Kunst und Kultur

Neuer Landespreis für Dialekt ausgelobt

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Schauspieler proben ein Theaterstück.

Im Rahmen der Dialektoffensive des Landes verleiht der Dachverband der Dialekte Baden-Württemberg 2024 erstmals einen Landespreis für Dialekt. Bis zum 31. Juli 2024 können sich Einzelpersonen oder Gruppierungen in sechs Preiskategorien bewerben und Preise in Höhe von insgesamt 60.000 Euro gewinnen. 

Zum ersten Mal vergibt das Land Baden-Württemberg in diesem Jahr einen Landespreis für Dialekt. Der Preis ist ein zentraler Baustein der Dialektoffensive der Landesregierung, die noch in diesem Jahr vorgestellt wird. Der neue Landespreis geht auf eine fraktionsübergreifende Initiative aus der Mitte des Landtags zurück. Betreut und organisiert wird er von dem 2023 gegründeten Dachverband der Dialekte Baden-Württemberg.

„Der Landespreis soll den kulturellen Reichtum Baden-Württembergs mit Hilfe seiner Dialekte sichtbar machen, zum Beispiel Schwäbisch, Alemannisch, Badisch, Kurpfälzisch, Hohenlohisch oder gar neue Dialekte wie Kiezdeutsch. Es geht darum, die verschiedenen Mundarten nicht zu vergessen, im Gegenteil: Wir wollen zeigen, wie vielfältig die Kultur unseres Landes aufgestellt ist – traditionell und gleichzeitig zeitgemäß“, sagte Kulturstaatssekretär Arne Braun zum Bewerbungsstart. In sechs Preiskategorien „Junge Generation“, „Literatur“, „Lied/Musik, Kabarett/Comedy/Live-Performance/Bühnenkunst“, „Film“ und „Neue Medien“ werden Preise von insgesamt 60.000 Euro vergeben. 2025 wird die Kategorie Dialektbotschafterin/Dialektbotschafter ausgeschrieben.

Beitrag zur Lebendigkeit der Dialekte

„Die Kategorien ‚Junge Generation‘ und ‚Neue Medien‘ waren uns bei der Ausgestaltung des Preises besonders wichtig“, betonte Staatssekretär Arne Braun. „Ein gut geführter TikTok-Kanal kann ebenso zur Lebendigkeit des Dialekts beitragen wie ein klassisches Bühnenkabarett. Wir wollen uns dem Dialekt als junge Sprache annähern und bringen dies durch den Landespreis zum Ausdruck.“

Ab sofort nimmt der Dachverband der Dialekte Baden-Württemberg Bewerbungen für den Landespreis entgegen. Gemeinsam mit dem Verband hat das Ministerium das Statut für den neuen Landespreis (PDF) entwickelt. Dr. Martin Kistler, Vorsitzender des Dachverbands der Dialekte Baden-Württemberg und Landrat von Waldshut: „Dialekte sind Teil der sprachlichen Vielfalt unseres Landes. Als Dachverband wollen wir das Selbstbewusstsein der Dialektsprechenden stärken und die Bedeutung der Mundart hervorheben. Der Landespreis ist ein starkes Zeichen für die Förderung des Dialekts.“

Einreichfrist ist der 31. Juli 2024

Vorschläge und Bewerbungen können über das Antragsformular des Dachverbands der Dialekte Baden-Württemberg eingereicht werden. Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 31. Juli 2024. Die Verleihung des Landespreises findet am 21. Oktober 2024 in Stuttgart statt.

Vorgeschlagen werden können künstlerisch tätige Einzelpersonen oder Gruppierungen, die sich in Schrift oder in gesprochener Sprache im Dialekt äußern, dieser Sprachform in ihren Werken Aufmerksamkeit verschaffen und zeigen, dass die Mundart in Baden-Württemberg lebendig ist.

Öffentliches Bewusstsein für die Bedeutung und Vielfalt der Dialekte fördern

Ziel des Preises ist es, das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung und die Vielfalt der Dialekte in Baden-Württemberg und das hinter der Mundartpflege stehende Engagement sichtbar zu machen. Gewürdigt werden Einzelpersonen oder Gruppierungen, die als Kulturtätige in Schrift oder in gesprochener Sprache im Dialekt beispielhafte Leistungen erbracht haben. Im jährlichen Wechsel wird der Preis entweder in den sechs Kategorien:

  • Junge Generation – Medienoffene Kategorie für Kinder- und Jugendliche unter 27 Jahren
  • Literatur – Medienoffen, Gedichte, Prosa, Bühnenwerke, Libretti, Blogs und Essays
  • Lied/Musik – Werke von einzelnen Interpretinnen, Interpreten und Musikgruppen, die selbst verfasst und komponiert sind
  • Kabarett/Comedy/Live-Performance/Bühnenkunst – Programme von einzelnen Darstellerinnen, Darstellern oder von Gruppen
  • Film – Kurz- und Langfilme, Animationsfilme, Dokumentationen und so weiter
  • Neue Medien – Podcasts, Hörbücher, Influencer-Kanäle und Online-Kampagnen

oder im Folgejahr in der Kategorie Dialektbotschafterin/Dialektbotschafter an Personen der Öffentlichkeit, die ihren Dialekt selbstbewusst vertreten, vergeben.

Dachverband der Dialekte Baden-Württemberg

Angeregt durch die Dialektinitiative im Landtag wurde im Sommer 2023 der Dachverband der Dialekte Baden-Württemberg gegründet. Wesentliches Ziel des neuen Dachverbandes ist es, die vielfältigen Ideen und Vorschläge aus der Dialekt- und Mundartlandschaft in Baden-Württemberg zu bündeln und umzusetzen. Zudem fungiert der Dachverband als zentraler Ansprechpartner für Medien und Politik sowie für mögliche Sponsoren aus Wirtschaft und Gesellschaft.

Weitere Meldungen

Broschüre Kulturdenkmale und Photovoltaikanlagen
Denkmalpflege

Neue Broschüre zu Photovoltaik auf Kulturdenkmalen

Euro-Banknoten
Steuerschätzung

Steuereinnahmen des Landes sinken nur leicht

Kleinkind auf Rutsche
Stadtentwicklung

Land fördert drei nichtinvestive Städtebauprojekte

Esslingen Marktplatz Geiselbachkanal
Denkmalförderung

Rund 6,9 Millionen Euro für 63 Kulturdenkmale

Luftbild vom Quartier Kanadaring in Lahr
Flächenmanagement

Land entwickelt kostenloses Tool zum Digitalen Flächenmanagement

Portrait Neue Finanzamtsleitung Schorndorf Frau Danzebrink
Verwaltung

Neue Leiterin des Finanzamts Schorndorf

Ein Mädchen watet durch die überschwemmte Innenstadt von Veringenstadt.
Gesellschaft

Menschen besser auf Krisen vorbereiten

Musikfestival
Kultur

Land fördert 25 Popmusik-Projekte mit rund 345.000 Euro

Mitarbeiter des Bereichs der atmosphärischen Aerosolforschung beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) arbeiten im Wolkenlabor an der Anlage für Aerosol Interaktionen und Dynamik in der Atmosphäre (AIDA). (Foto: dpa)
Innovation

Land fördert kommunale Innovationsinfrastrukturen

Biosphärengebiet Schwäbische Alb - Blick von Teck
Naturschutz

Erfolgsmodell Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst

Weinreben im Frühling
Flurneuordnung

Land stärkt Weinbau in Brackenheim-Haberschlacht

von links nach rechts: Amtschef Elmar Steinbacher, Leitender Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges, Leitender Oberstaatsanwalt (sV) Dr. Florian Kienle
Justiz

Neuer Leiter der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen

(Foto frei verwendbar, v.l.n.r.): Amtschef Elmar Steinbacher, Präsidentin des Finanzgerichts Baden-Württemberg Dr. Christina Reuss, Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges MdL
Justiz

Neue Präsidentin des Finanzgerichts

Häuser in Stuttgart werden von der Morgensonne beschienen. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
Wohnberechtigung

Wohnberechtigungsschein digital beantragen

Ein Fahrradfahrer fährt auf einem Radweg, der an einer Straße entlang läuft.
Rad- und Fußverkehr

Kommunen planen mehr Rad- und Fußwege