Forst

Auch vor dem Feldberg macht der Borkenkäfer nicht halt

Ein Forstwirt des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald fällt bei St. Märgen eine Fichte. (Bild: Patrick Seeger / dpa)

Auch vor Baden-Württembergs höchstem Berg, dem Feldberg, macht der Borkenkäfer nicht halt. In einer Reihe von Vor-Ort-Terminen im Land macht sich Forstminister Peter Hauk derzeit ein Bild von den gravierenden und klimabedingten Waldschäden. Er will einen Notfallplan für den Wald vorlegen.

„Lange gingen die Forstexperten davon aus, dass die Gipfel der Mittelgebirge nur schwach vom Borkenkäfer befallen werden können. Hier seien die Temperaturen zu niedrig, um mehr als eine Generation zu entwickeln und die Fichten vital genug, um dem Käfer zu trotzen. Diese Hoffnung hat sich spätestens 2019 zerschlagen. Der Klimawandel bringt das gewohnte naturräumliche Gefüge stark ins Wanken“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, anlässlich eines Vor-Ort-Termins auf dem Feldberg. Selbst auf deutlich über 1.000 Metern Meereshöhe sei der Borkenkäfer mittlerweile in der Lage, sich massenhaft zu vermehren und selbst an sich vitale Fichten zu befallen.

Befallene Fichten erkennt der Laie ohne Schwierigkeit an der braunen, trockenen Fichtenkrone. Zu diesem Zeitpunkt hat der Borkenkäfer im Stamm bereits seine Eier gelegt und die Folgegeneration ist ausgereift und ausgeflogen, bereit die nächsten Bäume zu befallen. „Eine gesunde Fichte ist in der Lage, sich durch Harzfluss vor eindringenden Schädlingen zu wehren. Ist das Wasserangebot zur Harzproduktion knapp und die Anzahl der eindringenden Borkenkäfer zu groß, verlieren auch ansonsten gesunde Bäume den Kampf und werden ein Opfer des Käfers. Hitze und Trockenheit schwächt die Bäume und spielt den Insekten in die Karten“, betonte Minister Hauk.

Forstminister Peter Hauk hat sich auch bei weiteren Vor-Ort-Terminen im Land ein Bild über die gravierenden und klimabedingten Waldschäden gemacht:

Vor-Ort-Termin im Landkreis Waldshut am 29.07.2019
Vor-Ort-Termin im Stadtkreis Rastatt am 02.08.2019
Vor-Ort-Termin im Landkreis Baden-Baden am 02.08.2019
Vor-Ort-Termin im Hohenlohekreis am 05.08.2019
Vor-Ort-Termin im Landkreis Biberach am 06.08.2019

Vor-Ort-Termin im Landkreis Karlsruhe am 09.08.2019

Wir dürfen den Wald und die Waldbesitzer nicht im Stich lassen

Um die Waldbesitzer bei vorbeugenden Maßnahmen, bei der Bekämpfung sowie beim Monitoring zu unterstützen, gewährt das Land finanzielle Hilfen für das Hacken, den Transport und die Lagerung des Holzes sowie die Wiederbewaldung. Die finanziellen Hilfen können seit dem Frühjahr beantragt werden. Diese Fördermittel werden derzeit bewilligt und Förderhilfen ausbezahlt.

„Die Gesellschaft darf die Waldbesitzer mit dieser ernsten Krise nicht alleine lassen. Es handelt sich nicht um ein temporäres und auch nicht um ein lokales Ereignis. Ganz Deutschland ist betroffen. Deshalb ist auch die solidarische Unterstützung für die Waldbesitzer durch den Bund gefordert“, betonte Hauk. Baden-Württemberg werde auf den Bund zugehen und eine schnelle finanzielle Beteiligung einfordern Das Land sei im Gespräch mit den Verbänden. Ein Notfallplan für die Wälder Baden-Württembergs sei in Vorbereitung.

Waldbesitzer seien gehalten, ihre Waldbestände nunmehr wöchentlich zu kontrollieren und sich im Zweifelsfall mit der zuständigen Forstbehörde in Verbindung zu setzen.

Kennzeichen eines Käferbefalls

  • braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der Bodenvegetation
  • Harztröpfchen und Harzfluss am Stamm, vor allem am Kronenansatz
  • helle Flecken, sogenannte ‚Spiegel‘, auf der Rinde durch die Tätigkeit der Spechte, wodurch größere Rindenstücke abfallen und das helle Splintholz sichtbar wird
  • charakteristische Fraßbilder unter der Rinde
  • Rötung
  • Abfall grüner oder roter Nadeln

Kontrollieren Sie Ihre Wälder! Zu kontrollieren sind:

  • alle stehenden Fichtenbestände
  • nach Schadereignissen, Hiebsmaßnahmen und Pflegeeingriffen liegengebliebenes, bruttaugliches Material
  • aufgearbeitetes, in der Nähe gefährdeter Bestände lagerndes Nadelholz

Wann und wie häufig kontrollieren?

  • ab jetzt bis September
  • je nach Gefahrenlage im ein- bis zweiwöchigen Turnus
  • Kontrollen aussetzen bei starkem Wind oder Regen, da Bohrmehl weggeweht bzw. abgewaschen werden kann

Wo?

  • Kontrollen gezielt im Bereich vorjähriger Befallsorte
  • in südexponierten Lagen und an aufgerissenen Bestandesrändern
  • an Rändern von Windwurf- und Schneebruchnestern
  • in allen Fichtenbeständen bei entsprechender Gefahrenlage
  • an Jungwüchsen bei der Gefährdung durch Kupferstecher

Wie?

  • in älteren Beständen einzeln, das heißt Baum für Baum
  • befallene Bäume für den Einschlag auffällig markieren

Nach den Kontrollen bitte reagieren:

Können Sie das Holz nicht rechtzeitig aus dem Wald bringen, sind folgende Verfahren zu überlegen:

  • Hacken oder Stämme entrinden, sofern die Käfer noch nicht entwickelt sind.
  • Zur Reduktion des Befallsrisikos ist es erforderlich, vorhandenes bruttaugliches Material (frische Fichtenkronen, Resthölzer und Reisigmatten) unverzüglich aufzuarbeiten (Hacken, Mulchen, Abfahren). Frischer Stehendbefall durch den Kupferstecher ist nicht erkennbar. Daher ist es umso notwendiger, liegendes bruttaugliches Material auf Kupferstecherbefall hin zu kontrollieren und bei Befall unverzüglich aufzuarbeiten.

Hauk kündigt Notfallplan Wald an

ForstBW

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Wald und Naturerlebnis

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
  • Ländlicher Raum

Land fördert Modernisierung ländlicher Wege

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
  • Geodaten

Neue Wanderkarten für den Odenwald vorgestellt

Blühende Wiesen auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT): Mit neuen Schildern wird auf das ökologische Pflegekonzept hingewiesen. Staatssekretärin Gisela Splett und Peter Zöllner, beim Amt Karlsruhe von Vermögen und Bau Baden-Württemberg unter anderem für das Grünflächenmanagement zuständig, machten sich vor Ort ein Bild davon, wie es grünt, blüht, flattert und summt.
  • Naturschutz

110.000 Quadratmeter blühende Wiesen für mehr Artenvielfalt

Vollblutaraber-Stuten stehen in Marbach im Haupt-und Landgestüt mit ihren Fohlen auf einer Koppel. (Foto: dpa)
  • Gestüt

Marbacher Hengstparade verschoben

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
  • Tierschutz

Tierschutz auf die lange Bank geschoben

Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)
  • Landwirtschaft

Weiterer Ausbau des ökologischen Landbaus

  • Landwirtschaft

Auftakt der Vor-Ort-Kampagne „Wir versorgen unser Land“

Verbandskläranlage in Immenstaad, Bodenseekreis
  • Abwasser

Verbandskläranlage Immenstaad bekommt vierte Reinigungsstufe

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
  • Bundesrat

Hauk fordert Korrekturen bei Tierschutz-Nutztier­haltungsverordnung

Douglasien-Holzstämme liegen im Wald. (Foto: dpa)
  • Bioökonomie

Ideenwettbewerb sucht Innovationen für den Ländlichen Raum

Eine Grinde, eine fast baumfreie Feuchtheide, aufgenommen am Schliffkopf im Nationalpark Schwarzwald. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
  • Naturschutz

Noch bis 1. August für Landesnaturschutzpreis bewerben

Bedienfeld eines Solarstromspeichers (Bild: Uli Deck / dpa)
  • Verbraucherschutz

Bundesrat beschließt Nutzungsausbau intelligenter Messsysteme

Herbstlich gefärbte Blätter umranken die Fenster eines historischen Hauses. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Ehrenamt

Land plant Programm zur Qualifizierung junger Menschen für das Ehrenamt

Güterzug fährt auf Rheintalbahn (Bild: © dpa)
  • Schiene

Land fördert Forschungs­projekt zur ökologischen Pflege an Bahnstrecken

Schüler warten auf ihr Mittagessen, im Vordergrund stehen Teller mit geschnittenem Gemüse. (Foto: dpa)
  • Ernährung

Große Beteiligung beim Online-Fachtag zur Kita- und Schulverpflegung

  • Landwirtschaft

Weitere Auftaktbesuche der Vor-Ort-Kampagne „Wir versorgen unser Land“

Der neue Leiter des CVUA Freiburg, Ralf Lippold (l.) und der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (r.) (Bild: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)
  • Lebensmittelüberwachung

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg mit neuer Leitung

Ein Paar liegt inmitten von Chrysanthemen. (Bild: dpa)
  • Biodiversität

Gewinner des Wettbewerbs „Baden-Württemberg blüht“ 2019 ausgezeichnet

Eine Frau greift nach einem Apfel aus dem Obst- und Gemüseregal eines Reformhauses. (Foto: © dpa)
  • Verbraucherschutz

Vertrauen der Verbraucher in Bioprodukte weiter gestärkt

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Wolf in Limbach bestätigt

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Zweiter Wolfsrüde im Land nachgewiesen

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
  • Naturschutz

Eine Million Euro für den Naturschutz im Landkreis Tübingen

  • LANDWIRTSCHAFT

Auftakt der Vor-Ort-Kampagne „Wir versorgen unser Land“

Wolf
  • Wolf

Ausgleichsfonds Wolf wird fortgeführt

 (von links nach rechts): Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann und Minister Peter Hauk MdL
  • Jagd

Weitere sieben Jahre Jägerprüfungen durch Landesjagdverband