Polizei

Jahresbilanz 2025 der Polizeihubschrauberstaffel

Die Polizeihubschrauberstaffel hatte im Jahr 2025 insgesamt 2.097 Einsätze, davon fast die Hälfte zur Nachtzeit. Dabei unterstützten die Teams der Staffel in unterschiedlichen Lagen.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
Der neue Polizeihubschrauber mit fünf Rotorenblättern

„Die Polizeihubschrauberstaffel ist 24/7, Tag und Nacht, einsatzbereit und unterstützt mit einer technisch hochmodernen Ausstattung Einsätze aus der Luft. Das Einsatzspektrum ist dabei immens – von der Suche nach Vermissten, der Fahndung nach Straftätern bis hin zum Transport von Spezialkräften, Überwachungsflügen, Brandbekämpfung aus der Luft oder der Windenrettung. Damit ist die Polizeihubschrauberstaffel ein wichtiger Partner im Bevölkerungsschutz und aus der Sicherheitslandschaft in Baden-Württemberg nicht mehr wegzudenken“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl anlässlich der Jahresbilanz.

24/7 bereit für den Einsatz 

Im letzten Jahr erbrachten die Besatzungen der Polizeihubschrauberstaffel bei insgesamt 2.097 (2024: 2.253) Einsätzen 2.047 Flugstunden (2024: 2.241). Fast die Hälfte aller Stunden, 46 Prozent, fanden dabei zur Nachtzeit statt (2024: 43 Prozent). Von insgesamt sechs Hubschraubern des Typs Airbus H145 stehen zwei Maschinen dauerhaft am Flughafen Stuttgart und am Baden-Airpark in Rheinmünster-Söllingen einsatzbereit.

So unterstützte die Polizeihubschrauberstaffel etwa im November 2025, als sich ein Arbeiter in rund 35 Metern Höhe auf einem Sendemast befand und nicht mehr selbst absteigen konnte. Dank des schnellen Einsatzes eines Polizeihubschraubers mit Seilwinde konnten Höhenretter der Feuerwehr Stuttgart den Verletzten direkt aus der Luft retten und binnen weniger Minuten dem Rettungsdienst übergeben. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie wichtig diese Einheit ist.

Ein weiterer besonderer Vorfall ereignete sich im März 2025. Ein zweijähriger Junge aus Hornberg wurde vermisst gemeldet. Nachdem das Kind auf einer Wildtierkamera gesichtet wurde, suchte die Polizeihubschrauberstaffel den Jungen aus der Luft. Mit der hochmodernen Wärmebildtechnik gelang es der Besatzung, den Zweijährigen trotz Dunkelheit binnen kürzester Zeit zu lokalisieren. Der Junge wurde rund sechs Stunden nach seinem Verschwinden wohlbehalten gerettet und den Eltern übergeben.

Wachsende Herausforderung durch Drohnen

Mit der Zunahme privater und gewerblicher Drohnen steigt auch die Zahl sicherheitsrelevanter Vorfälle. Hierzu zählen auch Hinweise auf Drohnensichtungen über Flughäfen, militärischen Einrichtungen sowie der kritischen Infrastruktur. Hinzu kommt, dass sich der Drohnensektor technologisch mit großer Dynamik entwickelt. Um mit den rasanten Veränderungen Schritt zu halten und die Weichen für die Zukunft zu stellen, findet auf Initiative von Innenminister Thomas Strobl am 27. Februar 2026 die „Innovationskonferenz Drohnen“ beim Innovation-Hub der Polizei statt. Die Konferenz bringt Technologieexperten, Entscheidungsträger und Anwender an einen Tisch. Angesichts komplexer werdender Einsatzszenarien bündelt die Konferenz das ganze Knowhow aus Praxis, Wissenschaft und Technik, um innovative Lösungen für die öffentliche Sicherheit zu generieren.

Drohnenkompetenz des Landes

Baden-Württemberg hat sich früh darum gekümmert, eine Vorreiterrolle beim Thema Drohnen aufzubauen. Seit dem 1. Januar 2022 gibt es das Trainings- und Kompetenzzentrum Drohnen (TK Drohnen) bei der Polizei Baden-Württemberg. Es ist organisatorisch bei der Polizeihubschrauberstaffel angegliedert und gehört dem Polizeipräsidium Einsatz an.

Um die neuen Herausforderungen bereits im Namen besser abzubilden, wird das alte TK Drohnen zukünftig griffig unter D-KAZ BW – Drohnenkompetenz und -abwehrzentrum Baden-Württemberg firmieren. Das D-KAZ BW der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg bündelt die Kompetenz und Sachkunde bei der Detektion und Abwehr von Drohnen und verfügt hier auch über entsprechende Systeme zur Detektion und Abwehr von Drohnen. Es unterstützt darüber hinaus die bundesweite Servicestelle Luftraumschutz, die ebenfalls bei der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg angesiedelt ist, beispielsweise im Zusammenhang mit der Planung von Einsatzmaßnahmen, und nimmt damit auch eine beratende Funktion wahr.

Auch bundesweit hat Baden-Württemberg hier eine Sonderrolle: So ist Baden-Württemberg als einziges Bundesland Teil der Arbeitsgruppe Sicherheit im Luftraum, die sich zuletzt am 7. Oktober 2025 in Stuttgart getroffen hat. Rund 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bundeswehr, verschiedener Bundesministerien und Bundesbehörden sowie der Polizei Baden-Württemberg – als bundesweit einzige Polizei – nahmen unter dem Vorsitz des stellvertretenden Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Lutz Kohlhaus, an der 20. Sitzung der Arbeitsgruppe Sicherheit im Luftraum teil.

Auch im Sicherheitspaket des Nachtragshaushalts wurde der Bereich der Drohnenentwicklung gestärkt – mit vier Millionen Euro. Zur technischen Weiterentwicklung sowie als Reaktion auf die sich verändernde Gefährdungslage werden mit den zusätzlichen Mitteln in Höhe von bis zu vier Millionen Euro die bereits guten Fähigkeiten der Polizei Baden-Württemberg in den Bereichen der Drohnendetektion und -abwehr weiter ausgebaut.

Weitere Meldungen

Amtschef des Ministeriums der Justiz und für Migration Elmar Steinbacher
Justiz

Konstanzer Symposium 2026

Polizeisportlerehrung
Polizei

Ehrung für Polizeisportler

Eine Autofahrerin fährt durch einen Autobahntunnel.
Straßenverkehr

Mehr Sicherheit und moderne Technik auf der B 463

Pressegespräch mit Staatsrätin Barbara Bosch (Mitte)
Bürgerbeteiligung

Zugehört – 15 Jahre Politik des Gehörtwerdens

img-1882 - 1 - 1
Justiz

Generalstaatsanwalt Jürgen Gremmelmaier verstorben

Ein Motorradfahrer fährt auf einer Landstraße. (Bild: dpa)
Verkehrssicherheit

Bundesweiter Aktionstag „sicher.mobil.leben“

Ein Schild mit der Aufschrift „Flüchtlingserstaufnahmestelle“, im Hintergrund ein Fahrzeug an einer Einfahrt.
Migration

Vereinbarung zur Erstaufnahmeeinrichtung in Tübingen

Young Heroes
Katastrophenschutz

Austauschprogramm im Katastrophenschutz geplant

Zahlreiche Menschen sind auf einem Radweg bei Sonnenschein auf ihren Fahrrädern und E-Roller unterwegs.
Radverkehr

STADTRADELN 2026 startet

Ein Messegast lässt sich eine so genannte ORC-Anlage erläutern.
Klimaschutz

Land fördert Energiefahrpläne für Unternehmen und Einrichtungen

Richter im Landgericht Stuttgart
Justiz

Neues KI-Werkzeug für effiziente Justizverfahren

Zitterpappel
Forst

Zitterpappel bereichert Wald und Bioökonomie

Ein Bauarbeiter schaut auf ein Gebäude, das als Testobjekt aus Recyclingbeton gebaut wird.
N!BBW

Neue Termine für Workshops „Nachhaltiges Bauen“

Teilnehmende der Integrationsministerkonferenz 2026 sitzen in großer Runde an Konferenztisch, das Logo der IntMK ist auf eine große Leinwand projiziert.
Integration

Land setzt Impulse bei der Integrationsministerkonferenz

v.l.n.r.: Landespolizeipräsidentin Dr. Stefanie Hinz, Leitender Kriminaldirektor Ralf Keller, Polizeivizepräsident Ralf Keppler und Innenstaatssekretär Thomas Blenke MdL
Polizei

Neuer Polizeivizepräsident beim Polizeipräsidium Reutlingen