Kultur

Hörgeschädigte Schüler präsentieren Kunstprojekt zu 100 Jahre Bauhaus

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Haus auf der Alb, Architekt: Adolf G. Schneck, Baujahr: 1930

Mit verschiedenen Kunstformen haben sich hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler mit 100 Jahren Bauhaus auseinandergesetzt.

Hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler haben heute auf der die Ergebnisse ihres Kunstprojekts „Sichtbar werden“ vorgestellt. Die Kunstprojekte stehen unter dem Motto „100 Jahre Bauhaus”, welches die Schülerinnen und Schüler kreativ umgesetzt haben. Unter anderem haben sie eine Tanzperformance einstudiert sowie verschiedene Kunstobjekte eigenständig gestaltet. Entstanden sind diese Ergebnisse im Rahmen eines außergewöhnlichen zweijährigen Pilotprojekts, das zahlreiche Partner aus der Kunst und der Pädagogik unterstützt haben. Die hörgeschädigten Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit wahrgenommen, Kunst zu erleben, zu reflektieren und daraufhin eigene Kunstprojekte unter professioneller Begleitung zu gestalten.

„Die Schüler haben gemalt, gezimmert, genäht, konstruiert und eine Performance einstudiert. Dabei haben sie beeindruckende Kunstwerke und Projekte kreiert, die zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Museen, Bildungseinrichtungen und den hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern für alle Seiten inspirierend und wertvoll ist“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann. Sie ergänzt: „Ich wünsche mir, dass dieses Projekt einen Beitrag dazu leistet, dass sich Kultureinrichtungen noch stärker für Menschen mit Behinderung öffnen und umgekehrt Menschen mit Behinderung die Angebote und Möglichkeiten der verschiedenen Kultureinrichtungen noch mehr für sich nutzen. Die Schüler haben vorgemacht, wie das aussehen kann.“

100 Jahre Bauhaus als Thema der Projekte

Leitmotiv der Schülerarbeiten ist das diesjährige Jubiläum „100 Jahre Bauhaus”. Dazu präsentieren die Schülerinnen und Schüler der Immenhoferschule Stuttgart eine an Oskar Schlemmer angelehnte Tanzperformance mit dem Titel „Triadische Visionen”. Schüler der Lindenparkschule Heilbronn zeigen unter dem Titel „BauHAUSbewegt” ein kinetisches Objekt und ein Spielobjekt. Und die Schüler der St. Josef-Schule Schwäbisch Gmünd stellen Formen, die Formensprache und den Umgang mit Barrieren in der Kommunikation unter dem Titel „BAUHAUS – mannigfaltige Formensprache: Ein Beitrag zur (Völker)Verständigung” vor.

Ziel von „Sichtbar werden“ ist es, die Zusammenarbeit zwischen Museen und Bildungseinrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu erproben. Außerdem sollen die Projektpartner ihr Wissen und ihre Erfahrung aus der Kunst und der Hörgeschädigtenpädagogik zusammenführen. Ein Kernelement des Kunstprojektes ist, dass die hörgeschädigten Schülerinnen und Schüler einen Rollenwechsel erleben und die Präsentation von Kunstwerken von zwei Seiten her erfahren. Als Museumsbesucher haben sie über die Präsentation von Kunstwerken reflektiert, und als Künstler stellen sie nun ihre eigenen Werke auf der Bundesgartenschau einem breiten Publikum vor.

Zahlreiche Partner an dem Projekt beteiligt

„‚Sichtbar werden‘ ist ein beispielgebendes Projekt für die Kooperation zwischen Schule und Kunst. Bei allen Beteiligten und bei allen Projektpartnern möchte ich mich deshalb ausdrücklich dafür bedanken, dass sie so ein tolles Projekt ermöglicht haben, das nicht nur sehr gut gefällt, sondern die Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen Entwicklung weitergebracht hat“, sagt Kultusministerin Eisenmann. Hauptprojektpartner sind außer dem Kultusministerium und den beteiligten Schulen, die Staatsgalerie Stuttgart und die L-Bank.

Die Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, Christiane Lange, zieht ein sehr positives Fazit des Pilotprojekts: „Unser gemeinsames Ziel war, den Museumsbesuch in den Schulalltag zu integrieren, indem Kunst als Sprache und Ausdrucksmöglichkeit auf spielerische Weise erfahrbar und mit der eigenen Lebenssituation in Verbindung gebracht wird. Es war wunderbar zu beobachten, dass das Museum Brücken zu jungen Menschen bauen kann.“ Sie ist überzeugt, dass dieser erste Kontakt mit dem Museum bei den Schülerinnen und Schülern nachhaltig in Erinnerung bleiben wird: „Wir möchten die Zusammenarbeit mit den Schulen unbedingt weiter intensivieren.“

Als Förderbank des Landes unterstütze man die Landesregierung bei der Gestaltung der Zukunft von Baden-Württemberg, hebt der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der L-Bank, Dr. Ulrich Theileis, hervor. Das Pilotprojekt ‚Sichtbar werden‘ greift er als Beispiel dafür heraus: „In diesem Zusammenhang halten wir seit 2013 für Kinder und Jugendliche den Eintritt in die Staatsgalerie frei. Bis heute sind bereits 200.000 junge Besucher diesem Angebot gefolgt. Daher haben wir auch gerne ‚Sichtbar werden‘ unterstützt.“ Dr. Theileis betont: „Hierbei verbindet uns zudem die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium über unseren Wettbewerb ‚Zauberhaft‘, der sich speziell für die Schülerinnen und Schüler der sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in Baden-Württemberg einsetzt. Schließlich muss einer Förderbank besonders die Förderung von Kindern am Herzen liegen.“

Neben dem Kultusministerium, der Staatsgalerie Stuttgart und der L-Bank als Förderbank des Landes sind an „Sichtbar werden“ auch der Berufsverband Deutscher Hörgeschädigtenpädagogen, der und die Abteilung Sonderpädagogik des Seminars für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Stuttgart beteiligt.

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