Sanierung Opernhaus

Pläne für Interimsspielstätte liegen vor

Dem Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater ist die überarbeitete Planung für eine kleinere und kostengünstigere Ausweichspielstätte vorgestellt worden.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Oper Stuttgart

Die Projektgesellschaft Württembergische Staatstheater (ProWST) hat am 6. Juli 2026 im Auftrag von Land und Stadt im Verwaltungsrat der Staatstheater die überarbeiteten Pläne für die Interimsspielstätte vorgestellt. Diese berücksichtigen die erheblichen Baukostensteigerungen der vergangenen Jahre und die angespannte Haushaltslage bei Stadt und Land. Ziel ist es, Kosten zu sparen und eine schnelle Realisierung auf den Weg zu bringen. Der Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater beauftragte die ProWST, diese Pläne zur Grundlage der weiteren Planung zu nehmen.  

Dr. Frank Nopper, Oberbürgermeister und Vorsitzender des Verwaltungsrates, sagte: „Wir haben uns im Rahmen des Prüfauftrages, wie das Interimsgebäude kleiner und kostengünstiger gebaut werden kann, städtischerseits auch gefragt, ob wir in Anbetracht der dramatischen Haushalts- und Finanzlage der Stadt die Sanierung und Modernisierung der Staatstheater Stuttgart tatsächlich weiter vorantreiben sollen. In einer Gesamtabwägung sind wir zu der Einschätzung gelangt, dass wir dieses Jahrhundertprojekt von Land und Stadt weiterverfolgen sollten, allerdings ohne Tabus, was die Dimension sowie die Art und Form der Ausführung anlangt. Sanierung und Modernisierung der Stuttgarter Staatstheater ja, aber alle drei Teilprojekte müssen weiterhin mit aller Kraft auf ihre Einsparpotentiale hin untersucht werden. Der aus dem Jahr 1912 stammende, im Krieg unzerstört gebliebene Littmann Bau weist fundamentale Mängel auf, die nicht durch kosmetische Maßnahmen, sondern nur durch einen baulichen Fundamentaleingriff behoben werden können. Ein solcher Fundamentaleingriff ist nicht unter laufendem Betrieb möglich, weswegen ein Interimsgebäude unabdingbar ist. Ein längerer Stopp der Planungen und der Umsetzungsmaßnahmen birgt auf Grund der maroden Bausubstanz vor allem auch das Risiko, dass das Opernhaus von einem Tag auf den anderen geschlossen werden muss. Dies wäre ein sehr schwerer Schlag, da die Staatstheater Stuttgart zu den wichtigsten Leuchttürmen der Kultur in Baden-Württemberg gehören.“

Petra Olschowski, Kunstministerin und stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates, sagte: „Der sehr gute Vorschlag für eine schlankere und kostengünstigere Interimsspielstätte ist der Schlüssel für die Sanierung, Modernisierung und Erweiterung eines der schönsten Opernhäuser der Welt. Das Interim ist das zentrale Bauwerk für das Gelingen des Gesamtprojekts: Ohne Interim kann der künstlerische Betrieb nicht durchgängig aufrechterhalten werden – mehr noch: Ohne Interim ist das Staatstheater mit Oper und Ballett von Weltrang in seiner Existenz bedroht. Deshalb ist Eile geboten. Diese neue Planung schafft die Grundlage dafür, um das Projekt weiter voranzubringen und Kosten zu sparen: Alle Beteiligten begleiten den Prozess dabei mit großem Verantwortungsbewusstsein und im gegenseitigen Austausch.“

Marc-Oliver Hendriks, Geschäftsführender Intendant der Württembergischen Staatstheater, sagte: „Mit den vorliegenden Plänen wird eine Perspektive für die Staatsoper Stuttgart und das Stuttgarter Ballett geschaffen und der Baustein Interim auf eine planbare Grundlage gestellt. Damit kann die Konzentration auf die Sanierung des Opernhauses von Max Littmann im Oberen Schlossgarten gerichtet werden.“

Baukosten reduziert – Zeitplan bleibt unberührt

Nach Angaben der ProWST wurde in den vergangenen Monaten eine kompaktere und zugleich funktional tragfähige Ausweichspielstätte entwickelt. Unter anderem wurden die Flächen um nahezu 40 Prozent reduziert. Der Zeitplan bleibt durch eine vereinfachte Bauausführung eingehalten. Nach aktuellem Grobterminplan bleibt es beim Nutzungsbeginn durch die Württembergischen Staatstheater im Jahr 2033. Der Repertoire-Betrieb kann aufrechterhalten werden. Auch das gesamte Handlungsballett-Repertoire einschließlich der Cranko-Stücke kann aufgeführt werden.

Nachhaltige Nachnutzung bleibt bestehen

Die Gesamtkosten für den Interimsstandort werden auf einen Rahmen von 289 Millionen Euro festgelegt. Die Planungen wurden auf diesen Kostenrahmen angepasst: Eingespart wird sowohl bei den permanent geplanten Gebäudeteilen, als auch bei der temporär geplanten Spielstätte (Reduzierung von Foyer- und Lagerfläche, Anpassung der Zuschauerkapazität). Das Besondere am Stuttgarter Interimskonzept bleibt, dass die Gebäude langfristig einer nachhaltigen Nachnutzung zugeführt werden können, etwa als Büro- und Gewerbeflächen für die am Standort entstehende Maker City. Dies stellt eine ressourcenschonende und wirtschaftlich tragfähige Lösung dar.

Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Württembergischen Staatstheater

Für die Realisierung des Gesamtprojektes sind die Landeshauptstadt Stuttgart und das Land gemeinsam verantwortlich. Gemäß des Staatstheatervertrages zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart tragen die Vertragspartner die Kosten. Diese Regelung gilt auch für betrieblich notwendige Neu-, Um- und Erweiterungsbauten. Stadt und Land haben gemeinsam die Projektgesellschaft Württembergische Staatstheater (ProWST) gegründet, die für die Realisierung der Sanierung des historischen Opernhauses zuständig ist.

Das Gesamtprojekt „Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Württembergischen Staatstheater“ umfasst drei Teilprojekte:

  • Teilprojekt 1: Interimsstandort auf C1 (IO) – an den Wagenhallen

  • Teilprojekt 2: Zuckerfabrik (ZF) – Neubau eines Werkstattgebäudes an der Zuckerfabrik in Bad Cannstatt mit Anbindung an das bestehende Kulissenlager

  • Teilprojekt 3: Oberer Schlossgarten (OSG) – Sanierung, Modernisierung und Erweiterung des denkmalgeschützten Opernhauses, des Verwaltungs- und des Kulissengebäudes

Weitere Meldungen

Ulla von Brandenburg
Kunst und Kultur

Ulla von Brandenburg erhält Landespreis für Bildende Kunst

Eine Gruppe von Jugendlichen steht vor einer Wiese.
Schule

Landeswettbewerb Deutsche Sprache und Literatur 2026

Ein Kinderteam macht einen Staffellauf im Sportunterricht in der Turnhalle.
Sportstätten

Land fördert 164 Stadien, Sporthallen, Sportplätze und Anlagen

Eine Besucherin des Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) geht an einer Video-Installation von Marcel Duchamp vorbei. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
Kunst und Kultur

Innovationsfonds Kunst 2026 ausgeschrieben

Ein Startläufer einer 4x100m-Staffel hält einen Staffelstab in der Hand.
Sport

Landesfinale von „Jugend trainiert“

Drei junge Mädchen sitzen an einem Laptop.
Medienbildung

Neustrukturierung der Medienbildung

Eine Besucherin der Ausstellung mit dem Titel: „Kunst & Textil“ sieht sich am 20. März 2014 in der Staatsgalerie in Stuttgart die Skulptur „Foud Farie“ aus dem Jahr 2011 von Yinka Shonibare an.
Kunst und Kultur

Acht hochbegabte Kunstschaffende reisen nach Paris

Gruppenbild der Preisträger des Schülermedienpreises 2026
Medienbildung

Schülermedienpreis 2026 verliehen

Landgericht Ulm
Justiz

Bekämpfung von sexuellem Kindesmissbrauch auf der Kippe

Eine gelbe Leiter steht vor einem Bücherregal
Literatur

Alfred Kröner Verlag erhält Verlagspreis Literatur 2026

Staatssekretär Raimund Haser steht vor seinem Fahrrad mit einem Fahrradhelm auf dem Kopf und hält ein Handy in die Kamera.
Radverkehr

RadMelder startet auf der Landesgartenschau

Die frisch gekürte Badische Weinkönigin Rosa Kost (Mitte) steht mit den beiden ebenfalls frisch gekürten Badischen Weinprinzessinnen Tina Müller (links) und Viktoria Benz (rechts) auf der Bühne.
Weinbau

Rosa Kost ist neue Badische Weinkönigin

Die Faxen
Landesjubiläum 2027

Jubiläumssong für Baden-Württemberg gewählt

Verdienstkreuz für Volker Jobst
Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Volker Jobst

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an.
Hitzeschutz

Vereine und Verbände sollen Wettbewerbe absagen