Menschen mit Behinderung

Land fördert Bau weiterer „Toiletten für alle“

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Eine Toilette für Menschen mit Behinderung (Bild: © dpa)

Das Sozialministerium stellt weitere 200.000 Euro für die Einrichtung von öffentlichen Toiletten bereit, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit besonders schweren Behinderungen ausgerichtet sind. Bald gibt es 50 solche Anlagen im Land.

Das Ministerium für Soziales und Integration stellt weitere 200.000 Euro für die Einrichtung von öffentlichen Toiletten bereit, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit besonders schweren Behinderungen ausgerichtet sind. Inzwischen gibt es in Baden-Württemberg bereits 39 solcher vom Land geförderten Toilettenanlagen, elf weitere sind in Planung.

Bald 50 Anlagen im ganzen Land

„Vor wenigen Jahren gab es in Baden-Württemberg kaum öffentlich zugängliche ‚Toiletten für alle‘. Menschen mit schweren Behinderungen und ihre Angehörigen und Assistenten mussten daher unterwegs improvisieren, etwa indem sie auf den Boden einer Rollstuhltoilette oder die Rückbank eines Autos auswichen. Als Konsequenz haben sie teilweise ganz darauf verzichtet, das Haus längere Zeit zu verlassen und konnten nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha.

Seit einigen Jahren fördere das Ministerium deshalb den Bau der „Toiletten für alle“. Echte Hingucker mit großen, ansprechenden Räumen seien unter anderem die „Toiletten für alle“ im Rathaus Reutlingen und im Landratsamt Ostalb (Aalen). „Von Menschen mit Behinderung sehr gelobt werden auch die entsprechenden sanitären Anlagen in den beiden Fußballstadien des VfB Stuttgart und der TSG 1899 Hoffenheim“, betonte der Minister. Als bundesweit einzige Shoppingmall habe das Einkaufszentrum MILANEO in Stuttgart eine „Toilette für alle“ eingerichtet, auch touristische Ausflugsziele wie die Insel Mainau und die Schauinslandbahn stellten sich inzwischen auf Besucherinnen und Besucher mit schweren Mehrfachbehinderungen ein.

„Wir brauchen Toiletten für alle‘ überall dort, wo sich Menschen mit Behinderung gemeinsam mit ihren Betreuerinnen und Betreuern länger aufhalten“, sagte Lucha. „Menschen mit schweren Behinderungen können oftmals weder eine allgemeine noch eine Behinderten-Toilette benutzen, weil sie Assistenz und eine Liege zum Wechseln der Windeln brauchen. In einer „Toilette für alle" finden Betroffene alles, was sie für ihre persönliche Hygiene brauchen“, so der Minister abschließend.

„Toilette für alle“

Zu einer „Toilette für alle“ gehören eine höhenverstellbare Liege und ein elektrischer Personen-Lifter, der die betroffenen Personen sicher vom Rollstuhl auf das WC oder die Liege hebt. Dort liegen sie bequem und hygienisch, während die Begleitperson die Inkontinenzeinlage wechseln kann.

Zu den Betroffenen zählen vor allem Menschen mit angeborenen schweren und mehrfachen Behinderungen, Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma, Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, Menschen mit Querschnittlähmung sowie ältere Menschen, die schwer pflegebedürftig und/oder dement sind. Angesichts der steigenden Zahl der hochbetagten Menschen kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der Betroffenen künftig weiter zunehmen wird.

Ministerium für Soziales und Integration: Förderaufruf „Toiletten für Alle“ 2018/2019

Standorte der „Toiletten für alle“ in Baden-Württemberg

Weitere Meldungen

Visualisierung vom Anbau der Frauenklinik am Universitätsklinikum Tübingen Ansicht West
Vermögen und Bau

Frauenklinik am Universitäts­klinikum Tübingen wird erweitert

Eine Frau bedient das Portal ELSTER der deutschen Steuerverwaltungen zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet.
Steuern

Digitale Steuererklärung wird deutlich einfacher

Verkehrsunfallbilanz 2025
Verkehrsunfallbilanz 2025

Straßenverkehr in Baden-Württemberg wird immer sicherer

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Lucha kritisiert Zulassungsstopp bei Integrationskursen

Stuttgart Neckarpark
Wohnraumoffensive

Land unterstützt Kommunen mit Bau-Turbo

Gruppenbild anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und der ukrainischen Region Lwiw
Absichtserklärung

Baden-Württemberg und Lwiw vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Visualisierung Campus St. Alban
Innovationspreis

Zehn Preise für kirchliche Wohnprojekte

DEHOGA Cup
Start-up BW

Kleinblatt GmbH aus Stuttgart gewinnt den DEHOGA CUP

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Mitte) bei seiner Ansprache beim Närrischen Staatsempfang der Landesregierung vor dem Neuen Schloss in Stuttgart
Fastnacht

Närrischer Staatsempfang der Landesregierung

Forscher im Forschungszentrum M3 des Universitätsklinikums Tübingen
Innovation

Land fördert Digitales Innovationszentrum am Uniklinikum Freiburg

Forschung

4,2 Millionen Euro für Quantentechnologie-Demonstratoren

Justizministerin Marion Gentges (Vierte von links) mit dem Team des Projekts „DIE MUTMACHER“
Justiz

Begleithunde unterstützen in Strafprozessen

Ein Windrad ist auf der Holzschlägermatte bei Freiburg zu sehen.
Erneuerbare Energien

Mehr Windkraft für Baden-Württemberg

PV-Anlage auf dem Landtag in Stuttgart
Erneuerbare Energien

Photovoltaik-Ziel bereits vorab erreicht

Ein Clown der Narrenzunft Rottenburg läuft beim großen Umzug des Weißnarrentreffens in Villingen-Schwenningen durch die Innenstadt (Quelle: dpa).
Verbraucherschutz

Produktkontrollen für ein unbe­schwertes Feiern des Faschings