Kunst und Kultur

Karl-Heinz Ott erhält Friedrich-Schiller-Preis 2026

Einer der wichtigsten Literaturpreise Deutschlands geht an den bei Freiburg lebenden Autor, Essayist, Dramatiker und Übersetzer Karl-Heinz Ott. Er wird mit dem Friedrich-Schiller-Preis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Karl-Heinz Ott

Karl-Heinz Ott erhält den Friedrich-Schiller-Preis 2026 für sein literarisches und essayistisches Werk. Der mit 40.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre verliehen – diesmal am 27. September im Deutschen Literaturarchiv in Schillers Geburtsstadt Marbach. Die Laudatio wird der Literaturwissenschaftler und Autor Jochen Hörisch halten, der bis 2018 Ordinarius für Neuere Germanistik und Medienanalyse an der Universität Mannheim war.

Kunstministerin Petra Olschowski sagte: „Mit Karl-Heinz Ott ehren wir einen Autor, der die großen Fragen unserer Zeit ebenso eindringlich beleuchtet wie die prägenden Gestalten unserer Kulturgeschichte. In seinen Werken setzt er sich unter anderem mit Persönlichkeiten wie Hölderlin und Händel auseinander und schafft einen Zugang aus heutiger Sicht. Seine Romane zeichnen ein ebenso präzises wie lebendiges Bild der bürgerlichen Gesellschaft der Gegenwart und knüpfen dabei an die große Erzähltradition des 19. Jahrhunderts an. Mit außergewöhnlicher intellektueller Tiefe und literarischer Kraft erkundet Karl-Heinz Ott die deutsche Kultur- und Mentalitätsgeschichte und macht ihre Spuren in unserer Gegenwart sichtbar. Zugleich richtet er seinen scharfen Blick aber auch auf demokratiefeindliche Entwicklungen, Radikalisierung und die Rückkehr autoritärer Denk- und Herrschaftsformen.“

Tiefgründige Analyse der deutschen Wirklichkeit

Die Entscheidung über die Vergabe traf eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Ministerin Petra Olschowski. Dieser gehörten Iris Radisch (Die Zeit), Sandra Kegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), der Schriftsteller Lukas Bärfuss, Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach), Christian Holtzhauer (Nationaltheater Mannheim), Sigrid Köhler (Universität Tübingen), Stefanie Stegmann (Literaturhaus Stuttgart) und Frank Hertweck (Südwestrundfunk) an.

Das Preisgericht ehrt Karl-Heinz Ott als einen der originellsten Wahrnehmungskünstler der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Sein Sinn für groteske Komik und alltägliche Tragik verbinde sich mit tiefgründiger Analyse deutscher Wirklichkeit.

„Die Heilung von Luzon“

Der beim Hanser Verlag 2025 veröffentlichte Beziehungs- und Reiseroman „Die Heilung von Luzon“, so urteilte das Preisgericht, stelle den Höhepunkt seines bisherigen Werks dar. Hier führe Ott drei deutsche Paare in denkbar größter existenzieller Not in einem philippinischen Strandhotel zusammen. Drei der sechs Partnerinnen und Partner gelten als unheilbar krank. Ihr Aufbäumen gegen die Gewissheiten der modernen Medizin nutze der Autor für ein psychologisch versiertes Generationenporträt voller Mitgefühl und verzweifelter Ironie. „Eine meisterhafte Parabel über die Grenzen der Rationalität“, sagte die Jury.

Karl-Heinz Otts literarisches Werk wurde geprägt am Theater und durch die psychologische Raffinesse großer Dramatiker wie Thomas Bernhard, Arthur Schnitzler oder Friedrich Schiller. Er war nach dem Studium zunächst Schauspielmusiker und Dramaturg. Über Engagements in Esslingen und Freiburg führte sein Weg an die Oper in Basel, wo er drei Jahre lang als Chefdramaturg arbeitete, und an das Theater am Neumarkt in Zürich. Seit 1997 lebt er als freier Schriftsteller in der Nähe von Freiburg.

Weitere Meldungen

Zwei Radfahrer:innen fahren einen Weg an einem Fluss entlang.
Radverkehr

Baden-Württemberg stärkt seine Position im Radtourismus

Tamas Detrich und Petra Olschowski bei Vertragsunterzeichnung
Kunst

Tamas Detrich bleibt Intendant des Stuttgarter Balletts

Anzeigetafel mit Abfahrtszeiten von Zügen an einem Bahnhof.
Nahverkehr

Neuer Fahrplan für Bus und Bahn

Blick auf die Burg Hohenzollern.
Heimatforschung

Landespreis für Heimat­forschung 2027 ausgeschrieben

Fluggäste laufen mit ihren Koffern durch ein Flughafenterminal.
Tierseuchen

Keine tierischen Lebensmittel im Reisegepäck

Broschüre Kulturdenkmale und Photovoltaikanlagen
Denkmalpflege

Neue Broschüre zu Photovoltaik auf Kulturdenkmalen

Esslingen Marktplatz Geiselbachkanal
Denkmalförderung

Rund 6,9 Millionen Euro für 63 Kulturdenkmale

Musikfestival
Kultur

Land fördert 25 Popmusik-Projekte mit rund 345.000 Euro

Kunststaatssekretär Arne Braun (rechts) und Erich Schmeckenbecher (links) mit der Staufermedaille und der Verleihungsurkunde.
Auszeichnung

Staufermedaille für Erich Schmeckenbecher

Polizeisportlerehrung
Polizei

Ehrung für Polizeisportler

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (links) und Tadeusz Matacz (rechts) stehen vor Fahnen und präsentieren die Verleihungsurkunde.
Auszeichnung

Ehrentitel Professor an Tadeusz Matacz

Minister Hermann und die Bine von bwegt klatschen sich ab
Nahverkehr

bwegt-Wanderweg Tübingen-Rottenburg eröffnet

Symbolbild: Eine Studentin liegt bei schönem Wetter auf einer Wiese und liest ein Buch. (Bild: Mohssen Assanimoghaddam / dpa)
Kultur

Russlanddeutscher Kulturpreis 2026 ausgeschrieben

Erläuterungen für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) und Umweltministerin Thekla Walker (rechts)
Nationalpark

Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald

Eine Mitarbeiterin des Kunstmuseums in Stuttgart geht durch eine Ausstellung.
Kunst und Kultur

Land fördert nichtstaatliche Museen mit 300.000 Euro