionsteam bei allen Polizeipräsidien einsetzen. Auch das Angebot an fahr- und sicherheitstechnischen Beratung soll ausgebaut werden.

Pressemitteilung: Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit vorgestellt

Kampagne „Rettungsgasse – rettet Leben“ gestartet

GIB-ACHT-IM-VERKEHR

HELM-TRAGEN-VORBILD-SEIN

No Game. Sicher fahren, sicher leben

Bus-fahren-aber-richtig

Polizei Baden-Württemberg

Quelle:

/red

Weitere Meldungen

Lasergestützes Schießstrainingssystem für die Polizei Baden-Württemberg
Polizei

Lasergestützte Schießtrainingssysteme für die Polizei

Ein Mann setzt sich eine Spritze mit Heroin in den Arm.
Sicherheit

Zahl der Drogentoten leicht zurückgegangen

Wappen der Polizei Baden-Württemberg. (Bild: © Steffen Schmid)
Innere Sicherheit

Politisch motivierte Kriminalität gestiegen

Eine Mitarbeiterin der Firma Lütze fertigt Bauteile für elektronische Steuerungen für Schienenfahrzeuge.
Innovation

Land fördert Technologie­kooperation mit der Ukraine

Polizei mit BW-Wappen
Polizei

Neuer Studienjahrgang startet an der Hochschule für Polizei

Wappen von Baden-Württemberg auf dem Ärmel einer Polizeiuniform. (Bild: Innenministerium Baden-Württemberg)
Polizei

Verstärkung für die Polizei nach erfolgreichem Studienabschluss

Verleihung des Bevölkerungsschutz Ehrenzeichen
Auszeichnung

Bevölkerungsschutz-Ehrenzeichen verliehen

Volker Stier, Polizeivizepräsident PP Stuttgart
Polizei

Neuer Polizeivizepräsident beim Polizeipräsidium Stuttgart

Ein Rettungshubschrauber vom Typ H145 der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF)
Rettungsdienst

Ravensburg wird Luftrettungsstandort

Landtagsgebäude von Baden-Württemberg in Stuttgart.
Landtagswahl

Vorläufiges amtliches Ergebnis der Landtagswahl 2026

Bundesrat
Bundesrat

Strobl setzt sich für Schutz der Kritischen Infrastruktur ein

Ein Intercity steht in einem Bahnhof. (© picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/zb/dpa)
Sicherheit

Landesweiter Prozess für mehr Sicherheit im Bahnverkehr

Gruppenbild mit Minister Thomas Strobl (3. von links) bei der Innovationskonferenz Drohnen
Sicherheit

Erste Innovationskonferenz Drohnen

Abschiebung nach Afghanistan – Letzter Straftäter der Gruppenvergewaltigung in Illerkirchberg wird abgeführt
Migration

Erneute Abschiebung nach Afghanistan

Polizeivizepräsident Uwe Stürmer
Polizei

Ravensburger Polizeipräsident in den Ruhestand verabschiedet